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16.04.2019 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Bürger zweifeln an Digitalisierungskompetenz

Autor:
Alexander Ebert

Nicht einmal jeder zweite Europäer traut seiner jeweiligen Regierung zu, die Digitalisierung voranzutreiben. Diese Einschätzung teilen auch die meisten Deutschen, zeigt eine neue Studie.

Ob in Europa, Asien oder den USA – viele Bürger bezweifeln, dass ihre Regierung den Willen und die Kompetenz haben, die Digitalisierung in Schwung zu bringen. In Europa sehen nur 40 Prozent diesen Willen und nur 34 Prozent glauben, ihre politische Führung sei fähig dazu. 

So sehen es auch die Deutschen: Deren Zustimmungswerte (44 beziehungsweise 37 Prozent) liegen nur leicht darüber. Noch skeptischer zeigen sich die Schweden: Dort glauben nur 14 Prozent an die Fähigkeit der Regierung, die Digitalisierung voran zu bringen. Dagegen ist in den USA (bis 59 Prozent) und Indien (bis 82 Prozent) das Vertrauen wesentlich höher.

Kaum Vertrauen in Datensicherheit

Was sagen Europäer, Asiaten und Amerikaner zur Datensicherheit? Nur in Indien glaubt eine Mehrheit (57 Prozent): "Die Regierung meines Landes schützt meine Daten." Dieselbe Frage beantworten nur 28 Prozent der Europäer mit "Ja", in Deutschland 27 Prozent. Auch in den USA schätzt nur jeder Vierte (26 Prozent) die Kompetenz der Regierung bei der Datensicherheit hoch ein. 

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "The Tech Divide" aus Februar 2019. Dabei handelt es sich um eine internationale Vergleichsstudie zur Wahrnehmung der Digitalisierung in neun Ländern. Die Untersuchung wurde vom Vodafone-Institut in Auftrag gegeben. Das Meinungsforschungsinstitut Ipsos befragte über 9.000 Menschen in Bezug auf ihre Technologieakzeptanz online. Die Ergebnisse werden als repräsentativ qualifiziert.

Kooperation von Staat und Wirtschaft

Den Autoren zufolge sind den Deutschen drei politische Felder besonders wichtig: Investitionen in Bildung (44 Prozent Zustimmung), Investitionen in Digitalisierung und Infrastruktur (41 Prozent) sowie die Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen (38 Prozent). "Eine Lösung für den Ausbau staatlicher digitaler Kompetenzen könnten öffentlich-private Partnerschaften sein. Hier könnten externe Experten mit ihrem Know-how signifikant helfen, staatliche Projekte effektiv um- und einzusetzen." Dieser Aussage stimmen laut Studie 57 Prozent der befragten Deutschen zu. 

Machtkonzentration befürchtet

Über die Hälfte der Befragten gibt laut Studie an, dass es im Zuge der Digitalisierung zu einer Machtkonzentration bei wenigen globalen IT-Firmen kommt. Diese Meinung teilen 65 Prozent der deutschen Befragten. Überhaupt steigt Firmen gegenüber das Misstrauen. Deshalb sehen die Befragten mehrheitlich die Politik in der Verantwortung, dass ethische Werte eingehalten und Kontrollmechanismen oder transparente Datenverarbeitungsprozesse sichergestellt werden. Unethisches Verhalten wollen länderübergreifend 57 Prozent aller Befragten sanktioniert sehen.

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