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10.02.2020 | Verwaltungsmanagement | Interview | Onlineartikel

Digitale Projekte fördern den Kulturwandel

Autor:
Anja Schüür-Langkau
3 Min. Lesedauer

Der Gewinner und die Finalisten des Axians Infoma Innovationspreises 2019 stellen im Roundtable die Herangehensweisen und die Herausforderungen ihrer Projekte vor. 

Wie bewerten Sie den Stand der Digitalisierung in den Kommunen heute? 

Jens Weiß: Die Digitalisierung in Deutschland ist immer noch ein Flickenteppich. Hinzu kommt, dass der Fokus vieler Digitalisierungsprojekte nach wie vor auf der Schnittstelle zu den Bürgerinnen und Bürgern liegt, die entsprechenden internen Verwaltungsprozesse dann aber vor allem in kommunalen Verwaltungen oft nicht digitalisiert sind (vgl. auch Weiß: Zwischen Alexa und Aktenmappe, www.springerprofessional.de/link/17139522). Viele Preise, die zum Thema Verwaltungsdigitalisierung vergeben werden, – dieser Preis gehört nicht dazu – goutieren genau diese Schnittstelle. Aus meiner Sicht sind wir hier im Vergleich zum vergangenen Jahr kaum weitergekommen. Wichtig ist, dass digitale Prozesse ganzheitlich gedacht und einzelne Fachlösungen integrativ weiterentwickelt werden. Dabei liegen die Potenziale in einer umfassenden Optimierung und Digitalisierung interner Verwaltungsprozesse, die eine Automatisierung von Verwaltungsabläufen sowie die Erhebung von Daten zur Prozesssteuerung ermöglichen. Dieser Preis trägt einen Teil dazu bei, dieses ganzheitliche Denken voranzutreiben. 

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Die Verbandsgemeinde Gerolstein, der Kreis Viersen und die Gemeinde Bobenheim-Roxheim sind der Gewinner und die Finalisten des Axians Infoma Innovationspreises 2019. Im Roundtable werden die Herangehensweisen und die Herausforderungen der …

Holger Schmelzeisen: Aus unserer Wahrnehmung, die unsere Kundenlandschaft widerspiegelt, werden digitale Projekte in erster Linie dann umgesetzt, wenn sie gesetzlich verbindlich verpflichtend sind. Wir stellen aber auch fest, wenn eine Kommune ein Projekt erfolgreich umgesetzt hat, steigt die Motivation, die Digitalisierung weiter voranzutreiben, weil der Nutzen erkannt wurde.  

Erhöht sich durch das Onlinezugangsgesetz der Druck auf die Kommunen, digitale Projekte anzugehen? 

Schmelzeisen: Das ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Es gibt nach wie vor Kommunen, die den Eindruck vermitteln, das Thema aussitzen zu wollen. Andere gehen proaktiv an diese Themen heran. Uns als Unternehmen motiviert aber auch die Zusammenarbeit mit den Rechenzentren. Diese tragen dazu bei, bestimmte Themen in die Fläche zu bringen. 

Wie hat sich die Beteiligung am diesjährigen Innovationspreis entwickelt? 

Steffen Schanz: Die Beteiligung liegt auf dem gleichen Niveau wie in den vergangenen Jahren. Derzeit ist es schwer, mehr Kommunen zu motivieren, sich zu beteiligen, da zum Beispiel die Einführung eines elektronischen Rechnungsbearbeitungsprozesses nicht mehr als innovativ angesehen wird. Allerdings werden durch neue digitale Prozesse oft die Strukturen einer Verwaltung verändert und ein Kulturwandel eingeleitet. Daher sagen wir unseren Kunden auch: „Es ist gut, was ihr macht“, und motivieren sie dazu, auch stolz auf ihre Veränderungsprojekte zu sein, die echten Mehrwert stiften und die Verwaltung nach vorne bringen. 

Was zeichnet die diesjährigen Gewinner des Axians Infoma Innovationspreises aus? 

Weiß: Die Gewinner und Finalisten haben eine ähnliche Zusammensetzung wie im vergangenen Jahr, wobei die drei Projekte sehr unterschiedlich sind. Die Verbandsgemeinde Gerolstein wurde für ihr Projekt einer vorbildlichen interkommunalen Zusammenarbeit im Kontext der Digitalisierung ausgezeichnet. Der Kreis Viersen hat mit seinem Projekt „Open-Space-Büro“ eine Vision für eine neue Arbeitswelt entworfen und damit innovative Maßstäbe gesetzt. Mit Bobenheim-Roxheim haben wir eine sehr kleine Gemeinde ausgezeichnet, die für ihre Größe einen sehr umfangreichen Modernisierungsprozess durchgemacht hat. 

Welchen Effekt hat der Wettbewerb auf andere Kommunen? 

Schmelzeisen: Wir nehmen wahr, dass die Projekte der Gewinnerkommunen von anderen oft als Blaupause genutzt und die Preisträger auch zum Teil kontaktiert werden, um von deren Erfahrungen zu lernen.

Lesen Sie den ganzen Roundtable in der innovativen Verwaltung 1-2/2020.

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