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20.10.2020 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Digtalisierung in Kommunen ist eine Typfrage

Autor:
Anja Schüür-Langkau
1:30 Min. Lesedauer

Kommunen setzen bei der Digitalisierung unterschiedliche Ziele und Prioritäten. Öfit und KGSt haben in einer aktuellen Studie vier Typen identifiziert.

Die kommunale Landschaft in Deutschland ist heterogen. Das spiegelt sich auch beim Thema Digitalisierung wider. Insgesamt entwickeln immer mehr Kommunen umfangreiche Digitalisierungsstrategien, nutzen die Digitalisierung im Sinne eines Smart City- oder Smart Region-Ansatzes für mehr Gemeinwohl und arbeiten dabei eng mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie mit den örtlichen Unternehmen zusammen. Doch die Strategien, Ziele, Strukturen und Prioritäten unterscheiden sich zum Teil erheblich. 

Vier Digitalisierungstypen

Das Kompetenzzentrum öffentliche IT (Öfit) und die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) haben die prioritären Digitalisierungsziele von rund 400 Kommunen ausgewertet und unterscheiden in der Kurzstudie "Digitale Kommune: Eine Typfrage?" vier Kommunen-Typen:

  • Die Bedächtigen legen den Fokus auf die Umsetzung rechtlicher Vorgaben und Fördermittel.
  • Die Optimierer priorisieren vor allem Effizienz und Effektivität der Verwaltungsleistungen und -prozesse.
  • Die Serviceorientierten stärken die Attraktivität der Kommune und die Bürgernähe.
  • Die Community Manager entwickeln vor allem die kommunale Daseinsvorsorge weiter und fördern die örtliche Gemeinschaft.

In der Studie wurde zu jedem Typ ein ausführlicher Steckbrief erarbeitet. Dabei nutzt jeder Typ unterschiedliche Lösungsansätze für die Herausforderungen der Digitalisierung wie beispielsweise die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes, die Datennutzung, die Nutzung von Standards wie das Föderale Informationsmanagement (FIM) oder die Qualifizierung und Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

So punkten beispielsweise die Optimierer besonders gut bei der Prozessautomation und setzen am ehesten Bots ein, die Serviceorientierten hingegen nutzen Angebote wie das Föderale Informationsmanagement besonders effektiv. 

Voneinander profitieren

Den Studienverantwortlichen zufolge bieten die unterschiedlichen Stärken der Kommunentypen die Chance, voneinander lernen, eigene Prozesse und Denkweisen zu hinterfragen und gemeinsam "eine wirksame Digitalisierung für ihre örtliche Gemeinschaft" zu erreichen  

Die Studie beschäftigt sich darüber hinaus auch mit der Beteiligung und der Zusammenarbeit mit der örtlichen Gemeinschaft. Hier liege insgesamt noch besonders viel Potenzial.  "Obwohl digitale Möglichkeiten Formen der Zusammenarbeit grundsätzlich erleichtern können, werden weitergehende Open-Government-Ansätze, wie etwa die gemeinsame Erstellung öffentlicher Leistungen mit der örtlichen Gemeinschaft (Co-Creation), erst von sehr wenigen Kommunen erprobt", heißt es in der Untersuchung. 

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