Öffentlicher Sektor will nach und nach in die Cloud
- 19.11.2024
- Verwaltungsmanagement
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Verwaltungen öffnen sich Schritt für Schritt für Cloud-Anwendungen. Eine Studie beleuchtet Vorbehalte, arbeitet Potenziale heraus und gibt Handlungsempfehlungen für den öffentlichen Sektor.
Eine Studie hat Vorbehalte ebenso wie Potenziale der Cloud-Nutzung im öffentlichen Sektor untersucht.
imaginima / Getty Images / iStock
Mit der Einführung der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie (DVS) tritt ein deutlicher Wandel ein: Die öffentliche Verwaltung signalisiert zunehmend Bereitschaft, Cloud-Technologien in ihre IT-Strukturen zu integrieren. Die Studie „Im Spannungsfeld zwischen Innovation und Souveränität: Cloud & die digitale Zukunft der Verwaltung – Der Markt, seine Entwicklungsperspektiven und Entscheidungsstrukturen“ von „Wegweiser Research & Strategy“ und Capgemini untersucht Vorbehalte ebenso wie Potenziale der Cloud-Nutzung im öffentlichen Sektor. Für die Studie wurden im ersten Halbjahr 2024 insgesamt 1.500 betriebliche Stellen, sogenannte Bedarfsträger, befragt. Der Rücklauf lag bei 30 Prozent. Ebenfalls Teil der Befragung waren 44 Cloud-Anbieter.
Zwei Drittel wollen absehbar in die Cloud
Laut den Befragten liegt die Zukunft der IT der öffentlichen Verwaltung in der Cloud. Für 56 Prozent ist die Cloud-Technologie ein wichtiges Thema. Zwei Drittel der Verwaltungen wollen in den kommenden Jahren in die Cloud. Mehr als die Hälfte der Behörden änderten aufgrund des Einflusses der Cloud bereits ihre Digitalisierungsstrategie.
Weiter verdeutlicht die Studie: Souveränität und Sicherheit stehen im besonderem Fokus der Entscheidungsprozesse. Für 57 Prozent der Befragten ist die Datenhoheit Pflicht, für 76 Prozent ist die operative Souveränität ein Muss. Nur 19 Prozent sehen die Nutzung von Open-Source-Software als effektive Maßnahme für digitale Souveränität. Allerdings besitzen 68 Prozent der Institutionen noch keine Cloud-Sicherheitsrichtlinie, nur neun Prozent haben eine solche vollständig implementiert.
Private- und Verwaltungscloud werden präferiert
In Sachen Bereitstellung zeigen die Befragten mit 56 beziehungsweise 53 Prozent eine eindeutige Präferenz für die Private Cloud und die Deutsche Verwaltungscloud. Mit einigem Abstand folgt die Souveräne Cloud mit 34 Prozent vor der Public Cloud mit 23 Prozent.
In die Entscheidungsprozesse rund um Cloud, also etwa Beschaffung und Integration, sind bei 53 Prozent der Bedarfsträger die IT-Abteilung, bei 17 Prozent die Leitungsebene und bei zehn Prozent andere Abteilungen beteiligt. Externe sind mit vier Prozent und die Personalabteilung mit einem Prozent nur selten involviert. Die Cloud-Beschaffung soll, so das Befragungsergebnis, künftig über öffentliche IT-Dienstleister (38 Prozent) und über Rahmenverträge (23 Prozent) erfolgen. Eigene Verträge mit Cloud-Anbietern spielen bisher nur zu 14 Prozent eine Rolle.
Skepsis gegenüber Anbietern der Privatwirtschaft
Die Studie zeigt darüber hinaus die hohen Erwartungen der Befragten an die eigenen IT-Dienstleister und die Skepsis gegenüber Anbietern der Privatwirtschaft. Grundsätzlich wird die Leistungsfähigkeit der Hyperscaler schlechter bewertet als die der öffentlichen IT-Dienstleister. So beurteilen 48 Prozent der Befragten die Cloud-Services öffentlicher IT-Dienstleister als mindestens gut. Nur 34 Prozent sagen das über die Hyperscaler.
Auch in der 45. Sitzung des IT-Planungsrats Mitte November war die Cloud Thema. "Als wichtigen Baustein gemeinsamer Architekturen setzt der IT-Planungsrat in seiner Dachstrategie auf Cloud-basierte, nutzendenorientierte IT-Verfahren", heißt es in einer auf die Sitzung folgende Mitteilung. Ein zentrales Element werde dabei die Deutsche Verwaltungscloud sein, die eine Vielzahl von marktverfügbaren Cloud-Technologien bündele. Sie wurde in der Sitzung als Projekt des IT-Planungsrats bis 2025 finanziell gesichert.