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14.01.2019 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

E-Government braucht mehr Vertrauen

Autor:
Alexander Ebert

E-Government kommt in Europa voran. Zwei von drei Behördendienstleistungen sind bereits online verfügbar. Doch in puncto Sicherheit und Transparenz hapert es noch, zeigt eine EU-weite Studie.


Ob Jobsuche, Kfz-Anmeldung oder Umzugsformalitäten – europäische Regierungen optimieren ihre digitalen Angebote immer weiter. Ihre Verfügbarkeit stieg binnen vier Jahren um 13 Prozentpunkte an. Inzwischen ist ein Reifegrad von 85 Prozent erreicht. 

Zudem zeigt sich: Um allen Menschen in der EU ein effizientes E-Government anbieten zu können, müssen personenbezogene Daten wiederverwendbar sein. Das erfordert Vertrauen in der Bevölkerung. Diese Akzeptanz lässt sich nur gewinnen, wenn die Datennutzung transparent erfolgt. Eine weitere Schwachstelle offenbart ein Cyber-Sicherheitstest von 3.500 öffentlichen Webseiten: Gerade zehn Prozent sind wirklich sicher.

Zu diesen Ergebnissen kommt die englischsprachige Studie "eGovernment Benachmark 2018", die Capgemini im Auftrag der Europäischen Kommission erstellte. Die Untersuchung aus November 2018 beleuchtet den Status der digitalen Transformation der Regierungen Europas. Zudem zeichnet sie auf, inwieweit öffentliche Institutionen die notwendigen Weichen gestellt haben, um ihre E-Government-Ziele zu erfüllen.

Dokument per Smartphone austauschen

Inzwischen sind drei von fünf Leistungen (62 Prozent) nun auch über das Smartphone zugänglich. Bürger und Unternehmen können zunehmend Dokumente digital senden und erhalten (63 Prozent). Über Online-Chats und weitere Kanäle erhalten Anwender Unterstützung, um relevante Informationen leichter zu finden oder Online-Formulare korrekt auszufüllen.

Vertrauen durch Transparenz schaffen

E-Government wird noch effektiver, wenn personenbezogene Daten verwendet werden dürfen – etwa beim Once-Only-Prinzip. Dadurch können Bürger und Unternehmen ihre einmal angegebenen Daten für viele weitere Leistungen nutzen lassen, ohne immer wieder erneut ihre Angaben machen zu müssen. Um dafür das Vertrauen der EU-Bürger zu gewinnen, hatten die EU- und EFTA-Staaten vor einem Jahr Offenheit und Transparenz verabredet. 

In der Praxis zeigt sich laut Studie, dass die Transparenz gerade bei 54 Prozent liegt. Auch müssen öffentliche Verwaltungen in ganz Europa ein angemessenes und lückenloses Sicherheitsniveau garantieren können, allerdings bestanden weniger als zehn Prozent der 3.500 geprüften Webseiten diesen Test.

Deutschland beginnt Aufholjagd

Noch liegt Deutschland beim E-Government-Ländervergleich im Mittelfeld. Allerdings zeichnet sich eine Aufholjagd ab, so Marc Reinhardt von Capgemini. Ein wichtiges Indiz dafür sei die Qualität der deutschen Regierungsvorhaben, die mit 84 Prozent um zehn Prozent besser als der Durchschnitt bewertet wurde.

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