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03.01.2019 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Ehrenamtliche Hilfe für Geflüchtete ist unverzichtbar

Autor:
Alexander Ebert

Rund 1,5 Mio. Menschen flüchteten seit 2015 nach Deutschland – viele jünger als 30 Jahre. Das ist gut für den Arbeitsmarkt. Wie wichtig das Ehrenamt für die Integration ist, zeigt eine neue Studie.

Jeder vierte Flüchtling fand inzwischen Arbeit in Deutschland. In diesem Jahr sollen weitere 100.000 Menschen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan einen Beruf ergreifen. Viele Flüchtlinge fanden den Weg in die deutsche Gesellschaft mit Hilfe ehrenamtlichen Engagements. Agentur für Arbeit und Jobcenter konnten diese Arbeit nicht leisten. Ohnehin beziehen aktuell sehr viele Geflüchtete Grundsicherung. Kurzum: Die Arbeitsmarktintegration wird noch 15 Jahre dauern, bis Flüchtlinge als Gruppe das Niveau anderer Einwanderer erlangen.

Wie sollte die Integration in den Arbeitsmarkt künftig aussehen? Antworten liefert die Bertelsmann-Studie "Ausbildung und Arbeit für Flüchtlinge? – Ohne die Freiwilligen können Sie das vergessen!" Die Untersuchung aus September 2018 basiert auf fünf standardisierten Tiefeninterviews in Potsdam, Hamburg, Augsburg, Dresden und im Schwalm-Eder-Kreis. Beteiligt waren 134 Freiwillige, Flüchtlingskoordinatoren, Sozialarbeiter, Integrationsstellen und Unternehmensvertreter. Die Studie zeigt: Freiwilliges Engagement half Flüchtlingen nachhaltig in den Beruf und bleibt auch in Zukunft unerlässlich.

Praktische Hilfe für Flüchtlinge

Ehrenamtliche begleiten die Geflüchteten oft zur Agentur für Arbeit beziehungsweise zu den Jobcentern. Sie helfen bei der Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen, beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen und begleiten die Bewerber zu Vorstellungsterminen. Das heißt: Freiwillige Helfer sind vor Ort für diese Prozesse oft unersetzlich. Deutschland sollte ihr Engagement besser nutzen.

Integrationspotenziale nutzen

Die Studie bemängelt, dass Arbeitsverwaltungen und Arbeitsmarktforschung diese Leistungen bisweilen unterschätzen oder abwerten. Dabei könne das bestehende System die Beratungs- und sozialpädagogischen Leistungen gar nicht gewährleisten. Notwendig wäre die Entwicklung von Regeln und Routinen in den Arbeitsprozessen aller. Damit ließen sich wertvolle Integrationspotenziale heben. Auch in Unternehmen könnten Mentoren-Programme oder informelle Paten- beziehungsweise Partnerschaften sehr hilfreich sein.

Botschafter für gute Integration gesucht

Weiter seien eine "Kümmerer-Organisation", die die Arbeit koordiniert, Einbeziehung wichtiger Persönlichkeiten der Kommunen als Repräsentanten oder Botschafter des Projektes, stetiger Dialog zwischen Freiwilligen und beruflich Tätigen nützliche Elemente für eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen und staatlichen Strukturen.

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