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26.04.2022 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Online-Artikel

Ehrenamtliches Engagement ist Gold wert

verfasst von: Alexander Ebert

2 Min. Lesedauer
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Die Ehrenamtlichen in Deutschland leisten unbezahlbare Arbeit. Eine aktuelle Studie zeigt für Nordrhein-Westfalen exemplarisch, in welchem Umfang und für was sich Menschen freiwillig engagieren – schon vor dem Krieg in der Ukraine. © © DOC RABE Media / Fotolia
 

Zwischen Freiburg und Flensburg, Düsseldorf und Dresden packen zigtausend Menschen freiwillig an, um das Leid in der Ukraine zu lindern oder Kriegsflüchtlingen hier zu helfen. Das Spektrum ist breit: Es reicht von Hilfstransporten mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten über Geldspenden und Benefiz-Konzerten bis hin zu privaten Wohn-, Transport- und anderen Hilfsangeboten. 

Ehrenamtliches Engagement scheint in diesen Wochen gefragter denn je. Und doch zeigt eine Umfrage am Beispiel Nordrhein-Westfalens, dass längst vor Putins Ukraine-Krieg freiwillige und unentgeltliche Arbeit im Leben vieler Deutscher eine wichtige Rolle spielte.

Die Ehrenamtlichen in NRW leisten freiwillige Arbeit im Wert von vielen Milliarden Euro jährlich. Das geht aus dem "Ehrenamtatlas – So engagiert sich NRW" hervor. Basis dafür ist eine aktuelle Forsa-Umfrage. Befragt wurden rund 10.000 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren. Auftraggeber der Studie ist die Westdeutsche Lotterie GmbH & Co. OHG. Die Daten aus acht NRW-Regionen und allen 53 Landkreisen lassen sich in dem interaktive Ehrenamtatlas anklicken. Die Studie berücksichtigt auch die Corona-Pandemie.

Jährlich 214 Stunden Einsatz

Insgesamt engagiert sich die Hälfte aller Bürgerinnen und Bürger in NRW ab 18 Jahren ehrenamtlich – und das durchschnittlich 214 Stunden im Jahr. Einen Top-Wert in NRW liefert der Hochsauerlandkreis. Dort sind 69 Prozent der Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich unterwegs. In den Bereichen "Wohlfahrt" sowie "Sport und Bewegung" sind mit gut 20 Prozent die meisten Freiwilligen unterwegs, gefolgt von "Arbeit mit Kindern und Jugendlichen" (15 Prozent) sowie "Kunst und Kultur". Der "Umwelt- und Naturschutz" bildet mit sieben Prozent das Schlusslicht. 

19,14 Milliarden Euro jährlich macht der Umfang der ehrenamtlichen Arbeit in NRW laut Studie aus. Ermittelt er auf Grundlage des geplanten Mindestlohns von 12 Euro. "Allein die fast 86.000 ehrenamtlichen Feuerwehrleute in NRW hätten demnach gemeinsam schon eine gute Million Euro verdient – würden sie auch nur für eine Stunde den Mindestlohn erhalten", so die Studie.

Corona bremste Engagement aus

Der Atlas zeigt auf, wie sich das ehrenamtliche Engagement unter der Corona-Pandemie verändert hat: Fast die Hälfte (46 Prozent) der Engagierten bringt demnach seit dem Beginn der Pandemie etwas (22 Prozent) bzw. deutlich (24 Prozent) weniger Zeit für ihr Ehrenamt auf.

Das Ehrenamt wird offenbar nicht durch staatliche Wertschätzung honoriert. Laut Studie fühlt sich fast die Hälfte der Ehrenamtlichen weniger (38 Prozent) oder gar nicht (sieben Prozent) gesellschaftlich wertgeschätzt. 

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