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09.05.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Die Chancen von Bewertungsportalen nutzen

Autor:
Alexander Ebert

Private Arbeitgeber aber auch der öffentliche Dienst werden im Internet lebhaft bewertet. Doch Verwaltungen reagieren darauf sehr selten – und verschenken so wertvolle Chancen.

Vom Urlaubshotel bis zum Restaurantbesuch – viele Angebote werden im Internet von Nutzern bewertet. Auch Arbeitgeber gehören dazu. Adressen wie Kununu oder Glassdoor gelten als zunehmend beliebt und recht vertrauenswürdig. Doch der öffentliche Dienst nutzt diese Plattformen kaum, um seine Institutionen interessant darzustellen. Nur gut sieben Prozent haben derzeit ein Employer-Branding-Profil. Noch seltener finden sich Arbeitgeberkommentare zu Bewertungen; diese Möglichkeit nutzten nicht einmal zwei Prozent der Betriebe der öffentlichen Hand. Die Verwaltungen verschenken hier Chancen.

800 Institutionen des öffentlichen Dienstes untersucht

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Untersuchung "Arbeitgeberbewertungen und Arbeitgeberattraktivität im Spiegel der Mitarbeiter, Bewerber und Auszubildenden". Es handelt sich um eine Benchmark-Studie zwischen dem Öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft von der Hochschule Koblenz und der Königsteiner Agentur. Von Oktober 2017 bis Januar 2018 wurden knapp 800 Institutionen des öffentlichen Dienstes auf Kununu und Glassdoor untersucht – zum Vergleich 78 private Unternehmen.

Bewertungsplattformen attraktiv und recht verlässlich

Welche Relevanz haben die Plattformen? Die Autoren verweisen auf neue Studien, wonach 46 Prozent der Bewerber die Adressen nutzen. "Entgegen der weit verbreiteten Meinung halten 72 Prozent dieser Zielgruppe die Aussagen für verlässlich oder sogar sehr verlässlich". Inzwischen sei nicht mehr die Frage, ob man die Plattformen nutzen sollte, sondern wie.

6.700 Bewertungen aber nur 122 Arbeitgeberkommentare

Laut Studie fanden sich insgesamt fast 6.700 Bewertungen – aber nur 122 Arbeitgeberkommentare. Fraglich sei, ob die Arbeitgeber nichts von den Bewertungen wissen oder nicht wissen, wie sie reagieren sollen, fragen sich die Studienmacher. Immerhin: Wer reagierte, tat dies überwiegend professionell. 93 Prozent bedankten sich, 64 Prozent gingen in ihrem Kommentar inhaltlich auf die Bewertung ein, knapp die Hälfte bot den Bewertenden einen weiteren Dialog an.

Arbeitgeber sollten Kununu und Co. viel wichtiger nehmen

Untersucht wurden auch die Felder "Pro", "Contra" und "Verbesserungsvorschläge" beim öffentlichen Dienst. "Aufgabenvielfalt", "Sicherheit" und "Unternehmenskultur" wurden am häufigsten positiv bewertet. Negativ wahrgenommen wurden Aspekte wie "Führung", "Bürokratie" und "mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten".

Die Studie empfiehlt der öffentlichen Hand, Bewertungsplattformen wichtiger zu nehmen. Wer in Arbeitgeberattraktivität und -kommunikation investiere und die Rekrutierung professionalisiere, müsse sich auch mit den Bewertungen auseinandersetzen. "Die Mitarbeiter und Bewerber tun es auch."

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