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16.07.2019 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Die neuen Geschäftsmodelle der Stadtwerke

Autor:
Alexander Ebert

Viele Stadtwerke stehen unter Strom. Ihr wirtschaftliche Lage gilt als gut, die Aussichten sind vielversprechend. Denn für die Energiewirtschaft eröffnen sich ganz neue Märkte, zeigt eine Studie.


Die Energiewirtschaft vernetzt sich immer stärker mit anderen Industriezweigen. Ein Beispiel dafür ist die Verschmelzung der Automobilindustrie und der Energiewirtschaft beim Thema E-Mobilität. Und Telekommunikationsunternehmen, Paketdienstleister und Wohnungsgesellschaften sind dabei, eine bundesweite Elektroladeinfrastruktur aufbauen.

Zudem übernimmt die Energiewirtschaft inzwischen auch Nebenkostenabrechnung für Mietwohnungen, verkauft Smart-Home-Produkten oder stellt Telekommunikationsdienstleistungen bereit. In der Branche herrscht Aufbruchstimmung: Drei von vier Managern sind mit den Geschäften 2018 zufrieden oder sehr zufrieden. Für 2019 erwarten mehr als 70 Prozent gute oder sehr gute Geschäfte.

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle "Stadtwerkestudie 2019", die von EY und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in Auftrag gegeben wurde. Für die Untersuchung aus Juni 2019 wurden Geschäftsführer und Vorstände von insgesamt 172 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den Stichworten Sektorenkonvergenz und Digitalisierung befragt.

Transformation als Chance

Die Verschmelzung von Industriezweigen wird dabei als Chance eingestuft. Die größten Synergiepotenziale liegen der Studie zufolge in der Annäherung von Wohnungswirtschaft, Technologie- und Telekommunikations-Sektor. Dadurch eröffnen sich Chancen, vor allem in der dezentralen Stromerzeugung, dem Smart Metering und der Elektromobilität.

Aussicht auf neue Geschäftsfelder

Zu den weiteren wichtigen Ergebnissen der Studie zählt: Stadtwerke und Energieversorger sehen sich zukünftig etwa als umfassende Plattformbetreiber im Betrieb von Smart-Meter-Gateways, der Ladeinfrastruktur oder im Gebäudemanagement. Entwicklungspotenziale sieht die Studie auch in Telekommunikations-Dienstleistungen, Quartierskonzepten sowie bei Smart-Home-Ansätzen.

Gewaltige Herausforderungen

Bei aller Euphorie – die Studie zeigt auch Risiken auf. Das Tempo sei enorm, die Digitalisierung ganzer Wertschöpfungsketten stelle alle Beteiligten vor gewaltige Herausforderungen. Zudem seien noch mehr Marktakteure aus anderen Branchen in der Energiewirtschaft zu erwarten. Dem müsse mit agilen sowie innovationsfördernden Unternehmenskulturen begegnet werden.

Im Prinzip, so die Studie weiter, bringen die Stadtwerke alle Voraussetzungen mit, um im Wettbewerb bestehen zu können. Entscheidend sei, dass ihnen der notwendige finanzielle Spielraum gelassen werde, um in die Zukunft investieren zu können.

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