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26.07.2022 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Online-Artikel

Dem chronischen Fachkräftemangel in der Verwaltung entgegenwirken

verfasst von: Alexander Ebert

2 Min. Lesedauer
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Bis 2025 fehlen im öffentlichen Sektor mehr als 765.000 Fachkräfte. Bis 2030 wächst die Lücke auf eine Million an. Eine aktuelle Studie macht zehn Vorschläge, wie sich der Personalmangel abmildern ließe.

Ob im Bauamt, im EDV-Bereich oder im städtischen Kindergarten – in fast allen
deutschen Kommunen fehlen schon heute Fachkräfte. In den kommenden Jahren wird die Personallücke noch deutlich größer. Laut einer Prognoserechnung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC werden bis 2030 eine Million Fachkräfte im öffentlichen Sektor fehlen. 

Um dem entgegenzuwirken hat PwC Handlungsempfehlungen
zusammengestellt und schlägt in der Studie "Fachkräftemangel im öffentlichen Sektor" zehn Lösungsansätze vor, die der Studie zufolge bis zu 610.000 Fachkräfte bringen. Die Analyse basiert nach PwC-Angaben auf Daten der Bundesagentur für Arbeit, des Statistischen Bundesamtes sowie auf Modellierungen der Wirtschaftsforschungsinstitute WifOR Institute und Prognos. Zwei Fragen standen im Fokus: Wie wird sich der Fachkräftemangel bis zum Jahr 2030 entwickeln und und wie lässt er sich wirkungsvoll abfedern?

Mehr Personalangebot schaffen

PWC unterscheidet zwei Strategien. Von den zehn Handlungsempfehlungen zielen fünf darauf ab, die Anzahl der verfügbaren Fachkräfte zu steigern. Konkret gehören dazu flexiblere Renten- und Pensionseintritte, eine Stärkung des Ehrenamts, qualifizierte Zuwanderung, eine Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Sektors, erleichterte Quereinstiege und eine bessere Personalgewinnung.

Beim Renten- und Pensionseintritt etwa gehe es vor allem darum, bestehende Möglichkeiten für mehr Flexibilität stärker zu nutzen und auszuweiten. "In bestimmten Berufsgruppen lassen sich beispielsweise Pensionäre und Pensionärinnen im Sinne eines Reservistenmodells reaktivieren, um bei Bedarf zu unterstützen, etwa als Lehrerinnen und Lehrer, als Polizistinnen und Polizisten oder als Ärztinnen und Ärzte",  so PwC-Experte Volker Halsch. 

Personalnachfrage drosseln

Die weiteren fünf Handlungsempfehlungen zielen auf eine Optimierung der Prozesse ab. Hier geht es PWC darum, die Verwaltungsdigitalisierung zu beschleunigen, die Motivation und Arbeitsfähigkeit zu erhöhen, ausgewählte Dienstleistungen kritisch zu hinterfragen, mehr Self-Services anzubieten und neue Kooperationen mit der Privatwirtschaft einzugehen.

Brücken für Quereinstiege bauen

Weiter empfiehlt PwC, Quereinstiege aus der Privatwirtschaft zu erleichtern. Dazu müsse der öffentliche Sektor Anforderungen stärker auf die tatsächlichen Tätigkeiten zuschneiden sowie die Dauer und Kosten für Umschulungen reduzieren. Auch ließe sich das Image der öffentlichen Verwaltung als Arbeitsgeber deutlich steigern. 

Zudem ließe sich die Verwaltungsdigitalisierung beschleunigen: Die Prozesse müssten schlanker und automatisierter angeboten werden, Gesetze sollten digitaltauglich sein (Beispiel Dänemark) und Govtechs, also innovative Start-up-Unternehmen, müssten gefördert und eingebunden werden. 

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