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17.07.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachgefragt | Onlineartikel | In Kooperation mit:Bund Deutscher Unternehmensberater e.V.

Gesellschaft 5.0: Wie können Bürger von der Digitalisierung profitieren?

Autor:
Dr. Petra Wolf

Um Wirtschaft und Bürger von den Potenzialen der Digitalisierung profitieren zu lassen und gleichzeitig Risiken zu minimieren, ist noch einiges zu tun. Dies zeigt die neue Studie "Gesellschaft 5.0" des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos in Zusammenarbeit mit Capgemini.

Die Studie "Gesellschaft 5.0 – Implikationen der Digitalisierung" konzentriert sich im Gegensatz zu anderen Untersuchungen auf einen chancenzentrierten Ansatz. Dieser zeigt, welche Transformationswirkung die Digitalisierung im Zusammenspiel mit den weiteren Veränderungstreibern Globalisierung, demografischer Wandel und Klimawandel hervorruft. Digitaler Wandel ist schließlich kein rein technologischer oder ökonomischer Fortschritt abseits der Gesellschaft, sondern verändert die Rahmenbedingungen unseres Zusammenlebens. Das Dossier beleuchtet zudem die Auswirkungen auf die vier zentralen Gesellschaftsfelder Arbeit und Einkommen, Migration und Integration, Mobilität und Urbanisierung sowie Alter und Gesundheit, stellt entstehende Gestaltungsspielräume dar und verdeutlicht den Gesamtzusammenhang.

Digitale Infrastruktur als Voraussetzung

Die Autoren identifizieren staatlichen Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen: So ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur eine grundlegende Voraussetzung. Neben dem Zugang zu einem leistungsfähigen Internet sind eine entsprechende Digitalkompetenz sowie eine gewisse Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen vonnöten, um die Chancen der Digitalisierung erfolgreich nutzen zu können. 

Von diesen Chancen profitieren Bürger insbesondere, wenn sie die Souveränität über ihre eigenen Daten besitzen. Zusätzlich wird das etablierte System der öffentlichen Finanzen durch die Digitalisierung vor neue Herausforderungen gestellt. Der Sozialstaat bedarf daher eines "Updates" und muss seine Umverteilungsmechanismen anpassen sowie die Besteuerung von Arbeit und Kapital neu gestalten. Die Finanzierung von Weiterbildungsphasen im Erwerbsverlauf muss für alle Bürgerinnen und Bürger gesichert werden. Die zunehmende Mobilität von Arbeitskräften erfordert eine bessere internationale Vernetzung der Sozialsysteme. Im
Gesundheitsbereich bedarf es neuer Verfahren, um den Nutzen digitaler Gesundheitsanwendungen schnell zu beurteilen und diese in das System zu integrieren. Innovative Verwaltungssysteme und -abläufe müssen gewährleisten, dass staatliche Unterstützung zielgenau organisiert wird und möglichst viele Menschen erreicht. Am Beispiel Integration sind in jüngster Vergangenheit die bestehenden
Defizite besonders deutlich geworden. Die aktuellen politischen Leitplanken adressieren bereits viele dieser Punkte. Entscheidend für die Zukunft ist jedoch eine stärkere Verzahnung der Themen untereinander. Dies kann nur einer umfassenden Allianz aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gelingen.

Dieser Beitrag ist erschienen in der innovativen Verwaltung 6/2018.

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