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21.02.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachgefragt | Onlineartikel | In Kooperation mit: Bund Deutscher Unternehmensberater e.V.

Haben Kommunen ohne Strategie eine Zukunft?

Autor:
Jörg Lennardt

Wirtschaftsförderer müssen viel leisten. Der Spagat zwischen den unterschiedlichen Aufgaben ist riesig und reicht von der Neuansiedlung von Unternehmen über die Fachkräftesicherung bis hin zur Organisation der Weihnachtsbeleuchtung. Ohne Strategie gleicht die viele Arbeit allerdings einem Blindflug.

Nur die wenigsten Kommunen verfolgen eine schlüssige Strategie. Sie hangeln sich nur von Einzelprojekt zu Einzelprojekt. Dabei ist eine Strategie heute so wichtig wie nie, da die Anforderungen an die Kommune immer größer werden. Die Flächen sind knapp, der Standortwettbewerb ist hart und die Fachkräfte erwarten mehr als nur eine gute Bezahlung. Kommunen scheuen die Erarbeitung einer Strategie, da sie einen komplexen Prozess befürchten. Diese Furcht ist aber nicht angebracht. In vier Schritten kann man die Strategie in einem überschaubaren Zeitraum von sechs bis neun Monaten erarbeiten.

In vier Schritten zur Strategie 

Im ersten Schritt wird ein Profil für die Kommune erarbeitet und danach ein Vergleich mit anderen Standorten aufgesetzt. Parallel werden die relevanten Leitbranchen und Wertschöpfungsketten sowie Wissenschafts- und Unternehmensnetzwerke identifiziert. Auf Basis dieser Analyseergebnisse folgt die weitere Konkretisierung. Aus den Ergebnissen werden vier bis fünf spezielle Handlungsfelder für die Kommune abgeleitet und für diese jeweils maximal zwei Projekte definiert und beschrieben. In jedem Projekt müssen die Projektleitung sowie ein konkreter Zeit- und Ressourcenplan festgelegt werden. Des Weiteren erhalten alle Projekte konkrete Ziele, die im Laufe der Strategieumsetzung kontrolliert werden. Diese Projekte und Ziele sind für jede Kommune individuell. Somit ist auch der Strategieprozess ein individuelles Abbild der Kommune. Auf Basis der Analyseergebnisse, Handlungsfelder und festgelegten Projekte wird das Leitbild der Kommune erarbeitet. Erst wenn die Ziele in den Handlungsfeldern und den Projekten definiert sind, kann der finanzielle und personelle Aufwand festgelegt werden. 

Ein Verfahren, das sich bewährt hat, ist es, von Anfang an die Verwaltungsspitze und Politik in den Prozess, zum Beispiel in Form einer Lenkungsgruppe, miteinzubinden. Empfehlenswert ist es auch, einen externen Moderator für die Begleitung des Prozesses einzusetzen, da die Erfahrung zeigt, dass es ansonsten zu sehr subjektiven und zeitaufwendigen, meist nicht zielführenden Prozessen kommt. Mit dieser Vorgehensweise bleibt die Zukunftsfähigkeit der Kommune nicht dem Zufall überlassen!

Dieser Beitrag ist erschienen in der innovativen Verwaltung 3/2018.

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