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27.11.2017 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Investieren in die Zukunft

Autor:
Alexander Ebert

Deutschland geht es gut. Doch das Land zehrt an seiner Substanz. Dabei würden sich öffentliche Investitionen in Bildung, Wohnungsbau und Infrastruktur lohnen, zeigt eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Viele Kinder lernen in schlechten Schulen; jeder zehnte Erwerbstätige ist auf Arbeitslosengeld angewiesen; immer mehr Menschen gehen in Rente. Wenn die Politik Wirtschaftswachstum und Wohlstand für kommende Generationen sichern will, muss sie handeln. Öffentliche Investitionen in Schulen und Straßen, Wohnraum und digitale Infrastruktur von 20 Milliarden Euro pro Jahr würden das jährliche Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach und nach steigern: Bis 2020 um 14 Milliarden Euro, bis 2050 um über 100 Milliarden Euro. 

Die jährlichen Wohlstandsgewinne würden die Investitionskosten bereits nach fünf Jahren übersteigen. Mehr noch: Die Zahl der Arbeitslosen könnte um über 440.000 sinken und der Niedriglohnsektor um fünf Prozent abschmelzen.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Öffentliche Investitionen und inklusives Wachstum in Deutschland" aus November 2017, die die Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegeben hat. Die Ökonomen Tom Krebs (Universität Mannheim) und Martin Scheffel (Universität zu Köln) untersuchten die gesamtwirtschaftlichen, fiskalischen und verteilungspolitischen Effekte öffentlicher Investitionen anhand einer ökonomischen Modellrechnung für die Zeit von 2018 bis 2050.

Mehr Arbeitsplätze durch Investitionen

Woher sollen die Milliarden kommen? Der Staat möge seine Überschüsse nicht für konsumtive Ausgaben und sofortigen Schuldenabbau ausgeben. So ließen sich "mehr als 600.000 zusätzliche Arbeitsplätze und ein um knapp 100 Milliarden Euro höheres BIP bis 2050 schaffen", so die Studie. In dieser Zeit würde die Armutsquote um einen Prozentpunkt schrumpfen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen um knapp 350.000 sinken und die Staatsschulden um rund 150 Milliarden Euro abnehmen. Erste positive Effekte seien ab 2020 zu erwarten. Bis dahin könnten Investitionen in Bildung 150.000 Jobs schaffen und in Infrastruktur weitere 50.000 Jobs bringen.

Bildung stärkster Wachstumsmotor

Als stärksten Sektor identifizieren die Forscher den Bildungsbereich. Mit bis zu 60 Milliarden Euro bis 2050 in diesem Bereich entstehen laut Modell mehr als eine halbe Million Vollzeitkräfte. Zudem würde die geringfügige Beschäftigung sinken. Hier zahlt sich das Geld gleich doppelt aus: Die Studie prognostiziert langfristig ein höheres Bildungsniveau der Bevölkerung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wovon gerade Frauen profitieren. Im Wohnungsbau entstehen rund 94.000 neue Jobs.

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