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21.09.2021 | Verwaltungsmanagement | Studie | Online-Artikel

Digital-Kompetenzen in Deutschland ungleich verteilt

verfasst von: Anja Schüür-Langkau, Alexander Ebert

2:30 Min. Lesedauer
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Bürgerinnen und Bürger verfügen mehrheitlich über digitale Basiskompetenzen, doch das Verständnis der Mechanismen von digitale Anwendungen fehlt, so das Ergebnis einer Studie der Initiative D21. 

Das Internet gehört für die meisten Bürgerinnen und Bürger inzwischen zum Alltag und die Mehrheit nutzt das Internet souverän. So können beispielsweise 87 Prozent problemlos Internetrecherchen durchführen und 93 Prozent mit können ihren Smartphone Nachrichten und Fotos versenden. 

Auch mit komplexeren Anwendungen kommen bestimmten Gruppen wie zum Beispiel den höher Gebildeten und den Jüngeren relativ gut zurecht. Insgesamt aber hapert es an der sogenannten Verständniskompetenz. Das bedeutet, dass die Zusammenhänge und die dahinterstehenden Mechanismen von digitalen Anwendungen und Geräten oft nicht verstanden werden.  So  sind nur 61 Prozent der Bürgerinnen und Bürger nach eigener Einschätzung in der Lage, seriöse von unseriösen Nachrichten unterscheiden.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Digital Skills Gap" der Initiative D21 – eine Sonderauswertung des D21-Digital-Index 2020/2021, durchgeführt von der ITM Beratungsgesellschaft mbH. Die Studie untersucht die digitalen Kompetenzen der deutschen Online-Bevölkerung ab 14 Jahren. Im Juli 2020 wurden dafür 2.038 Personen befragt.

Bildung und Alter entscheidet

Beim Aufbau dieser "Verständniskompetenz" sehen die Studienverantwortlichen den größten Handlungsbedarf, wobei diese vor allem vom Bildungsgrad abhänge. Über 60 Prozent der Menschen mit hoher Bildung könnten sich selbst Wissen aneignen, 54 Prozent trauten sich auch zu, anderen zu helfen. Schon im mittleren Bildungssegment halbierten sich die diese Werte. 

"Diese Entwicklung ist eine der möglichen Gründe für das sogenannte "Innovativeness-Needs-Paradox". Dieses besagt, dass soziökonomisch schlechter Gestellte potenziell am meisten von Innovationen profitieren könnten, diese jedoch als letztes nutzen. Dadurch entsteht wiederum die Gefahr, dass sich die digitale Spaltung weiter vergrößert – dem muss durch Stärkung individueller und institutioneller Kompetenzen entgegengewirkt werden, um Benachteiligung zu verhindern und (digitale) Teilhabe zu ermöglichen bzw. zu fördern", so eine Empfehlung der Studie. 

Datenschutzkompetenzen sind ausbaufähig

Die gleiche Problematik sei auch beim Thema Datenschutz zu finden. Während sich die digital-affinen Bürgerinnen und Bürger ihre Daten relativ gut schützen, seien die weniger digital affinen Bürgerinnen und Bürger hierzu oft nicht in der Lage. 

Doch Datenschutz ist auch altersabhängig. Während nur knapp 40 Prozent der über 70-Jährigen angeben, ihre Datenschutzeinstellungen zu beherrschen, sind es bei den 14-29-Jährigen fast 90 Prozent. Im Vergleich dazu geben nur ein Drittel der gering gebildeten Onlinerinnen und Onliner älter als 65 an, die Datenschutzeinstellungen ihrer Apps verwalten zu können  Die Studienverantwortlichen raten daher dazu, die Maßnahmen im Verbraucherschutz sowie von Unternehmensseite zu verstärken. 

Handlungsempfehlungen 

Auf Basis der Ergebnisse formuliert das D21-Netzwerk folgenden Empfehlungen: 

  • Es braucht konkrete und messbare Ziele für Kompetenzen der BürgerInnen in einer digitalen Welt. 
  • Digitale Kompetenzen sollten als Querschnittsthema in allen Bereichen des formalen wie informellen Lernens vermittelt werden über alle Lebensabschnitte hinweg. 
  • Digital eher Abseitsstehende sollten mit niedrigschwelligen, barrierearmen Angeboten abgeholt werden, die sich auf ihre Lebenswelt beziehen und einen klaren Nutzen für sie aufzeigen. 
  • Die Vermittlung digitaler Kompetenzen muss sich sehr viel stärker auf „Verständniskompetenzen“ konzentrieren, da Anwendungskompetenzen bereits in der Bevölkerung größtenteils vorhanden sind. Problemlösekompetenzen sollten dabei im Fokus stehen.
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