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15.03.2017 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

"Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem"

Autor:
Anja Schüür-Langkau
Interviewt wurde:
Klaus Vitt

ist Staatssekretär im Bundesministerium des Innern und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik.

Digitalisierung des Asylverfahrens, IT-Konsolidierung des Bundes, Netze des Bundes und Cyber-Sicherheit sind die Themen, die bei Staatssekretär Klaus Vitt, Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik auf der Agenda stehen. Interview erläutert er Details.

Herr Staatssekretär, Sie sind jetzt seit gut einem Jahr in dieser Position tätig. Wie sieht Ihr Resümee aus?

Klaus Vitt: Als ich diese Aufgabe neu übernommen habe, habe ich mir vier Schwerpunkte vorgenommen: die Digitalisierung des Asylverfahrens, die IT-Konsolidierung des Bundes, die Netze des Bundes und die Cyber-Sicherheit. Das erste Thema, die Digitalisierung des Asylverfahrens, haben wir sehr erfolgreich umgesetzt. Damals ging es darum, dass viele Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und wir beim Prozess des Asylverfahrens erhebliche Schwierigkeiten hatten, vor allem hinsichtlich hoher Aufwendungen und redundanter Datenerfassung. Das haben wir im Rahmen eines Koordinierungsprojektes mit dem IT-Planungsrat sehr gut in den Griff bekommen. Das zeigt, wenn man ein konkretes Ziel hat, sehr konsequent daran arbeitet und sich auf das Wesentliche konzentriert, kann man in der öffentlichen Verwaltung viel bewegen. Ich bin mit den Ergebnissen, die wir in diesem kurzem Zeitraum erreicht haben, sehr zufrieden.

Welche weiteren Schritte wurden beim Thema Digitalisierung des Asylverfahrens schon umgesetzt?

Wir haben ein zentrales Kerndatensystem aufgebaut, in dem alle Daten gespeichert werden, und dann den Registrierungsprozess digitalisiert. Das heißt, zu Beginn des Prozesses werden alle Daten erfasst, die für den gesamten Prozess benötigt werden, inklusive des Fingerabdrucks. Dieser wird inzwischen ebenfalls zentral abgespeichert. Danach haben wir die wesentlichen Schnittstellen zu den landespezifischen und kommunalen Systemen implementiert. Jetzt geht es darum, weitere Schnittstellen zu entwickeln, um den gesamten Prozess zu digitalisieren.

Bei der Digitalisierung der Verwaltung insgesamt liegt Deutschland im internationalen Vergleich, vor allem, was die skandinavischen Länder betrifft, noch etwas zurück.

Das haben Sie sehr vornehm umschrieben. Bei der Digitalisierung der Verwaltung haben wir ziemlichen Nachholbedarf. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Insgesamt haben wir in Deutschland für die verschiedenen Bürger- und Unternehmensanliegen sowohl auf kommunaler als auch auf Landes- und Bundesebene schon recht gute Einzellösungen, aber keinen einheitlichen Stand, wie beispielsweise in Dänemark oder Österreich. Jetzt muss es uns gelingen, diese einzelnen guten Lösungen so zu verbreitern, dass wir bei der Digitalisierung der Verwaltung flächendeckend besser werden.

Erschwert die föderale Struktur in Deutschland diesen Prozess?

Sie ist eine Erschwernis, aber kein Grund, warum wir so weit zurückliegen. Die föderale Struktur ist gegeben und unsere Aufgabe ist es, trotzdem in der Digitalisierung deutlich voranzukommen.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Klaus Vitt in der innovativen Verwaltung, Ausgabe 3/2017.

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