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08.10.2019 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Wie Kommunen kreativer werden

Autor:
Alexander Ebert

Herausforderungen wie Klimawandel oder Digitalisierung erfordern innovative und kreative Lösungen. Eine Studie für Baden-Württemberg zeigt, wie sich Kommunen aufstellen müssen, um diese zu meisten. 

Ob Mobilitätswende, Klimawandel oder digitale Transformation: Um die Zukunft meistern zu können, sind innovative und kreative Lösungen in den öffentlichen Verwaltungen von Kommunen und Landkreisen gefragt. Denn das Leben der Bürgerinnen und Bürger spielt sich dort ab, wo sie wohnen, arbeiten oder ihre Kinder zur Schule gehen.

Innovative Strukturen fehlen

Dabei haben Größe oder Finanzkraft der Verwaltung keinen Einfluss darauf, wie innovativ die Kommune oder der Landkreis ist. Vielmehr mangelt es unter anderem an Rahmenbedingungen wie innovationsförderliche Strukturen, eine klar definierte Strategie und Prozesse im Umgang mit Innovationen, eine Innovationskultur sowie entsprechende Kompetenzen bei den Führungskräften.

Zu diesen zentralen Erkenntnissen kommt das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in seiner Studie "Innovation und Digitalisierung in den Kommunen und Landkreisen Baden-Württembergs". Die Studie basiert unter anderem auf einer Online-Befragung von 104 Kommunen, und 26 Landkreisen, die zum Jahresbeginn durchgeführt wurde. Die Untersuchung aus August 2019 versteht sich nicht als repräsentativ fürs Ländle; die Daten seien aber durchaus aussagekräftig. 

Herausforderungen erkannt

Laut Studie haben die baden-württembergischen Kommunen und Landkreise erkannt, dass sie ihre Verwaltungsprozesse und Strukturen neu gestalten müssen, damit sie ihre Daseinsvorsorge auch in Zukunft sicherstellen können. Allerdings hapert es in der Praxis, so die Autorinnen Veronika Prochazka und Nathalie Wingartz. 

Deshalb sollten die Verwaltungen an verschiedene Stellschrauben drehen: Entwickeln einer Vision und einer entsprechenden Strategie für die Daseinsvorsorge der Zukunft, die Arbeitsorganisation darauf auslegen, in Innovationsprojekten zu arbeiten und dafür die Strukturen und Abläufe schaffen sowie innovationsförderliche, offene Organisationskulturen mithilfe von konkreten Formaten unterstützen.

Externes Wissen anzapfen

Die Studie ermittelte drei kommunale Innovationstypen:

  • die Gehemmten, 
  • die entspannten Realisten 
  • und die klammen Macher. 

Für alle gilt: Verwaltung sollten nicht im eigenen Saft schmoren, sondern über den Tellerrand schauen. Dazu gehöre, externe Akteure wie die Zivilgesellschaft, regionale Unternehmen, die Kreativwirtschaft oder die Wissenschaft strukturiert in Innovationsprozesse einzubinden. "Wissens- und Erfahrungsaustausch über die eigenen Verwaltungs-, Landes- und Bundesgrenzen hinaus gehört zu den wesentlichen Innovationstreibern", so Prochazka.

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