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04.02.2020 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Deutschland muss den Reset-Knopf drücken

Autor:
Alexander Ebert
2 Min. Lesedauer

Die digitale Welt spurtet Deutschland davon. Staat, Wirtschaft und Gesellschaft müssen dringend aufholen. Der IT-Branchenverband Bitcom macht mit seiner Digitalstrategie 2025 hierzu Vorschläge. 

"Last Call Germany" nennt Bitcom sein aktuelles Papier aus Januar 2020. Demzufolge fällt Deutschland international immer weiter zurück. So lägen die Pro-Kopf-Ausgaben für IT hierzulande bei 909 Euro bei einem Plus von jährlich um zwei Prozent. In den USA seien es 1900 Euro bei vier Prozent Wachstum. Deutschland brauche einen Neustart in Sachen Digitalisierung. Die Bitcom-Digitalstrategie 2025 benennt vier  Handlungsfelder für den Reset.

Digital by design 

Erstens sei der Staat sei als Leitanwender gefordert, seine Verwaltung von Grund auf umzubauen. Staatliche Strukturen und Prozesse müssten "digital by design" sein, also von vornherein digital gedacht werden. Um Zeitdruck aufzubauen, sollten die analogen Verfahren mit einem Verfallsdatum versehen und damit beendet werden. Als Handlungsempfehlungen schlägt Bitcom vor, das Once-Only-Prinzip zu verankern. Voraussetzung hierfür sei, die Register gesetzlich geregelt zu modernisieren.

Zweitens müsse die Verwaltungsausbildung und -kultur modernisiert werden: Digitale Lehrinhalte sollten in die Aus- und Weiterbildung von Behördenmitarbeitern einfließen. Die Verwaltung müsse sich mit Blick auf guten Nachwuchs als attraktiver Arbeitgeber zeigen. Zudem schlägt Bitcom vor, die Schriftformerfordernisse abzubauen, sie sollten nur noch ausnahmsweise gefordert werden. Auch bräuchten Kommunen mehr Freiräume, um bei der Anwendung von Bundesrecht zum Beispiel auf Unterschriften verzichten zu können (Experimentierklausel).

Erstklassige Infrastruktur wichtig

Die dritte Empfehlung lautet: Deutschland braucht erstklassige digitale Infrastrukturen: performante glasfaserbasierte und mobile Datennetze, intelligente Verkehrs- und Energienetze und leistungsfähige digitale Netze in smarten Städten und Gemeinden, Verwaltungen, Sicherheitsbehörden sowie Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Die öffentliche Hand müsse kräftig investieren und private Investitionen fördern. 

Im Bildungsbereich müsse der Bund bundesweite Mindeststandards setzen. Die Schulen sollten dort unterstützt und verpflichtet werden, wo sie diese Mindeststandards nicht erfüllen. Weiterbildungen und andere Kompetenzen sollten stärker gesellschaftlich und finanziell gewürdigt und anerkannt werden. 

Viertens fordert Bitcom einen neuen, ganzheitlichen Ansatz für Wirtschaft und Gesellschaft in der Datenpolitik. Daten seien die Grundlage digitaler Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz und damit auch der Individualmedizin, einer intelligenten Verkehrssteuerung, bedarfsgerechter Bildungsangebote oder der Industrie 4.0. Datenschutz und Dateneinsatz müssten neu ausbalanciert werden.

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