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25.05.2021 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Social Media in der Bürgerkommunikation noch unterrepräsentiert

Autoren:
Alexander Ebert, Anja Schüür-Langkau
2:30 Min. Lesedauer

Wie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister Soziale Medien für ihre öffentliche Kommunikation nutzen, zeigt eine aktuelle Studie aus Baden-Württemberg. 

Über zwei Drittel der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Baden-Württemberg (rund 70 Prozent) nutzen Facebook, Twitter, Whatsapp & Co., um mit den Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren – viele allerdings eher notgedrungen als leidenschaftlich gern.

Diese Ergebnisse ermittelte die Studie "Wie Bürgermeister_innen soziale Medien nutzen" von der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg. Auftraggeber ist die Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Untersuchung aus dem April dieses Jahres basiert auf einer Online-Befragung, an der 373 baden-württembergische Bürgermeisterinnen und Bürgermeister teilnahmen.

Favoriten sind Facebook und Whatsapp

Am meisten genutzt werden Messenger-Dienste wie Whatsapp und Facebook (jeweils rund 80 Prozent). Mit deutlich niedrigeren Nutzungsanteilen folgen Instagram (56 Prozent), Youtube (40 Prozent) und Xing (28 Prozent). Twitter spielt hingegen mit 15 Prozent Nutzung eine untergeordnete Rolle. Der überdurchschnittliche Einsatz von Facebook begründet die Studie mit dem Argument, dass auf diesem Kanal am ehesten potenzielle Wählerinnen und Wähler erreicht würden.

Sowohl Facebook als auch die Messenger-Dienste werden von den meisten Befragten schon seit Längerem genutzt. Der Anteil derjenigen, die länger als fünf Jahre über diese Kanäle kommunizieren, liegt bei 39,6 Prozent (Messenger-Dienste) beziehungsweise 33,5 Prozent (Facebook).

Schnelligkeit und Erreichbarkeit

Insgesamt sind sich die befragten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Besonderheiten der Kommunikation über Soziale Medien durchaus bewusst. Als wesentliche Chancen werden Schnelligkeit und die Möglichkeit, bestimmter Zielgruppen zu erreichen, gesehen. Als Hauptrisiken werden hingegen (öffentliche) Anfeindungen (Shitstorms), rechtliche Unklarheiten und Fake News bewertet. 54 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal persönliche Anfeindungen in der digitalen Welt erlebt zu haben.

Zudem wurde im Rahmen der Befragung erhoben, ob und in welchen sozialen Medien die jeweiligen Gemeinden vertreten sind. Demnach haben Kommunalverwaltungen im Vergleich zu den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern einigen Nachholbedarf. Zwar seien etwa die Hälfte der Verwaltungen bei Facebook vertreten und rund ein Viertel auf Instagram präsent, fast ebenso viele seien jedoch überhaupt nicht in den sozialen Medien aktiv.

Von befragten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister selbst nutzen rund ein Drittel Soziale Medien gar nicht. Als Hauptgründe werden fehlende Zeit, um auf Beiträge zu reagieren, fehlende Kontrolle, zu wenig Ressourcen und rechtliche Bedenken genannt.  

Kanäle für den Bürgerdialog nutzen

Insgesamt ist der Anteil der Sozialen Medien an der Gesamtkommunikation noch relativ niedrig. Rund die Hälfte der Befragten schätzt den Anteil auf rund zehn Prozent ein, ein Drittel rechnet mit einem Anteil von bis zu 30 Prozent. Dennoch sollte die Bedeutung von Social Media für die Bürgerkommunikation nicht unterschätzt werden, so ein Fazit der Studie. Denn Bürgerinnen und Bürger würden erwarten, über Entscheidungen und Entwicklungen proaktiv und kontinuierlich informiert zu werden, und zwar über die Kanäle, die sie selbst nutzen.

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