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06.04.2020 | Verwaltungsmanagement | Nachgefragt | Onlineartikel | In Kooperation mit: Bund Deutscher Unternehmensberater e.V.

Nachgefragt: Kann nachhaltige Flächenentwicklung durch eine digitale Darstellung verbessert werden?

2 Min. Lesedauer

Das Thema nachhaltige Flächenentwicklung hat spätestens seit Greta Thunberg und "Fridays for Future" jeder auf dem Schirm. Trotz zahlreicher Ansätze ist es bisher nicht gelungen, den Flächenverbrauch ökologisch wertvoller Gebiete in Deutschland nachhaltig zu reduzieren. Gleichzeitig verfügen Städte und Gemeinden über große innerstädtische Entwicklungspotenziale, die schnell bebaut werden könnten. 

Dem Thema Innenentwicklung wurde bislang noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Im Durchschnitt liegt in jeder Stadt und in jeder Gemeinde mindestens das Potenzial eines neuen Entwicklungsgebietes brach. Diese Baupotenziale werden in der Kommune von verschiedenen Fachabteilungen verwaltet. Stadtplanung, Liegenschaftssamt, Bauamt, Wohnungsamt, Wirtschaftsförderung und Grünflächenamt. Jede Abteilung verfügt über eigenes Datenmanagement, oft in unterschiedlichen Formaten. Eine Aktivierung der tatsächlichen Baupotenziale und eine ganzheitliche Entwicklung werden so verhindert. Den Städten sowie Gemeinden fehlen die Gesamtübersicht und die Datenhaltung. Und: Es stehen oft keine digitalen Instrumente zur Verfügung, um diese Entwicklungspotenziale zu identifizieren, zu digitalisieren und zu aktivieren.

Digitale Sichtbarkeit erhöhen

Wenn diese Entwicklungspotenziale identifiziert sind, geht es vor allem darum, sie im Digitalmarkt sichtbar zu machen. Heute werden mehr als 70 Prozent aller Suchanfragen nach Immobilien nur noch über Google platziert. Anstatt erst die Webseite eines Immobilienportals aufzurufen, wählt der Interessent den direkten Weg und sucht bei Google beispielsweise nach "Gewerbegrundstück kaufen in XY". Ohne eine moderne digitale Präsentation gibt es keine Sichtbarkeit im Digitalmarkt - also Google. Viele Kommunen präsentieren Flächen- und Immobilienangebote als PDF-Dokument auf der kommunalen Webseite. Google kann das PDF-Format allerdings nicht auslesen und listet deshalb solche Angebote nicht auf. Ganz abgesehen davon, dass Investorinnen und Investoren selten in Unterordnern kommunaler Webseiten nach Angeboten suchen, um eine Fläche oder Immobilie zu finden. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Angebote gefunden werden, ist also gering.

Das Problem: Bereits vorhandene Flächenpotenziale in den Städten und Dörfern werden oft nicht gesehen und entwickelt, sondern neue Baugebiete auf der grünen Wiese umgesetzt. Die Konsequenz daraus ist, dass jeden Tag in Deutschland 60 Hektar, also rund 85 Fußballfelder, neu und oft unnötig versiegelt werden. Hier sind Städte, Gemeinden und die Länder gefordert, schnell Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Der Beitrag erschien in der innovativen Verwaltung 4/2020.

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