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17.10.2016 | Verwaltungsmanagement | Nachgefragt | Onlineartikel | In Kooperation mit: Bund Deutscher Unternehmensberater e.V.

Nachgefragt: Wie trägt Mobilitätsmanagement zur Kosteneffizienz bei?

Wir erleben im Verkehrsbereich zurzeit einen fundamentalen Umbruch: Die Mehrheit der Bürger strebt eine flexiblere und nachhaltigere Mobilität an, die sich nicht mehr auf ein Verkehrsmittel konzentriert, sondern davon lebt, unterschiedliche Verkehrsmittel – mal einzeln, mal kombiniert – zu nutzen. Moderne Mobilität soll aus Kundensicht einfach, bequem und preiswert sein. Mit Blick auf die stetig wachsende Verkehrsleistung, die zunehmenden Emissionen, die Lärmbelastung und die schwer aufrechtzuerhaltende Finanzierung ist der Handlungsbedarf der Städte und Gemeinden enorm. Sie stehen vor der großen Herausforderung, mehr Mobilität mit weniger Autoverkehr zu ermöglichen.
Mobilität für alle Bürger täglich sicherzustellen kostet viel Geld. Die Instandhaltung und Ausweitung des Straßennetzes oder der alltägliche Betrieb öffentlicher Verkehrsmittel sind nur zwei prominente Beispiele für die Kostenintensität des Verkehrs. Mit rund 4 Milliarden Euro fließen jährlich etwa 20 Prozent des verfügbaren Budgets aus den kommunalen Haushalten in die Finanzierung des Verkehrs. Berücksichtigt man zusätzlich die Investitionen des Bundes und der Länder, steigen die Ausgaben auf über 10 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Zahlen und das Wissen um die knappen finanziellen Mittel der Kommunen verdeutlichen, dass Ansätze zur Steigerung der Kosteneffizienz des Verkehrs dringend benötigt werden. Während weitgehend bekannt ist, dass Mobilitätsmanagement einen Beitrag zur Umweltfreundlichkeit des Verkehrs leistet, gehört es bis dato nicht zum Common Sense, dass damit auch signifikante Kostensenkungen im Verkehrssektor erreicht werden können.
Im Auftrag des Zukunftsnetzes Mobilität NRW wurde aktuell ein Handbuch erarbeitet, das genau diese Lücken schließt und die Kosteneffizienz des Mobilitätsmanagements für die kommunale Praxis beleuchtet. Überraschend dabei: Der Kostendeckungsgrad des vielgescholtenen und als defizitär geltenden öffentlichen Personennahverkehrs ist besser als der des Autoverkehrs. Durch den Pkw verursachte Umwelt- und Sozialkosten belasten die Kommunen langfristig in stärkerem Maße, als es die direkten Ausgaben vermuten lassen. Um das Mobilitätsmanagement effizient zu verankern, sollte ein Mobilitätsmanager als eine Art Lotse die fachliche und ökonomische Steuerung in der kommunalen Verwaltung übernehmen. Fazit: Kommunales Mobilitätsmanagement bewegt die Bürger, ist modern, zukunftsweisend und bietet jede Menge Potenzial zur nachhaltigen Schonung der Stadtsäckel. 

Autor: Jörg, Sarnes, mobilité Unternehmensberatung

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