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01.11.2017 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Nationaler Kraftakt für mehr ganztägiges Lernen

Autor:
Alexander Ebert

 3,3 Millionen neue Ganzstagsplätze in Schulen sind nötig, um 80 Prozent der Schüler betreuen zu können. Das kostet rund 17,8 Milliarden Euro jährlich, so eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Aktuell verfügen 40 Prozent aller Schüler über einen Ganztagsplatz in der Schule. Aus Sicht der Eltern ist das viel zu wenig. Über 70 Prozent wünschen sich, dass ihren Kindern ganztags in der Schule betreut werden. Würde der Staat dem Bedarf bis zum Jahr 2025 Rechnung tragen, fielen 15 Milliarden Euro Investitionen in Gebäude an. Hinzu kämen 2,8 Milliarden Euro für Personal: 31.400 zusätzliche Lehrer sowie 16.200 pädagogische Fachkräfte wie Erzieher und Sozialpädagogen.

Diese Zahlen nennt die Bertelsmann-Stiftung in ihrer aktuellen Studie "Gute Ganztagsschule für alle – Kosten für den Ausbau eines qualitätsvollen Ganztagsschulsystems in Deutschland bis 2030" aus Oktober 2017. Die Berechnungen erfolgten in Zusammenarbeit mit dem Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Klemm. Den qualitativen Rahmen des Ganztags übernahmen die Autoren aus den Empfehlungen der empirischen Studie "Mehr Schule wagen" aus Mai 2017.

Qualitätsschule im Ganztag nicht zum Null-Tarif

Will der Staat bis 2030 allen Schülern den Ganztag anbieten, muss er sogar 5,2 Millionen zusätzliche Plätze schaffen. Doch egal, ob Ganztag für 80 Prozent aller Schüler bis 2025 oder 100 Prozent bis 2030 – der jährliche Zuwachs würde mehr als 300.000 Plätze bedeuten. Das heißt, dass die aktuelle Ausbau-Dynamik verdoppelt werden müsste. Den einmaligen Investitionsbedarf für den Um- und Ausbau von Ganztagsräumen in Schulen bis 2025 beziffert die Studie auf etwa 15 Milliarden Euro, für eine Vollversorgung auf 20 Milliarden Euro.

Hinzu kommt das Personal. Eine Versorgung von 80 Prozent aller Schüler bis 2025 erfordert laut Studie 47.600 zusätzliche Pädagogen, die Vollversorgung bis 2030 sogar 72.600 Fachkräfte. Neben dem Finanzbedarf nennt die Studie eine weitere Hürde: Da steigende Schülerzahlen bereits in erheblichem Umfang zusätzliche Lehrkräfte allein zur Unterrichtsversorgung erforderlich machen (2025: 29.500 Vollzeitstellen, 2030: 54.600 Vollzeitstellen), stellt der Ganztagsausbau das System der Lehrerbildung vor eine zusätzliche Herausforderung.

Rechtsanspruch auf Ganztagsschulplatz schaffen

Der Ganztagsausbau ist von den Eltern gewollt, pädagogisch geboten und finanziell machbar, so die Studie, die einen nationalen Kraftakt für gute Ganztagsschulen empfiehlt. Bund, Länder und Gemeinden könnten die nötigen Investitionen nur gemeinsam stemmen. Als Anschub könnte die Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsschulplatz dienen; dieses Instrument habe auch den Kita- und Krippenausbau so richtig ins Rollen gebracht, so die Studie.

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