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13.07.2021 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Wo KI der öffentlichen Verwaltung heute schon hilft

Autor:
Anja Schüür-Langkau
2 Min. Lesedauer

Künstliche Intelligenz leistet der öffentlichen Verwaltung schon heute wertvolle Dienste. Wichtige Einsatzbereiche sind Fremdsprachenübersetzungen sowie das Thema leichte Sprache, so eine Studie des NEGZ.

Mit dem Thema Künstlicher Intelligenz (KI) werden in der öffentlichen Verwaltung viele Hoffnungen verknüpft. Denn die Automatisierung von Verwaltungsaufgaben verspricht mehr Effizienz. Diese ist notwendig, da die Verwaltung angesichts des drohenden Fachkräftemangels vor der Aufgabe steht, ihre Services mit weniger Personal aufrechtzuerhalten.

"Allerdings sind die Möglichkeiten der KI durchaus beschränkt. Sie beziehen sich meist nur auf eine bestimmte Aufgabe und die entsprechenden Systems müssen mit einer großen Zahl an Daten trainiert werden, die sich auf eine bestimmte Fähigkeit beziehen", dämpft das National E-Government Zentrum (NEGZ) in ihrer Kurzstudie "Übersetzung und Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung" zu hohe Erwartungen.

Grenzen der KI

KI sei weit davon entfernt, Verwaltungsaufgaben selbstständig zu übernehmen, das heißt, sich selbst Ziele zu setzen und danach zu handeln. "Einfach gesprochen könnte man sagen, das ein KI-System, das einen Hund erkennt, deshalb noch keine Katze erkennen kann,“ zitieren die Studienautorinnen und -autoren aus dem "Handbook of Reasearch on Machine Learning Applications" von 2009.

Die Kurzstudie basiert auf den Ergebnissen eines zweitägigen NEGZ-Workshops zum Thema Übersetzung und künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung, am dem Expertinnen und Experten aus Verwaltung, der Informatik und der Technologieentwicklung beteiligt waren.

KI-basierte Fremdsprachenübersetzung

Die Übersetzung von Fremdsprachen mithilfe Künstlicher Intelligenz gewinnt der Studie zufolge durch Trends wie die Globalisierung und den europäischen Einfluss auf das deutsche Verwaltungsrecht an Bedeutung. Dabei identifiziert die Studie folgende Chancen und Risiken:

Chancen  

Risiken

Gesteigerte Effektivität   

Linguistische Komplexität der Sprache

Kosteneinsparungen   

Teilweise unzureichende Trainingsdaten  

Abbau von Sprach- und Kommunikationsbarrieren

Steigerung der Inklusion

Verbesserte Qualität durch künstliche neuronale Netze

Zu beachten seien Qualitätskriterien wie Richtigkeit, Klarheit und Verständlichkeit, Einheitlichkeit, Aktualität, Datenschutz, IT-Sicherheit und Geheimnisschutz. Zudem rät die Studie dazu, im Vergabeverfahren um eine automatisierte Übersetzung folgende Kriterien zu berücksichtigen: 

  • Integration in bestehendes Redaktionssystem
  • Umgang mit großen Datenmengen (umfasst alle deutschen Leistungsbeschreibungen)
  • Schnelle Fertigstellung und Aktualisierung bei Veränderungen
  • Gute Qualität der Übersetzungen (flüssige und hochwertige Übersetzung, Text muss dabei jedoch nicht rechtssicher sein)
  • Geringer Pflegeaufwand
  • Minimaler Kostenaufwand
  • Verwaltungsspezifisches Training der Daten um zum Beispiel Terminologien richtig zu übersetzen
  • Möglichkeit zur Veröffentlichung der englischen Texte in verschiedenen Portalen und der Weitergabe an andere Behörden

Leichte Sprache

Weitere Potenziale sehen die Studienverantwortlichen auch bei der automatischen Übersetzung in leichte Sprache. Das Beispiel zeige, "dass man bestehende Technologien auch in den Dienst von sozialen und inklusiven Zwecken stellen kann. Innovationen können auch im Erschließen neuer Anwendungsgebiete liegen."

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