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Erfolgreiche Digitalisierung braucht Kulturwandel

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Eine Kultur, die Digitalisierung fördert, ist ein entscheidendes Erfolgskriterium für eine nachhaltige Transformation der öffentlichen Verwaltung. Das gelingt nur, wenn Führungskräfte die Digitalisierung in der Organisationskultur verankern, so das Ergebnis einer neuen Studie. 

Führungskräfte müssen auch beim Thema Digitalisierung Vorbild sein.


Führungskräfte haben großen Einfluss darauf, ob die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung gelingt. Neben der Technik spielen die Haltung der Beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und und die Organisationskultur eine wichtige Rolle. Erfolgsentscheidend ist, dass die Leitungsebenen Digitalisierung selber lebt und denkt.

Zu diesen Aussagen kommt die Kienbaum-Studie "Erfolgreiche Digitalisierung braucht begleitenden Kulturwandel", die auf einer Online-Befragung von 774 Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung im März 2021 basiert. Knapp die Hälfte der Befragten stammt aus der Kommunalverwaltung, 200 Befragte arbeiten in der Landes- und 70 in Bundesverwaltungen. Die Erhebung wurde in Kooperation mit dem Kommunalen Bildungswerk e.V. und der Hertie School of Governance durchgeführt.

Führung muss Vorbild sein

Mehr als die Hälfte der Befragten sind als Führungskräfte in der Verwaltung tätig. Nach Einschätzung der Studienautoren haben diese bedeutenden Einfluss auf den Erfolg der Digitalisierung. Für rund drei Viertel der Befragten geht die Führungsaufgabe ganz klar mit ihrer eigenen Vorbildfunktion einher. Sieben von zehn Befragten erwarten von einer zukunftsorientierten Führungskraft zudem das Teilen von Wissen und Fähigkeiten. Rund die Hälfte der Befragten erwarten von einer Führungskraft, dass diese sich selbst aktiv fortbildet dieses Wissen auch teilt, Freiräume gewährt sowie mit Fehlern konstruktiv umgeht.

Von den Personalabteilungen wird erwartet, dass sie Entwicklungsangebote machen, systematisch fehlende Kompetenzen und Kapazitäten analysieren und die Digitalisierung der eigenen Personalprozesse konsequent vorantreiben

Ernüchternde Selbsteinschätzung 

Die Einschätzung der Befragten hinsichtlich des Digitalisierungsgrads ihrer Organisation ist ernüchternd. Rund 43 Prozent sind mit dem Digitalisierungsfortschritt ihrer Verwaltung unzufrieden, nur ein Drittel hat überhaupt Kenntnis einer Digitalisierungsstrategie in ihrer Organisation und nur ein Viertel gab an, einen einen Umsetzungsfahrplan für das Onlinezugangsgesetz und andere E-Government-Projekte zu haben. Einer der Hauptgründe ist das fehlende Fachpersonal. Nur 20 Prozent der Befragten schätzen das zur Verfügung stehende IT-Personal als ausreichend ein.

Raum für Entwicklung schaffen

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die organisatorischen Rahmenbedingungen zumeist noch nicht ausreichend vorhanden seien, um digitales Denken und Handeln zu fördern. "Hierarchiefreies Arbeiten, Schaffen von Experimentierräumen und der Einsatz eines agilen Projektmanagements sind im Bewusstsein und in der realen Umsetzung noch nicht flächendeckend angekommen", so das Fazit.

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