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23.04.2019 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Personalmangel in Behörden spitzt sich extrem zu

Autor:
Alexander Ebert
2 Min. Lesedauer

Im öffentlichen Sektor klafft bis 2030 eine riesige Personallücke. 730.000 Beschäftigte werden fehlen. Der Nachwuchsmangel bedroht die Handlungsfähigkeit der öffentlichen Hand, so eine neue Studie.

Gut jeder dritte Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung geht bis 2030 in Rente. Doch der Nachwuchs bleibt aus. In gut zehn Jahren klafft eine Personallücke von über 730.000 Beschäftigten. Davon entfällt jeder Zweite auf die mittlere Führungsebene, die eigentlich Zukunftsprojekte wie Digitalisierung oder Klimaschutz umsetzen soll und deshalb als besonders bedeutsam gilt.

Öffentlicher Dienst wenig attraktiv

Qualifizierter Nachwuchs bleibt aus, weil der öffentliche Dienst von Fachkräften als wenig attraktiv eingestuft wird. Bewerbern fehlt an erster Stelle ein zeitgemäßes Wertversprechen, dann gilt der Karrierepfad als steinig, oft fehlen Aufstiegschancen ganz, auch das Entgelt erscheint häufig als wenig attraktiv.

So lauten zentrale Ergebnisse der neuen Studie von McKinsey & Company mit dem Titel "Die Besten, bitte – Wie der öffentliche Sektor als Arbeitgeber punkten kann" aus April 2019. Für die Untersuchung wurden unter anderem im Frühjahr 2018 165 Führungskräfte des öffentlichen Dienstes aus Kommunen, Ländern und dem Bund befragt. Zudem wertete die Unternehmensberatung aktuelle Personalstatistiken aus Bund und Ländern aus.

Die Besten kommen gar nicht erst

Die Umfrage unter Führungskräften zeigt: Der öffentliche Sektor hat bereits heute Schwierigkeiten, talentierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. 90 Prozent der Befragten schätzen dies als Herausforderung ein. Jeder dritte Befragte räumt ein, dass mittlerweile fast 50 Prozent der Bewerber, die ein Vertragsangebot erhalten, dieses ablehnen. 

Und 77 Prozent der Befragten berichten, dass die besten Studierenden eines Jahrgangs nur selten oder nie in ihrer Organisation anfangen. Das heißt laut Prognose: 2030 werden im öffentlichen Dienst über 400.000 Hochschulabsolventen fehlen – also Beamte in A9 und aufwärts bzw. Angestellte in E9 und höher.

Kulturwandel in Verwaltungen nötig

Was tun? Die Studie nennt sechs Punkte, um die Personalentwicklung im öffentlichen Sektor zu verbessern. Dazu zählen ein überzeugendes Wertversprechen, das den Nutzen für die Allgemeinheit in den Mittelpunkt stellt. Genauso sollten Leistungsträger transparente und attraktive Karrierepfade vorfinden sowie eine inspirierende Arbeitsatmosphäre und attraktive Weiterbildungsmodelle.

Auch täten dem öffentlichen Sektor Impulse aus der Privatwirtschaft gut. Verwaltungen und Unternehmen sollten sich um einen stärkeren Austausch kümmern – etwa durch das gegenseitige Entsenden von Nachwuchsführungskräften. Per Saldo sieht die Studie Führungskräfte in der Verantwortung, Nachwuchs zu rekrutieren und zu entwickeln.

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