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27.08.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Frauen im Top-Management eher die Ausnahme

Autor:
Alexander Ebert

Frauen in Führungspositionen öffentlicher Betriebe finden sich eher selten. Zwar ist ihr Anteil leicht gestiegen. Doch meist arbeiten sie in schlechter bezahlten Branchen, zeigt eine Studie.

Eigentlich will der Öffentliche Dienst als Vorbild vorangehen. Und tatsächlich bekleiden Frauen in Behörden oder deren Unternehmen mehr Top-Positionen als in börsennotierten Unternehmen. Doch auch in den Geschäftsführungen und Vorständen der öffentlichen Unternehmen haben nach wie vor die Männer das Sagen. Frauen repräsentieren im Schnitt nur 18 Prozent der Top-Managementorgane. Damit hat sich ihr Anteil seit 2015 um gut zwei Prozentpunkte erhöht.

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie „Frauen in Top-Managementorganen öffentlicher Unternehmen“ aus 2018 der Zeppelin-Universität Friedrichshafen. Dabei handelt es sich um eine Analyse aus Daten, die im April und Mai 2018 von 69 Städten und 1.529 öffentlichen Unternehmen erhoben wurden.

In Ostdeutschland mehr Frauen in Spitzenpositionen

Relativ frauenfreundlich sieht es dabei im Osten aus. In Gera und Greifswald, Gotha und Rostock bekleiden Frauen etwa jede dritte Top-Position. Schlusslichter mit fünf Prozent oder weniger in Städten mit mehr als zehn Unternehmen sind Kaiserslautern, Essen, Neumünster, Lübeck und Braunschweig.

Die Studie beleuchtet auch die Bundesländer. In Nordrhein-Westfalen haben elf Prozent Top-Management-Jobs, in Rheinland-Pfalz 8,9 Prozent und in Schleswig-Holstein 7,8 Prozent. Besser sieht es schon in Berlin mit 31,5 Prozent, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern (je 24 Prozent) und Thüringen (23,5 Prozent) aus.

In den Männerdomänen wird am besten bezahlt

Im Vergleich von Branchen sind zum Beispiel bei Stadtwerken (5,9 Prozent), in der Abfall-/ Entsorgungswirtschaft (7,9) und im Bereich Verkehr, Öffentlicher Personennahverkehr und Transport (12) deutlich weniger Frauen repräsentiert als zum Beispiel in den Branchen Kultur (22,2), Gesundheit und Soziales (32,3) sowie Krankenhäuser (26,5). Hier wird aber schlechter verdient, wie eine weitere Studie "Top-Managementvergütung öffentlicher Unternehmen" derselben Autoren aus 2018 zeigt. Untersucht wurde die Vergütung von 2.650 Top-Managern aus 1.451 öffentlichen Unternehmen. Bei den Stadtwerken liegt der Durchschnitt pro Kopf bei 228.000 Euro, im Bereich Gesundheit und Soziales bei 88.000 Euro. Der Gesamtdurchschnitt liegt übrigens bei 145.000 Euro.

Autoren sehen "nach wie vor großen Handlungsbedarf" 

Die Zahlen zeigten, so die Autoren Ulf Papenfuß, Christian Schmidt und Florian Keppeler: "Abgeleitet aus den selbst formulierten Zielen" bestehe "in vielen Städten nach wie vor großer Handlungsbedarf in Bezug auf die Repräsentation von Frauen in Führungspositionen kommunaler Unternehmen". Sie liege häufig deutlich unter den politisch formulierten Zielen. Einige Städte gingen zumindest mit gutem Beispiel voran.

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