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06.04.2021 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Plattformkonzept fördert OZG-Umsetzung

Autoren:
Alexander Ebert, Anja Schüür-Langkau
2 Min. Lesedauer

Das Onlinezugangsgesetz soll 2022 umgesetzt sein. Dieses Ziel gilt als Herausforderung für die föderale deutsche Verwaltung. Ein Plattformansatz könnte der Königsweg sein, so eine neue Studie. Plattform_Computer_abstrakt_istock117741558 © 4X-image / Getty Images / iStock

Plattformökosysteme können die Koordination und die Gestaltung der deutschen Verwaltungsdigitalisierung erleichtern. Das ist die Kernaussage der  Kurzstudie "Verwaltung. Digitalisierung. Plattform", die von der Fortiss GmbH, dem Landesforschungsinstitut des Freistaats Bayern für softwareintensive Systeme im Auftrag der Föderaler IT-Kooperation (Fitko) kürzlich veröffentlicht wurde.

Plattform als zentraler Austausch-Ort

Die Digitalisierung der deutschen Verwaltung habe aufgrund ihrer föderalen Strukturen einen besonders hohen Koordinationsaufwand, schreiben die Studienautoren in ihrer Einleitung zur Studie. 

Als Lösung schlägt die Fitko den Ansatz "Government as a Platform" (GaaP) vor.  Das bedeutet, dass Informationen, Werkzeuge und Austauschmöglichkeiten zu Architektur, Komponenten und Schnittstellen der OZG-Umsetzung auf einer zentralen Plattform zur Verfügung gestellt werden. So entstünde ein zentraler Ort für die gemeinsame Gestaltung und Weiterentwicklung. Laut Fitko würde so ein transparenter Rahmen geschaffen und klare Rollen der beteiligten Akteure ermöglicht.

Die Kurzstudie aus dem März 2021 basiert auf einer systematischen Literaturanalyse, einem Workshop sowie sieben Experteninterviews, skizziert, wie ein Plattformansatz für die Digitalisierung der deutschen Verwaltung aussehen könnte und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen. 

Innovative und nutzerfreundliche Lösungen

Mögliche Plattformnutzer wären Bund, Länder, IT-Dienstleister, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Start-ups. "Eine solche Öffnung könnte besonders innovative und nutzerfreundliche Lösungen ermöglichen,"  heißt es in der Studie. Als Beispiel nennen die Autoren die Elster-Plattform, "die durch die Öffnung von Schnittstellen eine Integration von Steuerangelegenheiten in ERP- und Buchhaltungssoftware ermöglicht. Diese nutzerfreundlichen Anwendungen entstanden, ohne, dass sie die Steuerverwaltung selbst entwickeln oder beauftragen musste". Die Autoren geben der Fitko sieben Empfehlungen mit auf den Weg:

  • Offene Standards führen zu Innovation und Skalierung: Bestehende Informationen wie Komponentenbeschreibungen und Schnittstellenspezifikationen der Nutzerkonten und Portale öffentlich zugänglich machen. 
  • Einfach beginnen und dann entwickeln: Beschreibung und öffentliche Dokumentation der IST-Architektur sowie die Verlinkung weiterer Informationsquellen als Keimzelle einer Plattform. 
  • Beteiligung ermöglichen: Etablierung einer zentralen, offenen und transparenten Feedbackmöglichkeit zu Themen der OZG-Umsetzung. 
  • Von „Hackern“ lernen: Zivilgesellschaftliche Organisationen wie "Code for Germany" früh einbeziehen und mit Stipendien und Bug Bountys fördern. 
  • Offene Daten führen zu mehr Beteiligung: Veröffentlichung der Rohdaten der OZG-Informationsplattform über eine API sowie Öffnung der FIM-Artefakte für die Mitarbeit der Kommunen. 
  • Hürden für Experimente verringern: Testinstanzen, SDKs und Tutorials für Startups zur Verfügung stellen. 
  • Vorbildfunktion wahrnehmen: Veröffentlichung des FIT-Connect Zustelldienst als Open Source.

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