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30.08.2017 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Räte sind kein Spiegelbild der Gemeinde

Autor:
Hergen H. Riedel

Das durchschnittliche Ratsmitglied männlich, über 55 Jahre alt und gut gebildet, so das Ergebnis einer Studie. Frauen, Jüngere und Bürger mit nicht-akademischen Berufen sind unterrepräsentiert.

Etwa 20.000 Männer und Frauen in Nordrhein-Westfalen engagieren sich in einem politischen Ehrenamt und sind in den 396 Kommunen für ihre Städte, Gemeinden und Kreisen aktiv. 2.283 von ihnen wurden im Auftrag der Landesregierung befragt. Dabei zeigt die Studie "Das kommunale Ehrenamt" des Bochumer Sozialwissenschaftlers Jörg Bogomil demografische Auffälligkeiten der ehrenamtlichen Mandatsträger: Sie sind mit Blick auf Alter, Geschlecht und Bildung kein Spiegelbild der kommunalen Gesellschaft.

Der Frauenanteil ist mit 26,7 Prozent in Städten und 29,4 Prozent in Kreisen gering. Zwei Drittel der Räte haben Hochschulreife oder einen Hochschulabschluss. 

Wenig Frauen und Jüngere 

Erheblich unterrepräsentiert seien Schüler, Studenten, Berufsanfänger und Bürger zwischen 30 und 40 Jahren, die in dieser Lebensphase eine Familie gründen oder sich beruflich etablieren, so das Gutachten. Dieser Trend verstärke sich, andere Berufsgruppen seien in Zukunft noch weniger vertreten. "Dabei lebt jeder Gemeinde- und Stadtrat sowie jeder Kreistag davon, dass sich beide Geschlechter genauso wiederfinden wie die verschiedenen Alters- und Berufsgruppen. Die Mischung macht’s", kommentiert Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in NRW. 

Die Untersuchung gibt zudem Aufschluss über die inhaltliche Arbeit: Kommunalpolitik ist konkurrenzdemokratisch geprägt, das heißt, es besteht eine starke Fraktionsdisziplin, hoher Einfluss der Vorentscheidungsgremien und eine enge Verflechtung mit der Verwaltung. 

Hoher Aufwand ohne Nachteilsausgleich

Neben demografischen Merkmalen zählt die Studie auch die Zeit, die von den zu 70 Prozent erwerbstätigen oder selbstständigen Mandatsträgern "geopfert" wird: In Städten etwa 33 Stunden im Monat, in Kreisen 30 Stunden. Die meiste Zeit mit fast 57 Stunden monatlich bringen Fraktionschefs in den einwohnerstärksten Städten auf. 

Dabei verzichten die meisten auf den "Nachteilsausgleich", etwa durch Freistellungsregelungen. Nur 15 Prozent nutzen die gesetzlichen Möglichkeiten, Verdienstausfälle zumindest teilweise auszugleichen: "Beim Verdienstausfall bleibt dem Steuerzahler Einiges an Kosten erspart", so Bogumil. 

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.06.2017 | Young Administration | Ausgabe 6/2017

„Zusammenarbeit statt Kirchturmdenken“

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