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31.01.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Rechenzentren fordern bessere Standort-Strategie

Autor:
Alexander Ebert

​​​​​​​Der Markt der Rechenzentren wächst. Erstmals erreicht die Branche die Investitionsmarke von einer Milliarde Euro. Trotzdem verliert der Standort Deutschland an Boden, so eine Studie.

Cloud Computing, Industrie 4.0 und Big Data treiben das Wachstum an: 2016 stiegen die Investitionen in den Neubau und die Modernisierung der deutschen Rechenzentren im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 970 Millionen Euro. 2017 knackte die Branche mit ihren 130.000 direkten und 80.000 indirekten Beschäftigten die Marke von einer Milliarde Euro. Dennoch wächst Deutschland nur unterdurchschnittlich; der Standort verliert im internationalen Vergleich an Boden. 2010 lag der deutsche Marktanteil bei knapp fünf Prozent, 2020 wird er auf knapp vier Prozent schrumpfen.

Das zeigt die Studie "Energieeffizienz und Rechenzentren in Deutschland – weltweit führend oder längst abgehängt?" des Berliner "Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit". Als Quellen dienten den Autoren unter anderem Literaturstudien, Daten von Analysten sowie Online-Befragungen von 74 IT-Dienstleistern beziehungsweise Zentren-Betreibern sowie Experten-Interviews. Die Studie aus 2017 wurde im Auftrag des "Netzwerkes energieeffiziente Rechenzentren (NeRZ)" erstellt, das den steigenden Energiehunger der Zentren zügeln will.

Energiehunger der Rechenzentren wächst auch in Zukunft

Der Energiebedarf der Rechenzentren in Deutschland steigt und steigt – trotz Maßnahmen zur Energieeffizienz. 2010 benötigten die Server und Rechenzentren 10,5 Milliarden Kilowattstunden an Strom, 2016 12,4 und für 2025 werden 16,4 Milliarden Kilowattstunden prognostiziert. Zwar seien neue Zentren deutlich effizienter; das ändere am Gesamtbestand aber noch nicht viel. Allerdings, so die Studie weiter, arbeite die Branche an dem Problem. So wolle etwa jeder zweite Betreiber ein Energie-Management-System einführen. Auch sehe etwa jeder zweite Betreiber mittlere bis sehr hohe Einsparpotenziale durch die Nutzung von Abwärme. Allerdings fehlten geeignete Abnehmer, da die Wirtschaftlichkeit durch EEG-Umlage und sonstige Abgaben verloren gehe: In Deutschland werde mehr als 20 Cent pro Kilowattstunde für Wärmepumpenstrom bezahlt, in Schweden zwischen drei und vier Cent. Dort werde die Abwärme von Rechenzentren systematisch genutzt.

Bürokratie bremst Branche aus

"Trotz des aktuellen Booms entwickelt sich der deutsche Rechenzentrumsmarkt im internationalen Vergleich nur mittelmäßig. Grund sind unter anderem bürokratische Hemmnisse bei der Genehmigung neuer Rechenzentren. Deutschland muss aufpassen, bei dieser zentralen Basisinfrastruktur der Digitalisierung nicht ins Abseits zu geraten", so Dr. Ralph Hintemann, Verfasser der Studie. Politik und Behörden müssten Genehmigungsprozesse für Rechenzentren verkürzen, Anreize für neue Zentren schaffen sowie Energieeffizienz mehr fördern.

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