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30.04.2019 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Regionale Unterschiede in Deutschland werden größer

Autor:
Alexander Ebert

Deutschlands Regionen driften weiter auseinander, so eine aktuelle Studie. Weniger Arbeitskräfte und mehr Sozialkosten fordern Antworten von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. 

Ausblick ins Jahr 2035: In Deutschland leben noch immer gut 82 Millionen Menschen, die Bevölkerung schrumpfte dank Zuwanderung kaum. Allerdings verschärften sich die regionalen Verwerfungen. Die Kluft zwischen prosperierenden Großstädten und entlegenen, strukturschwachen Regionen in Ost und West wuchs. Insbesondere stehen alle fünf ostdeutschen Flächenländer unter keinem guten Stern.

 Zu dieser Prognose kommt die neue Studie "Die demografische Lage der Nation", die das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung im April 2019 vorlegte. Um die Zukunftsfähigkeit aller 401 Kreise und kreisfreien Städte zu ermitteln, wurden 21 Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Wirtschaft, Bildung und Familienfreundlichkeit ausgewählt. Hierfür wurden die Rohdaten aus den aktuellsten, auf Kreisebene verfügbaren Statistiken ermittelt und benotet. 

Flächenländer im Osten schrumpfen stark

Zunächst nach Ostdeutschland: Die Alterung der Gesellschaft lässt Sachsen-Anhalt mit fast 16 Prozent am stärksten schrumpfen. Im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße dürfte 2035 auf eine Geburt vier Beerdigungen kommen. Die ostdeutsche Stadt Leipzig wächst hingegen am schnellsten und muss bis 2035 ein Einwohner-Plus von rund 16 Prozent verkraften. Laut Prognose gehören zu den wenigen weiteren Leuchttürmen Potsdam, Dresden, Erfurt, Jena, Rostock, Halle und Magdeburg. Dort werden Wohnraum, Kitas und Schulen knapp. Dagegen sind in schrumpfenden Regionen neue Ideen und Angebote für die stark gealterte Bevölkerung nötig. 

Im Westen zeigt sich ein ähnliches Bild, jedoch weniger stark ausgeprägt. Hamburg,  Frankfurt, München unter anderem können sich auf Zugewinne einstellen. Doch vielerorts im Ruhrgebiet, im Saarland sowie in ländlichen Regionen entlang der Ex-Grenze, in der Südwestpfalz oder an den Küsten werden die Einwohnerzahlen weiter sinken.

Starkes Nord-Süd-Gefälle 

"Die Politik wünscht sich zwar eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse, doch die Realität zeigt, dass wir es eher mit einer Vielfalt der Lebensbedingungen zu tun haben", so Reiner Klingholz, Mitautor der Studie. Laut Index bekommt München die Note 2,32, Gelsenkirchen hingegen 4,71. Insgesamt zeigt das Ranking ein bekanntes Nord-Süd-Gefälle: Vorne liegen vor allem die wirtschaftsstarken Städte mit ihren Umlandkreisen in Bayern und Baden-Württemberg. Am Ende der Skala finden sich Regionen in NRW, Niedersachsen und dem Saarland. Deutschlands Problemzonen liegen also im Osten und im Westen.

Die Ergebnisse der Studie sollen aufzeigen, wo Ausgleichs- und Fördermaßnahmen Regionen beflügeln können und wo Gelder besser ausbleiben, weil sie überflüssig sind.

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