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06.03.2023 | Verwaltungsmanagement | Gastbeitrag | Online-Artikel

Der öffentliche Sektor im Krisenmodus

verfasst von: Maria Solbrig

3 Min. Lesedauer

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Der öffentliche Sektor befindet sich zunehmend in einer Situation multipler Krisen. Kommunen fühlen sich am stärksten betroffen. Nun zeigt sich: Maßnahmen zur Krisenprävention erscheinen noch ausbaufähig. 

Der öffentliche Sektor befindet sich derzeit im Dauerkrisenmodus. Am stärksten beeinflusst sieht er sich von den steigenden Energiepreisen, der unsicheren Verfügbarkeit von Energie sowie den Auswirkungen der Coronapandemie (vgl. Abbildung). Dies zeigen Ergebnisse einer Erhebung unter 98 Angehörigen des öffentlichen Sektors, die das Institut für den öffentlichen Sektor e. V.  in der zweiten Jahreshälfte 2022 durchgeführt hat.

Dagegen beeinflussen Cyber-Attacken die dienstlichen Aufgaben offenbar kaum. Auch Naturkatastrophen spielen bislang in der Risikowahrnehmung eine untergeordnete Rolle. Dies könnte daran liegen, dass ihre Auswirkungen bislang meist regional begrenzt sind.

Die Kommunen fühlen sich bei allen Krisensituationen am stärksten betroffen. Neben Energieknappheit und -kosten spüren sie auch die Folgen von Pandemie und Flüchtlingsströmen am stärksten. Die letztgenannten Notlagen beeinflussen etwas mehr als die Hälfte der befragten Beschäftigten in Kommunen. Seit der Befragung hat sich insbesondere die Flüchtlingssituation noch weiter zugespitzt, sodass die Ergebnisse derzeit möglicherweise noch deutlicher ausfallen würden.

Kaum auf neue Krisen vorbereitet?

Obwohl die seit 2020 andauernde Pandemie die Aufgabenausübung im öffentlichen Sektor nach wie vor stark beeinflusst, ist sie inzwischen offenbar zu einem handhabbaren Risiko geworden. So sind knapp drei Viertel der Befragten der Ansicht, dass die eigene Organisation gut für eine neue Welle gerüstet wäre.

Die Energiekrise birgt jedoch ganz neue Herausforderungen und Risiken – und geeignete Maßnahmen zur Risikoprävention scheinen teilweise nur gering ausgeprägt zu sein. 

So sind die befragten Organisationen zum Beispiel auf einen möglichen Ausfall der Energieversorgung noch wenig vorbereitet, denn nur gut jeder Fünfte gibt an, dass es in seiner Organisation eine Arbeitsanweisung für einen mehrtägigen Stromausfall gibt. Es scheint also Handlungsbedarf bei Präventionsmaßnahmen zu bestehen, um künftig für neue Krisenlagen besser gerüstet zu sein.

Maßnahmen zur Krisenprävention stärken

Um Krisen präventiv begegnen zu können, sollte es u.a. ein funktionierendes Risikofrüherkennungssystem geben. Allerdings gibt nur ein Drittel der Befragten an, dass es in der eigenen Organisation ein solches gibt. Mit einem Risikomanagementsystem werden mögliche Risiken identifiziert und bewertet. Insbesondere werden aber Maßnahmen zur Prävention bzw. Eindämmung von Risiken formuliert. Dies ermöglicht schnelles Handeln, sobald sich eine Krisenlage ankündigt.

Hierzu zählt auch, im Krisenfall agil durch organisatorische Anpassungen reagieren zu können: zum Beispiel, Krisenstäbe aus einem geeigneten Personalpool zusammenzustellen. Solche resilienten Strukturen zur Krisenbewältigung sollten zudem durch den gezielten Einsatz digitaler Instrumente ergänzt werden, um im Krisenfall nicht nur angemessen, sondern auch schneller und mit größtmöglicher Reichweite reagieren zu können. 

Die anfangs oftmals fehlende digitale Kommunikation der Gesundheitsämter während der Coronapandemie ist dafür ein bekanntes Beispiel. Die Evaluation vergangener Maßnahmen zur Krisenbewältigung kann dabei helfen, bei neuen Herausforderungen besser reagieren zu können.

Kommunen als Krisenmanager stärken

Gerade die Kommunen werden als Krisenmanager zunehmend gefordert sein, denn sie sind von den verschiedenen, gleichzeitig auftretenden Krisen besonders stark betroffen. Die direkten Auswirkungen der Flüchtlingskrise und des Klimawandels sind in vielen Städten und Gemeinden unmittelbar vor Ort zu spüren. Bund und Länder sind dabei gefordert, die Kommunen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben besser zu unterstützen – nicht zuletzt finanziell. Weitere Ergebnisse und Grafiken finden Sie in der Studie "Der öffentliche Sektor im Krisenmodus".

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