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13.08.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Thüringer Kommunen könnten mehr Energie sparen

Autor:
Alexander Ebert
2 Min. Lesedauer

Das Bundesland Thüringen erlebte schon schlechtere Zeiten. Trotz vergleichsweise guter Haushaltslage investieren die Kommunen nur mäßig in die Modernisierung eigener Gebäude, zeigt eine Studie.

Energiesparende Heizungen, bessere Straßenbeleuchtung, Fassaden-Isolierung – es gäbe viel zu tun in den Städten und Gemeinden Thüringens. Denn die meisten Orte haben Schulen, Kitas, Sportanlagen oder andere Veranstaltungsräume. Doch trotz relativ entspannter Finanzlage investiert nur ein Drittel der Thüringer Kommunen in die Modernisierung ihrer Gebäude und die Straßenbeleuchtung.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Energieeffizienz in Thüringer Kommunen" von Thüringer Aufbaubank und der GreenTech-Agentur (ThEGA) aus dem Juni dieses Jahres. Für die Untersuchung wurden zwar sämtliche Gemeinden einbezogen, allerdings beantworteten nur 76 Kommunen den Fragebogen. Dieser fragte die energiepolitischen Ziele und Maßnahmen der Stadt ab, den Sanierungsstand und die geplanten Investitionen, die Durchführung energetischer Modernisierungsmaßnahmen sowie Hindernisse auf dem Weg zur Energieeinsparung.

Klamme Kassen und Personalmangel 

Im Schnitt verfügt jede der befragten Kommunen über 13 kommunale Gebäude – vom Rathaus über Schulen bis zum Kindergarten. Warum wird nicht investiert? Als Ursachen für die zögerliche Umsetzung von Effizienzmaßnahmen gaben 56 Prozent der Gemeinden geringe Investitionsspielräume und fehlendes Personal (31 Prozent) an. Der Hälfte (51 Prozent) fehlt es trotz konkreter Ziele zur Strom- und Energieeinsparung zudem an einem methodischen Vorgehen, so die Untersuchung.

Kommunen scheuen Kredite für Energiesparmaßnahmen

Zur Modernisierung oder Optimierung der Straßenbeleuchtung setzen Kommunen eher auf Eigenmittel (30 Prozent) und Fördermittel (55 Prozent) als auf Kredite (zehn Prozent) oder ergebnisorientierte Vergütungsmodelle wie etwa Contracting (fünf Prozent).

Mehr Hilfestellung bei den Förderprogrammen erwünscht

Die befragten Kommunen kritisieren aber auch die Förderprogramme als unausgereift. So sei die Förderung von effizienter Straßenbeleuchtung, die Modernisierung der Heizungs- und Lüftungstechnik, die Energieberatung für Gebäude und die energetische Modernisierung der Gebäudehülle verbesserungswürdig. Hier wäre Hilfestellung nötig gewesen, heißt es in der Studie.

Drei Lösungsvorschläge

Die Autoren der Studie machen drei Lösungsvorschläge. 

  1. Unabhängige Beratung nutzen. Sie helfe Kommunen, trotz Personalmangels Sparpotenziale zu identifizieren. 
  2. Kredite nutzen. Wirtschaftlich sinnvolle Effizienzmaßnahmen, selbst kreditfinanziert, rechneten sich bei niedrigen Zinsen.
  3. Förderprogramme nutzen. Thüringen verfüge mit „Klima Invest“ über ein auf kommunale Bedürfnisse zugeschnittenes Förderprogramm. Dieses sollten die Gemeinden stärker nutzen.

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