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01.12.2020 | Verwaltungsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Smart City ist keine Frage der Stadtgröße

Autor:
Jürgen Germies
2:30 Min. Lesedauer

Noch immer sind es vor allem die Metropolen, die hierzulande als smart gelten. Dabei holen inzwischen vor allem die kleineren Städte auf – und erkennen, worauf es langfristig bei der digitalen Fortentwicklung ankommt. 

Das Thema Smart City ist in aller Munde. Spätestens seit der Covid-19-Pandemie sehen sich die Kommunen hierzulande dazu gezwungen, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Angefangen von der Verwaltung über Schulen und Universitäten bis hin zum medizinischen Sektor: Von jetzt auf gleich mussten für sämtliche städtische Lebensbereiche digitale Angebote und Zugänge geschaffen werden. 

Obwohl die digitale Fortentwicklung alle Städte in Deutschland betrifft, sind es jedoch noch immer hauptsächlich die Metropolen, die in der öffentlichen Wahrnehmung mit dem Begriff „smart“ in Verbindung gebracht werden. Auch bei unserem aktuellen "Smart-City-Ranking" von Haselhorst Associates landen erneut mit Hamburg, Köln und München die Millionenstädte auf den ersten Plätzen. 

Das Ergebnis mag auf den ersten Blick nicht verwundern. Schließlich verfügen insbesondere die Großstädte über die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen, um das Thema Smart City voranzutreiben. Trotzdem: Neben den Spitzenreitern lassen sich im Ranking auch zahlreiche kleinere und mittlere Städte finden, die in puncto Digitalisierung in den vergangenen Jahren einiges an Boden gutgemacht haben.

Ressourcensparen dank smarter Regionen

So etwa die nordrhein-westfälische Kommune Soest. Während die knapp 50.000-Einwohner-Stadt noch im vergangenen Jahr auf dem 150. Rang gelandet war, hat sie sich inzwischen auf den 16. Platz vorgearbeitet. Damit gilt Soest aktuell als die Stadt, die den größten digitalen Fortschritt erzielt hat.

Die Kreisstadt hat frühzeitig erkannt, dass es hilfreich ist, sich nicht nur auf die eigenen Ressourcen und Mittel verlassen zu müssen – und sich für verschiedenste Förderprogramme beworben. Inzwischen zählt Soest zu den insgesamt fünf Leitkommunen des Projekts "Digitale Modellregion in NRW" und gilt zudem als eine der 2019 ausgerufenen Siegerstädte des vom Bundesinnenministeriums geförderten Programms "Modellprojekte Smart Cities: 5 für Südwestfalen"

Generell ist der Zusammenschluss zu smarten Regionen für viele Klein- und Mittelstädte eine aussichtsreiche Möglichkeit, um die digitale Fortentwicklung schneller voranzutreiben. Die Kooperationen schonen die Ressourcen und tragen langfristig dazu bei, dass die einzelnen Nachbarstädte als Lebens- und Wirtschaftsräume attraktiv bleiben. 

Digitalisierungsstrategie als Grundvoraussetzung

Die Bemühungen tragen auch in Soest Früchte: Insbesondere was die Entwicklung einer fundierten Digitalisierungsstrategie angeht, ist die Stadt schon weit fortgeschritten. Damit hat die Kommune frühzeitig erkannt, was zu den Grundvoraussetzungen für eine Entwicklung hin zu einer Smart City zählt – ohne eine umfangreich ausgearbeitete Digitalisierungsstrategie wird eine Stadt nie ihr volles, innovatives Potenzial entfalten können. Denn: smart wird eine Kommune erst, wenn alle städtischen Lebensbereiche intelligent miteinander vernetzt sind. 

Dafür bedarf es sowohl einer grundlegenden Planung als auch der Bereitschaft, die Strategie jederzeit an aktuelle Entwicklungen anpassen zu können. Daneben sollten in die Entwicklung der Strategie alle entscheidenden Personen einer Stadt einbezogen werden: von der Politik über die Wirtschaft und Industrie bis hin zu den Bürgern selbst. Smart City endet nicht bei einem einzelnen Projekt oder einer Idee – Smart City will ganzheitlich betrachtet und verwirklicht werden. 

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