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14.03.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Start-ups als Partner für Digitalisierung gewinnen

Autor:
Alexander Ebert

​​​​​​​In Sachen Digitalisierung hat die öffentliche Hand Nachholbedarf. Beim Aufholen könnten Start-ups helfen. Ein aktuelles KPMG-Policy-Papier listet hierfür Handlungsempfehlungen auf.

Im europaweiten Digitalisierungsranking liegt Deutschland auf Platz 20. Nur acht Länder sind schlechter. Der Nachholbedarf ist bekanntlich groß. Die Innovationsgeschwindigkeit könnte an Dynamik gewinnen, wenn Verwaltungen und Start-up-Unternehmen künftig deutlich stärker kooperieren. Die Bereitschaft dazu ist da: Gut die Hälfte der Behörden und drei Viertel der Start-ups können sich vorstellen, den Verwaltungsbereich zu digitalisieren.

Dieses Meinungsbild ermittelte eine Online-Befragung des Instituts für den öffentlichen Sektor gemeinsam mit der Hertie School of Governance. 42 Start-ups und 25 Behördenvertreter beteiligten sich an der Umfrage aus 2017, die zwei Fragebögen umfasste.

Skepsis und Vorbehalte auf beiden Seiten

Behörden und Start-ups – die Unterschiede könnten kaum größer sein. Während die Firmen ein hohes Arbeitstempo vorlegen, brauchen Verwaltung häufig mehr Zeit, um Entscheidungen zu treffen oder Einkäufe zu tätigen. Jeweils über 80 Prozent der befragten Start-ups markieren solche Hindernisse. Auf der anderen Seite vermissen Behördenmitarbeiter bei Start-ups Referenzen und hinterfragen die Rechtssicherheit der Produkte und Dienstleistungen von Start-ups. Zudem, so die Studie weiter, wissen beide Seiten recht wenig voneinander. Aber die Bereitschaft liegt vor, das zu ändern.

Start-ups über Ausschreibungen einbinden

Wie kann die Zusammenarbeit funktionieren? Die Studie liefert fünf praktische Lösungsvorschläge. Die erste Handlungsempfehlung lautet, die Zusammenarbeit als innovativen Ansatz zu sehen. Zweitens könnten sich beide Seiten zunächst auf einen Experimentierraum innerhalb der Verwaltung verständigen. Die Studie verweist hier auf internationale Labs. Sie zeigten, dass sich rechtliche und kulturelle Hürden im Labor überwinden ließen. Drittens: Um Start-ups den Zutritt zu Vergabeprozessen zu erleichtern, sollte die öffentliche Hand häufiger von speziellen Ausschreibungsverfahren Gebrauch machen ("Innovationspartnerschaften").

Plattformen für das gegenseitige Kennenlernen

Der Skepsis von Behörden könne mit externen Zertifizierungen begegnet werden, lautet der vierte Vorschlag, um Verlässlichkeit und finanzielle Solidität nachzuweisen. Fünftens empfiehlt die Studie, das gegenseitige Kennenlernen zu erleichtern. Veranstaltungen und Plattformen seien geeignete Foren, auf denen die Akteure Erfahrungen austauschen und eine Zusammenarbeit auf den Weg bringen könnten.

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