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01.02.2017 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Digitale Fahrzeugzulassung steht noch am Anfang

Autor:
Anja Schüür-Langkau
2 Min. Lesedauer

​​​​​​​Bei der Digitalisierung des Kfz-Zulassungswesens haben die europäischen Länder noch Nachholbedarf, so das Ergebnis einer Studie von Bearingpoint. Keinem Land ist es bisher gelungen, die Prozesse vollständig zu digitalisieren.  

Die KfZ-Zulassung ist in Europa eines  der am meisten genutzten Verwaltungsverfahren. Allein in Deutschland werden jedes Jahr über 21 Millionen Fahrzeugzulassungsvorgänge durchgeführt. Da verwundert es kaum, dass eine Digitalisierung die bisherigen Prozesse erheblich vereinfachen und uns zudem Kosten sparen würde.  Wie weit der Digitalisierungsgrad des Zulassungswesens in den einzelnen Ländern in Europa voran geschritten ist und welche Chancen er insgesamt  bietet, hat  eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Bearingpoint im Auftrag des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ermittelt. Dafür wurden die acht größten europäischen Auto-Nationen, die gemeinsam 80 Prozent des europäischen Fahrzeugbestandes auf sich vereinen untersucht. Verglichen wurde dabei der Grad der Online-Verfügbarkeit für die vier Prozesse Neuzulassung, Umschreibung, Abmeldung und Wiederzulassung. In sieben der acht in der Studie analysierten Staaten befinden sich diese Prozesse in der Umsetzungsplanung oder sind bereits online verfügbar.

Deutschland als Vorreiter

Der Studie zufolge haben Deutschland und Frankreich im internationalen Vergleich die ambitioniertesten  Ziele. Sehr weit vorne bei den Prozessen Neuzulassung, Umschreibung, Anmeldung und Wiederzulassung liegt Polen. Prinzipiell gibt es hier für alle Prozesse internetbasierte Lösungen, allerdings wurden diese  auch in Polen nicht flächendeckend umgesetzt. Insgesamt bieten die Verwaltungen der untersuchten Länder neben der Fahrzeugzulassung online eine beträchtliche Zahl zusätzlicher fahrzeugbezogener Dienstleistungen an. Viele Staaten verfügen über eine internetbasierte Auskunftsmöglichkeit aus dem Fahrzeugregister, die in Deutschland wiederum nicht möglich ist. Weitere, oftmals über das Internet angebotene Dienste sind die Bestellung von verloren gegangenen Fahrzeugdokumenten oder die Zahlung von Gebühren und Steuern.

Prozesse nur teilweise digitalisiert

Die Studie zeigt, dass die Möglichkeiten der  Digitalisierung des Zulassungswesens noch längst nicht ausgeschöpft sind. So hat bisher kein Land die Prozesse soweit digitalisiert, dass Bürger und Unternehmen ihre Kfz-Angelegenheiten vollständig online abwickeln können. So  müssen die Anträge in vielen Ländern noch manuell bearbeitet  werden, beispielsweise, wenn Nachweise nicht digitalisiert vorliegen.  Zudem sind viele Dienstleistungen nur in einzelnen Kommunen und nicht landesweit verfügbar.

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