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03.04.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Lohnlücke im Öffentlichen Dienst relativ klein

Autor:
Alexander Ebert

Der Gender Pay Gap im Öffentlichen Dienst beträgt 5,6 Prozent. Zum Vergleich: Die  Lohnlücke in der Privatwirtschaft ist viermal so hoch, errechnete jetzt das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut.

Von 2010 bis 2014 hat sich kaum etwas geändert: Die geschlechtsspezifische Lohnlücke im Öffentlichen Dienst ist mit 5,6 Prozent nahezu gleich geblieben – im Osten sind die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern weniger stark ausgeprägt. In der Privatwirtschaft hingegen klafft mit 24 Prozent eine viermal so hohe Lohnlücke.

Das zeigt die Studie "Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen im öffentlichen Bereich und in der Privatwirtschaft" des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Die Studie aus Januar 2018 basiert auf Mikrodaten der Verdienststrukturerhebung (VSE) von gut 2,5 Millionen Arbeitnehmern.

Im Osten Deutschland teils gleich hohe Löhne

Die Studie zeigt für Gesamt- und Westdeutschland: Die Lohnlücke im Sektor P (Erziehung und Unterricht) lag 2010 und 2014 etwas über dem Wert des Sektors O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung). Anders in Ostdeutschland: Hier wurden die Beschäftigten des Sektors P (Erziehung und Unterricht) etwa gleich bezahlt. Im Sektor O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung) verkehrte sich der Lohnvorsprung der Frauen 2010 bis zum Jahr 2014 in einen Lohnnachteil.

"Der öffentliche Dienst bietet den Frauen besonders in den ostdeutschen Bundesländern gegenüber der Privatwirtschaft attraktive Verdienstmöglichkeiten", sagt Studienautorin Dr. Christina Boll. "Kombiniert mit dem vergleichsweise hohen Beschäftigtenanteil der ostdeutschen Frauen im öffentlichen Dienst trägt dies zu einem deutlich niedrigeren ostdeutschen Gender Pay Gap im Vergleich zum westdeutschen Wert bei", so Boll.

Bei Teilzeitjobs schneiden Frauen besser ab

Bei den Teilzeitjobs zeigt sich, dass Frauen sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst mehr verdienen als Männer. Als Gründe führt die Untersuchung den verhältnismäßig hohen Anteil der geringfügig Beschäftigten, befristete Verträge und kürzere Betriebszugehörigkeit unter den Männern an.

Männer deutlich häufiger in oberen Leistungsgruppen

In Vollzeitjobs verdienen Männer mehr als Frauen. Denn Männer sind häufiger in höheren Positionen, die besser bezahlt werden. Das trifft auf fast zwei Drittel der vollzeitbeschäftigten Männer zu, unter den vollzeitbeschäftigten Frauen nur ein Drittel.

Auch der Öffentliche Dienst müsse "die Zugangschancen der Geschlechter zu leitenden Positionen überprüfen", resümiert Boll.

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