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05.11.2018 | Verwaltungsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Online-Handel führt zu mehr Lieferverkehr

Autoren:
Alexander Ebert, Anja Schüür-Langkau

Die rasante Zunahme des Online-Handels führt zu deutlich mehr Lieferverkehr. Das stellt besonders die Städte vor Herausforderungen. Was Kommunen und Politik tun können, zeigt eine aktuelle Studie. 

Oberhemden bei Otto, Schuhe bei Zalando, Bücher bei Amazon – immer häufiger bestellen Kunden ihre Ware online und lassen sich die Artikel nach Hause liefern. Dieser Komfort hat seinen Preis. Denn der Online-Handel lässt den Lieferverkehr deutlich ansteigen: Nicht nur mehr Logistiker rollen durch die Innenstädte und Wohngebiete. Auch der private Personenverkehr nimmt durch Warenabholungen und Retouren zu. Die Folgen: Mehr Umweltbelastungen, steigende Konfliktpotenziale mit Blick auf die Auslastung der Infrastruktur, mehr Verkehrsbehinderungen und Unfallrisiken.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Verkehrlich-Städtebauliche Auswirkungen des Online-Handels", die Ende September 2018 vorgestellt wurde. Die Studie ist der Abschlussbericht eines Forschungsprogramms, dass die  Beratungsfirma Prognos, KE Consult im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und des und des Bundesministeriums  für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit durchgeführt hat. Die Untersuchung basiert auf Literaturrecherchen, diversen Datenquellen und Rechenmodellen. 

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Neue Lieferkonzepte brauchen Flächen

Die Studie macht deutlich, dass der Versandhandel die Lieferbeziehungen verschiebt: Ein Teil des stationären Handels wird übersprungen, da deren (ehemalige) Kunden nun direkt beliefert werden. Deshalb wird der Gesamtverkehr mit dem wachsenden Online-Handel ansteigen. Welche Umweltbelastungen damit verbunden sind, wird von den eingesetzten Fahrzeugen und deren Antriebe abhängen. Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Elektromobilität in Zukunft deutlich zunehmen wird. Jedoch entstehen durch Lieferkonzepte der Logistiker neue Flächenbedarfe – etwa für Pick-up-Points, Anlieferungsflächen und Mikro-Hubs in unmittelbarer Nähe der Kunden. "Gleichzeitig dürfte der Flächenbedarf des Einzelhandels in bestimmten Lagen signifikant zurückgehen", so eine weitere Prognose.

Zersplitterte Verkehr neu bündeln

Die Studie rät Kommunen, die Transportbranche bei der Elektrifizierung ihrer Flotte zu unterstützen (Sonderrechte, eigene Spuren).  So würden City-Logistik-Konzepte helfen, die stark zersplitterten Lieferverkehre sinnvoll zu bündeln. Zudem könnten Pick-up-Points die Lieferungen an Endkunden bündeln und somit Wohngebiete entlasten. Weitere Empfehlungen sind alternative Fahrzeugkonzepte wie Lastenräder oder Drohnen, die den Verkehr weniger belasten und weniger Platz als konventionelle Lkw brauchen. Die Studienautoren empfehlen der Politik auf höherer Ebene, den Kommunen zur Durchsetzung dieser Ziele das erforderliche Werkzeug an die Hand zu geben. 

Potenziale bei der Handelslogistik 

Die Handelslogistik in den Unternehmen wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. "Häufig handelt es sich um vermeidliche „Kleinigkeiten“, deren Einzelwirkungen kaum messbar sind, die in Summe dennoch signifikant auf die Ökologie und das soziale Umfeld wirken", schreibt Springer-Autor Stefan Rock in seinem Beitrag "Corporate Social Responsibility in der Handelslogistik" (Seite 203).  Durch die Implementierung eines kontinuierlichen Verbesserungs-Prozesses (KPV) in der Handelslogistik können solche Potenziale gehoben werden, so der Autor. 

So sei "eine sinnvolle und bewusste Kombination von die Umwelt positiv beeinflussenden Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling eines Produkts" notwendig.  Dabei sollte die Wertschöpfungskette an den Belangen der Kunden ausgerichtet werden. Weitere konkrete Maßnahmen seien:

  • eine intelligente Verknüpfung der Logistik verschiedener Vertriebskanäle, insbesondere des Online- und Offline-Handels,
  • Entschleunigung von Prozessen mit der Konsequenz der Bündelung von Warenströmen und der Vermeidung von Verkehren,
  • der Bildung von Kundensegmenten.

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