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16.02.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachgefragt | Onlineartikel | In Kooperation mit:Bund Deutscher Unternehmensberater e.V.

Was ist Ihr roter Faden für das Jahr 2018?

Autor:
Winfried Wagner

Noch liegt das Jahr 2018 wie ein unbeschriebenes Blatt Papier vor uns. Die folgenden Gedanken sollen Sie dazu ermutigen, einen "roten Faden" zu finden, der Sie beim Einsatz für Ihre Aufgaben durch das Jahr 2018 trägt und begleitet.

Vielleicht stehen auf Ihrem Blatt Papier schon ein paar Notizen aus dem vergangenen Jahr? Angefangene Aufgaben, die 2017 nicht fertiggestellt werden konnten? Projekte, die mehr als ein Jahr Ihre Aufmerksamkeit fordern? Möglicherweise werden Sie darauf auch solche Fragen finden: Was mag das neue Jahr an Herausforderungen so bringen? Welche Vorhaben wollen Sie angehen? Welche Konzepte, Strategien und Aufgaben kommen auf Sie zu?

Die Lehren der Philosophie

Wer sich mit solchen Fragen beschäftigt, findet hilfreiche Lebensweisheiten bei den Philosophen des Altertums, die ich Ihnen hier gerne mit auf den Weg geben möchte: So empfiehlt Pythagoras, den wir eher als Mathematiker kennen, dass jeder Mensch sich dreimal am Tag prüfen soll. Fragen wie "Worin habe ich mich geirrt?" oder "Welche Pflicht habe ich vernachlässigt?" veranlassten ihn, nach Wegen zu suchen, um Fehlverhalten zu berichtigen. Oder er erkannte Handlungen, die seiner kritischen Betrachtung standhielten und die ihn ermutigten, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Ein anderer Denker dieser Zeit, Epikur, empfahl seinen Mitmenschen, sich bei Entscheidungen und Verhaltensweisen immer vorzustellen, dass ein anderer Mensch zuschaue und die Handlung beurteile. Oder Seneca, den wir als Lehrer und Erzieher von Kaiser Nero kennen: Er riet seinen Zeitgenossen, jeden Abend vor dem Schlafengehen den Tag mit seinen Ereignissen, Entscheidungen und Handlungen einer kritischen Selbstprüfung zu unterziehen. Er vertrat die Ansicht, dass eine ständige persönliche Selbstreflexion hilft, tiefgreifende Fortschritte bei der Bewältigung von Veränderungen oder neuer Vorhaben zu machen. Fragen wie "Was habe ich mir vorgenommen?", "Habe ich dabei Fortschritte gemacht?", "Warum ist mir manches davon gelungen und anderes nicht?" würden dem ehrlich sich Fragenden dabei helfen, seine Vorsätze in die Tat umzusetzen.

Realismus und Ehrlichkeit 

Was ich uns zum Beginn eines neuen Jahres mit den größtenteils unbeschriebenen Blättern wünsche: dass wir bei einer kritischen Selbstüberprüfung manches Problem entdecken, das im Endeffekt nicht so groß ist, wie es zu Beginn erscheinen mag. Dass es dabei auch faszinierende Erlebnisse gibt, die uns froh und nachhaltig glücklich und zufrieden machen. Marc Aurel, der Philosoph auf dem römischen Kaiserthron, war der festen Überzeugung: Jeder Mensch, der willens und bereit ist, öfter eine realistische und ehrliche Besinnung seiner Selbst zu vollziehen, werde gewiss glücklicher sein.

Dieser Beitrag ist erschienen in der innovativen Verwaltung 1-2/2018.


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