Skip to main content
main-content

04.07.2017 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Trinkwasser wird in vielen Kommunen teurer

Autor:
Hergen H. Riedel

Die hohe Nitratbelastung des Grundwassers führt in vielen Gemeinden zu höheren Kosten. Experten rechnen damit, dass Trinkwasser soll um 45 Prozent teurer wird. 

Wenn die Prognose des Umweltbundesamtes (UBA) eintritt, wird die Aufbereitung von nitratbelastetem Grundwasser teuer. Die Folge ist, dass der Endverbraucher für Trinkwasser pro Kubikmeter 55 bis 76 Cent mehr zahlen müsste. Eine vierköpfige Familie zahlt dann bis zu 134 Euro im Jahr mehr an Stadtwerke oder kommunale Wasserversorger. 

In Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen belastet Stickstoff aus Gülle und Mist der Tierhaltung oder Mineraldünger aus dem Obst- und Gemüseanbau das Grundwasser. Bei über 27 Prozent des Grundwassers sei der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l) überschritten, so die Studie, die das Umweltbundesamt (UBA) mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband Rheinenergie und Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft erstellt hat.

Wasserversorgung – Daseinsvorsorge der Kommune

Wenn Nitrateinträge nicht sinken, müssen betroffene Wasserversorger zu teuren Aufbereitungsmethoden greifen. Betroffen sind die Kommunen: Gemäß deutschem Wasserrecht liegt das Wasserhaushaltsgesetz beim Bund. Das Landeswassergesetz verpflichtet die Kommunen dazu, in ihrem Gebiet die öffentliche Wasserversorgung als Daseinsvorsorge selbst oder durch beauftragte Fremdfirmen sicherzustellen. 

Das UBA sieht die Regionen in der Pflicht, da Wasser oft ortsnah gewonnen wird, so die UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Wichtig seien "verstärkte Kontrollen in den betroffenen Regionen. Falls sich diese Belastungen nicht verringern, müssen weitere Auflagen für die Landwirtschaft erfolgen." Sie warnt, dass Maßnahmen in hochbelasteten Regionen nicht ausreichen, um den Nitratwert niedrig zu halten. Laut Studie könnte in einigen Gebieten eine zusätzliche Reinigungsstufe notwendig werden.

Bürger zahlen für die Überdüngung

Der Studie zufolge Studie kostet die Reinigung des mit Nitrat belasteten Grundwassers in Deutschland zwischen 580 und 767 Millionen Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Maßnahmen der Düngeverordnung kosten die Landwirtschaft bis zu 111,7 Millionen Euro pro Jahr. Wenn zusätzliche Reinigungen erforderlich werden, seien dies Mehrkosten von bis zu 76 Cent pro Kubikmeter für die Wasserkunden. Diese müssten also für die Überdüngung in ihrer Region bezahlen."

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

24.03.2017 | Trinkwasser | Infografik | Onlineartikel

Für die gute Wasserversorgung investiert

Premium Partner

Neuer InhaltNeuer InhaltNeuer InhaltPluta LogoNeuer Inhalt

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Soll man die IT-Infrastruktur in die Cloud auslagern?

Dieser Fachbeitrag aus der Wirtschaftsinformatik und Management fokussiert sich auf die Infrastruktur aus der Cloud (IaaS) unter dem besonderen Aspekt des IT-Finanzmanagements. Man kann dies auch als die Betriebswirtschaft für die IT bezeichnen. Inklusive Praxisbeispiel.
Jetzt gratis downloaden!