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28.07.2020 | Verwaltungsmanagement | Nachgefragt | Onlineartikel | In Kooperation mit: Bund Deutscher Unternehmensberater e.V.

Welche Potenziale eröffnet Künstliche Intelligenz der öffentlichen Verwaltung?

Autor:
Pierre-Adrien Hanania
1:30 Min. Lesedauer

Die Bundesregierung und die EU entwickeln zunehmend Strategien für den Einsatz und die Förderung von KI, einschließlich zu ihrer ethischen und demokratischen Rahmengestaltung. 

Künstliche Intelligenz (KI) könnte künftig in vielen Bereichen der öffentlichen Verwaltung eine zentrale Rolle spielen, zumal sie prinzipiell über die nötigen Datenmengen verfügt und über die Gestaltung von Verwaltungsprozessen selbst entscheidet. Gerade typische, weitgehend standardisierte Prozesse lassen sich gut automatisieren und mit KI zusätzlich optimieren. Es gibt bereits zahlreiche entsprechende Ansätze zur intelligenten Verarbeitung von Dokumenten oder zu Identifizierung von Anomalien in Datensätzen. So werden heute Fälle von Steuerbetrug mittels KI aufgedeckt. KI kann die Entscheidungsfindung bei komplexen Sachverhalten fördern, da sie datengestützt die Ist-Situation verdeutlicht und zugleich Zukunftsszenarien aufzeigen kann. 

Wo die Potenziale schlummern 

Das Potenzial ist da und die Erschließung keineswegs Neuland – es gibt bereits (teil)automatisierte Prozesse und Führungsinformationssysteme, die sich durch KI-Technologien erweitern lassen. Weitere KI-Einsatzszenarien reichen von der Zuweisung von Schul- und Kitaplätzen über die Jobsuche für Langzeitarbeitslose bis hin zur Planung und Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen. Zusammengefasst zeigen sich vier Schwerpunkte zur KI-Nutzung in der öffentlichen Verwaltung: 

  1. Intelligente Automatisierung administrativer Prozesse 
  2. Interaktion von Bürgerinnen und Bürgern mit der Verwaltung 
  3. Identifizierung von Anomalien 
  4. Entscheidungshilfen im Sinne einer datengestützten strategischen Steuerung 

Übergreifend kann die öffentliche Verwaltung insbesondere folgende Vorteile mit KI erzielen: 

  • Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von repetitiven Aufgaben und somit Freiraum für komplexere Tätigkeiten 
  • Sachlagen besser verstehen, zusätzliche Handlungsoptionen erkennen und künftige Entwicklungen ableiten durch datenbasierte Analysen 
  • Förderung des verwaltungsinternen kulturellen Wandels hin zu einem digitalen, agilen Mindset 

Die vertiefte Einführung von Künstlicher Intelligenz muss jedoch immer den Menschen einbeziehen, auf ethischen Grundlagen erfolgen und die Qualität der Daten beachten. Auf dieser Basis wird KI ein wesentlicher Treiber der Digitalisierung in den nächsten Jahren. Erfahren Sie mehr unter Capgemini.com.

Dieser Beitrag ist erschienen in der innovativen Verwaltung 7-8 2020.

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