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17.11.2020 | Verwaltungsmanagement | Nachgefragt | Onlineartikel | In Kooperation mit: Bund Deutscher Unternehmensberater e.V.

Wie lässt sich die Digitalisierung in Schulen beschleunigen?

Autoren:
Carsten Glohr, Stefanie Halfmann
1:30 Min. Lesedauer

Die Corona-Krise hat dringende Handlungsbedarfe bei der Digitalisierung in Schulen offengelegt. Jetzt gilt es, den Digitalpakt Schule schnell umzusetzen und dabei eine fundierte Analyse mit einem wirksamen Konzept zu kombinieren. 

Um die dringend nötige Digitalisierung der Schulen voranzutreiben, stellt der Bund fünf Milliarden Euro Fördergeld für Investitionen und Infrastruktur für 800.000 Lehrkräfte und elf Millionen Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Doch über ein Jahr nach Beginn des Digitalpakts Schule sind immer noch weniger als ein Prozent der Mittel abgerufen worden, wie eine Anfrage der FDP ergab. 

In vier Schritten digitaler werden 

Um die Antragstellung zu vereinfachen, können Schulträger nun Fördermittel aus dem Digitalpakt erhalten und den sogenannten Medienentwicklungsplan (MEP) nachreichen. Umso wichtiger ist es nun, die digitale Transformation zu steuern und die IT-Fähigkeiten zu organisieren. Neben dem Netzwerk sowie der geeigneten Präsentationstechnik und der Endgeräte sind auch Lerninhalte, Fortbildungen für Lehrkräfte und der IT-Betrieb und -Support zu planen. Zu empfehlen ist ein Vorgehen in vier Schritten:

  1. Ist-Analyse & Zielbild: Zu Beginn werden das Schulprofil, Rahmenbedingungen und der aktuelle Medieneinsatz erfasst und darauf aufbauend ein Zielbild entwickelt.
  2. Konzept: Das pädagogische Medienkonzept zeigt auf, wie die didaktische und pädagogische Umsetzung im Rahmen eines Fach-, Medien- und Methodencurriculums erfolgen soll. Auf Basis der pädagogischen Anforderungen wird der technische Bedarf ermittelt. Wichtige Schwerpunkte sind die Konzeption des IT-Betriebs und -Supports sowie ein Fort- und Weiterbildungskonzept für Lehrkräfte.
  3. Umsetzung: Ein konkreter Fahrplan zur Umsetzung der einzelnen Schritte je Schule wird festgelegt, und im Rahmen eines begleitenden Veränderungsmanagements werden Lehrkräften Bedenken und Hemmungen mit dem Umgang digitaler Medien genommen. Schließlich ist der Investitionsbedarf im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit zu bestimmen. Wenn die Fördermittel bewilligt sind, können Ausschreibungen folgen und geeignete Lieferanten ausgewählt werden. Die Umsetzung sollte durch professionelles Projektmanagement unterstützt werden.
  4. Evaluation: Mithilfe von Online-Befragungen und offenen Diskussionen in Lehrerkonferenzen lässt sich der Erfolg messen und optimieren.

Der Beitrag ist erschienen in der innovativen Verwaltung 11/2020.

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