Skip to main content
main-content

26.10.2021 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Online-Artikel

Wie Wirtschaftsförderungen zukunftsfit werden

verfasst von: Alexander Ebert

1:30 Min. Lesedauer
share
TEILEN
print
DRUCKEN
insite
SUCHEN

Wirtschaftsförderungen der Kommunen könnten innovativer werden. Wie das geht, zeigt eine aktuelle Studie. Ihr Blick richtet sich auf die zukunftsorientierte Stadt- und Wirtschaftsentwicklung. 

Demografischer Wandel, Digitalisierung, Klimawandel – diesen Megatrends sind auch Städte und Gemeinden ausgesetzt. Um die Herausforderungen zu meistern, sollten Wirtschaftsförderungen eine wichtigere Rolle spielen. Sie sollten dabei allerdings weniger als Serviceeinheiten, sondern vielmehr als Zukunftsgestalter auftreten.

Diese Generalaussage macht die neue Gemeinschaftsstudie "Innovationsfähigkeit der Wirtschaftsförderung" des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) in Zusammenarbeit mit zehn deutschen Großstädten, von Kiel bis Konstanz. Die Studie aus August 2021 basiert auf Literaturrecherchen sowie auf einem intensiven Erfahrungs- und Ideenaustausch der zehn Städte aus den Jahren 2020 und 2021.

Mehr Gemeinwohl statt nur Rendite

Angesichts der Herausforderungen durch Megatrends wie Klimawandel, Industrie 4.0 oder neue Governance-Formen gelte es, eine krisenfeste Wertschöpfung zu ermöglichen, lokale Formen der Gemeinwohlökonomie als Beitrag zum Abbau sozialer Ungleichheiten zu fördern und Maßnahmen einer energieeffizienten und ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft als Teil einer leistungsfähigen Stadtentwicklung zu unterstützen, so die Kernaussagen der Studienverantwortlichen.

Neuaufstellung der kommunalen Wirtschaftsförderung

"Die Wirtschaftsförderungen in den Kommunen müssen in diesem äußerst dynamischen Umfeld Zukunftsthemen berücksichtigen und zugleich die eigenen Organisationsstrukturen und Instrumentenkästen erneuern", sagt Difu-Wissenschaftlerin Sandra Wagner-Endres. Dazu sei eine umfassende Neuaufstellung der kommunalen Wirtschaftsförderung ratsam, insbesondere um den Aspekt der Nachhaltigkeit.

Dazu zählen der Ankauf, die Entwicklung, Vermarktung und das Monitoring von Wirtschaftsflächen sowie ein nachhaltiges Gewerbegebietsmanagement (einschließlich eines Leerstands-, Brach- und Dachflächenkatasters). Um neue Stakeholder zu erreichen, sollten Wirtschaftsförderungen beispielsweise künftig vermehrt Miteigentümer von Innovations- und Nachhaltigkeitshubs zur Gründung und Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Start-ups werden.

Ganzheitlich aktiv werden

Um Unternehmen bei ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zu unterstützen und nachhaltig ausgerichtete Ökonomien zu fördern, sollte Wirtschaftsförderung ganzheitlich (Sustainable Innovation Office) aktiv werden. So könnten nicht nur Nachhaltigkeitsangebote für Bestandsunternehmen, Existenzgründungen, ansiedlungswillige Unternehmen und bestehende Netzwerke ermöglicht werden, sondern auch gezielt Modelle der Kreislaufwirtschaft, Ohne-Müll-Strategien (Zero Waste) oder soziale Innovationen gestärkt werden. Die Studie enthält zudem diverse Best-Practice-Beispiele aus Deutschland und Europa. 

share
TEILEN
print
DRUCKEN