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Über dieses Buch

Dieses Lehrbuch der Makroökonomik, eine vollständig revidierte und in weiten Teilen neu geschriebene Fassung der "Gesamtwirtschaftlichen Theorie" von 1975 , wendet sich an Studienanfänger und mittlere Semester der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Auf der Grundlage des akzeptierten makroökonomischen Modells der modernen industrialisierten Volkswirtschaft wird im 1. Kapitel die Ausgangssituation des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts vorgestellt, von dem aus dann im 2. Kapitel Expansions- und Kontraktionsprozesse des Sozialprodukts, die Konjunkturschwankungen und das wirtschaftliche Wachstum untersucht werden. Das 3. Kapitel führt in das Gebiet "Geld und Kredit" ein und behandelt insbesondere auch die heutigen, kontrovers diskutierten Konzepte der Geld- und Kreditpolitik. Das 4. Kapitel schließlich behandelt Probleme der Beschäftigungstheorie und -politik, darunter auch die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation, und führt bis an die Theorie der rationalen Erwartungen heran. Es schließt mit der häufig vernachlässigten Darstellung des Arbeitsmarktes der Bundesrepublik und zeigt die politischen Eingriffe in diesen. Die Darstellung soll verstehen helfen, warum sich eine nach früheren Maßstäben unerhört hohe Arbeitslosigkeit als so dauerhaft erweist. In allen Kapiteln werden Bezüge zur Volkswirtschaft der Bundesrepublik Deutschland hergestellt. Service-Leistungen für den Leser sind Hinweise zur Benutzung des Buches, Einleitungen sowie ausführliche und vielfach kurz kommentierte Literaturangaben zu jedem Kapitel; ferner viele graphisch herausgesetzte Systematisierungen, Definitionen, Hypothesen und Lehrsätze. Das Buch endet mit einem Anhang, in dem wichtige Fachausdrücke der Makroökonomik erläutert und kommentiert werden. Aus den Besprechungen der ersten Auflage: "Der insgesamt sehr positive Eindruck ist nicht zuletzt durch die didaktisch vorbildliche Systematik des Buches geprägt". Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft #1

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Erstes Kapitel. Funktionale Zusammenhänge und Gleichgewicht in einer Volkswirtschaft

Zusammenfassung
Teil I dieses Kapitels bietet in aller Kürze einige methodische Vorbemerkungen, wobei zunächst anhand des Bruttosozialprodukts als der zentralen makroökonomischen Variablen der grundlegende Unterschied zwischen der rückschauenden statistischen Erfassung des Wirtschaftsprozesses und seiner theoretischen Analyse erläutert wird. Anschlieβend werden Modelle als das wichtigste Werkzeug des Theoretikers samt den an sie zu richtenden Fragen vorgestellt. Hinweise zur Methodik finden sich darüber hinaus im gesamten Text. Sie sollen anhand des jeweiligen Sachproblems zu einem besseren Verständnis der Vorgehensweise des Wirtschaftswissenschaftlers beitragen. Den Kern der Makroökonomik bilden Hypothesen über funktionale Zusammenhänge zwischen makroökonomischen Variablen, und in Teil II wird am Beispiel des Zusammenhangs zwischen Konsumausgaben und verfügbarem Einkommen in einer Volkswirtschaft gezeigt, wie man solche Hypothesen numerisch konkretisiert. Nach Einführung der makroökonomischen Investitionsfunktion in Teil III folgt in Teil IV das erste einfache gesamtwirtschaftliche Gütermarktmodell. Teil V erläutert die Grundhypothesen über die Nachfrage nach Geld und leitet zum Keynes-Modell über, das die bis dahin eingeführten Hypothesen zusammenfaβt und die Bedingungen für ein gleichzeitiges Gleichgewicht auf dem Güter- und dem Geldmarkt angibt.
Alfred Stobbe

Zweites Kapitel. Gesamtwirtschaftliche Expansions- und Kontraktionsprozesse

Zusammenfassung
Während es bisher darum ging, Gleichgewichtswerte für die betrachteten makroökonomischen Variablen während eines Zeitraums zu finden, steht in diesem Kapitel im Rahmen dynamischer und komparativ-statischer Analysen die Frage im Vordergrund, welche Werte die Variablen angesichts der Reaktionen der Wirtschaftssubjekte auf Ungleichgewichtszustände im Zeitablauf nacheinander annehmen. In Teil I wird zunächst ein typischer Konjunkturzyklus beschrieben und die Abfolge solcher Zyklen am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland für die Zeit von 1950 bis 1985 statistisch nachgewiesen. In Teil II folgen Verlaufsanalysen von Expansionsprozessen, die mit Zahlenbeispielen illustriert sind und bei denen auch die Frage geklärt wird, weshalb die realisierte Investition und Ersparnis in jedem Zeitraum auch dann übereinstimmen, wenn die entsprechenden Plangröβen voneinander abweichen. In Teil III werden mit dem Zusammenhang zwischen Steueraufkommen und Sozialprodukt und den Einflüssen öffentlicher Verbrauchs-, Investitions- und Transferausgaben einerseits und der Steuererhebung anderseits auf die Entwicklung des Sozialprodukts einige Aspekte der wirtschaftlichen Tätigkeit der öffentlichen Haushalte in die Betrachtung einbezogen. Teil IV erweitert die Analyse um den Auβenhandel und führt die Importfunktion ein. In der folgenden Einführung in die Konjunkturtheorie wird angenommen, daβ die Investitionstätigkeit von der Entwicklung des Sozialprodukts abhängt und gezeigt, bei welchen Verhaltensweisen der Konsumenten und Investoren es zu Schwankungen des Sozialprodukts kommt, die nicht zu einem neuen Gleichgewichtszustand führen. Teil VI schlieβlich beschäftigt sich mit dem Expansionsprozeβ schlechthin, dem wirtschaftlichen Wachstum. Methodische Grundlage des zweiten Kapitels ist das im ersten Kapitel eingeführte Einkommen- Ausgaben-Modell; und es werden nur reale Prozesse untersucht, Preise also noch nicht beachtet.
Alfred Stobbe

Drittes Kapitel. Geld und Kredit

Zusammenfassung
Lernziel dieses Kapitels ist es, einen Überblick über die Rolle des Geldes, der anderen Kreditbeziehungen, der Kreditmärkte und Zinssätze sowie über die Möglichkeiten und Probleme der Geld- und Kreditpolitik zu gewinnen. Mehr als in anderen Bereichen der Makroökonomik sind bei der Konstruktion von Theorien und bei wirtschaftspolitischen Eingriffen in der monetären Sphäre Einzelheiten des institutionellen Rahmens zu berücksichtigen, und Informationen über das Geld- und Kreditwesen der Bundesrepublik Deutschland durchziehen daher den gesamten Text. Zunächst wird versucht, die zentrale Bedeutung des Geldes für den Wirtschaftsablauf anhand von Vergleichen zwischen einer Geldwirtschaft von heute und einer gedachten Realtauschwirtschaft ohne Geld deutlich zu machen. In Teil II werden die wichtigsten Kreditmärkte mitsamt den Funktionen des Finanzsektors vorgestellt. Die Geschäftsbanken bilden, vor allem wegen ihrer Fähigkeit zur Geld-schöpfung, den wichtigsten Teil des Finanzsektors. Teil III erörtert ihre Tätigkeit einzelund gesamtwirtschaftlich unter diesem Aspekt und führt damit in die Theorie des Geldangebots ein. Teil IV stellt einige Hypothesen über die Nachfrage nach Geld vor, mit denen heute im wesentlichen gearbeitet wird, und vertieft damit die Analysen in Teil V des ersten Kapitels. Die praktische Anwendung der Hypothesen über Geldangebot und -nachfrage in der Geld- und Kreditpolitik samt ihrer Problematik wird allgemein im V. und speziell für die Bundesrepublik Deutschland im VI. Teil gezeigt. Bei der Lektüre dieses Kapitels sind Grundkenntnisse über die Art und Weise hilfreich, in der man den Wirtschaftsablauf im monetären Bereich mit Hilfe von Geldmengen-, Finanzierungs- und bankstatistischen Gesamtrechnungen erfaβt.
Alfred Stobbe

Viertes Kapitel. Theorie und Politik der Beschäftigung

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird das Problem der Beschäftigung der Erwerbspersonen behandelt, das in den westlichen Industrieländern seit den siebziger Jahren wirtschaftspolitisch in einem Ausmaβ in den Vondergrund getreten ist, das davor kaum erwartet worden war. In Teil I werden zunächst die Zusammenhänge zwischen Sozialprodukt und Beschäftigung entwikkelt, sodann die Eigenarten des Arbeitsmarktes mitsamt seinen Akteuren beschrieben und die Arten der Arbeitslosigkeit untersucht. Frühere Ideen über die Funktionsweise der Marktwirtschaft in bezug auf die Beschäftigung spielen immer noch eine Rolle, und Teil II führt daher die Modelle der nationalökonomischen Klassiker und von Marx vor. Die Reaktion auf diese erfolgte in Gestalt des Keynesschen Modells, das in Teil III in einer gegenüber dem ersten und zweiten Kapitel erweiterten Fassung mitsamt seinen wirtschaftspolitischen Konsequenzen diskutiert wird. Die darauf beruhende Makroökonomik wurde seitdem jedoch von der Realität wiederum in Frage gestellt: Inflation bei Voll- und bei Unterbeschäftigung wurde zum Hauptproblem, und in Teil IV wird über neuere Versuche berichtet, es theoretisch in den Griff zu bekommen, wobei auch wieder Hypothesen der Klassiker herangezogen werden. Teil V schlieβlich ist dem Arbeitsmarkt der Bundesrepublik Deutschland gewidmet, bei dem die Fülle der staatlichen Eingriffe beeindruckt. Ihre Aufführung und skizzenhafte Erläuterung soll hier zu verstehen helfen, warum eine nach den Maβstäben der fünfziger und sechziger Jahre unerhört hohe Arbeitslosigkeit nunmehr schon seit Jahren ohne Aussicht auf baldigen nennenswerten Rückgang andauert.
Alfred Stobbe

Backmatter

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