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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Hinter dem Begriff „qualitative Sozialforschung“ verbirgt sich nicht eine einzelne und klar definierte Methode der Erhebung und Auswertung sozialwissenschaftlicher Daten; die qualitative Tradition der empirischen Sozialforschung ist eher das, was im Englischen als eine broad church bezeichnet wird, unter deren Dach sich eine große Zahl unterschiedlicher Ansätze zusammenfinden, die sich auf verschiedene philosophische Wurzeln berufen können und sich auf teilweise differierende Konzepte sozialer Strukturen und sozialer Prozesse berufen. Als Konsequenz unterscheiden sich Schulen und Modelle qualitativer Forschung oft nicht nur in ihren Verfahren und Techniken der Datensammlung und -analyse, sondern auch hinsichtlich ihrer Ansprüche an die Verallgemeinerbarkeit der Forschungsergebnisse – das Spektrum reicht dabei von der detailgenauen Deskription und „dichten Beschreibung“ (GEERTZ 1983) fremder Sozialmilieus und sozialer Mikroprozesse über die Formulierung „empirisch begründeter Theorien“ mittlerer Reichweite (GLASER, STRAUSS 1967/1998, S. 85 ff. bis hin zur Entdeckung universell gültiger sozialer Regeln und „latenter Sinnstrukturen“ (OEVERMANN, ALLERT, KONAU, KRAMBECK1979).
Udo Kelle, Susann Kluge

Kapitel 1. Forschungslogische Grundlagen I: Induktion, Hypothese und Abduktion

Zusammenfassung
Allgemeine Lehrbücher zur empirischen Sozialforschung, die in der Regel ein Schwergewicht auf quantitative Forschungsmethoden legen und qualitative Verfahren entweder gar nicht oder nur am Rande behandeln (wie bspw. ATTESLANDER 2006; DIEKMANN 2007; FRIEDRICHS 1990; HÄDER 2006; KROMREY 2009; ROTH 1999; SCHNELL, HILL, ESSER 2005), entwerfen i.a. ein Modell des Forschungsprozesses, bei dem am Anfang die Hypothesenbildung stehen soll (vgl. etwa ATTESLANDER 2006, S. 18 ff.; DIEKMANN 2007, S. 187 ff. oder SCHNELL, HILL, ESSER 2005, S. 7 ff.). Hypothesenkonstruktion und Theoriebildung erfordern dabei vor allem theoretische Phantasie, die Fähigkeit zu kühnen Spekulationen (ROTH 1987, S. 87) und die Anwendung logisch-mathematischer Kalküle (OPP 2005, S. 170 ff.). Methodisch kontrollierte Forschungsarbeit, deren Sinn vor allem in der Überprüfung vorab formulierter Theorien besteht, erfordere dabei, dass der Forscher oder die Forscherin vor der Sammlung empirischer Daten elaborierte Untersuchungsinstrumente konstruiert (etwa Fragebögen oder Kategoriensysteme zur Verhaltensbeobachtung), mit deren Hilfe die zu Beginn formulierten theoretischen Konzepte dann operationalisiert werden.
Udo Kelle, Susann Kluge

Kapitel 2. Forschungslogische Grundlagen II: Die Bedeutung heuristisch-analytischer Konzepte

Zusammenfassung
Auch wenn die Entwicklung von Kategorien und Konzepten nicht vor der Datenerhebung erfolgt, sondern auf der Basis des erhobenen Materials, benötigt der Forscher oder die Forscherin Vorwissen. Weder empirische Verallgemeinerungen noch theoretische Aussagen „emergieren“ einfach aus dem Datenmaterial. ForscherInnen sehen die Realität ihres empirischen Feldes stets durch die „Linsen“ bereits vorhandener Konzepte und theoretischer Kategorien, sie benötigen eine bestimmte theoretische Perspektive, um „relevante Daten“ zu „sehen“. Die Verfügbarkeit und flexible Verwendung dieser theoretischen Perspektiven führt zu der von GLASER und STRAUSS (1967/1998) beschriebenen „theoretischen Sensibilität“, der Fähigkeit, über empirisch gegebenes Material in theoretischen Begriffen zu reflektieren.
Udo Kelle, Susann Kluge

Kapitel 3. Verfahren der Fallkontrastierung I: Qualitatives Sampling

Zusammenfassung
Fragen der Stichprobenziehung werden in der qualitativen Sozialforschung oftmals salopp beiseite geschoben (FLECK 1992; KELLE 2008a, S. 140 ff., MERKENS 2008, S. 290). In manchem qualitativen Forschungsprojekt herrscht gar die Auffassung vor, dass Probleme des sampling nur in der quantitativen Sozialforschung von Belang seien, wo es darum gehe, repräsentative Stichproben zu ziehen, ein Ziel, das für qualitative Studien (wo Stichproben gezogen werden, deren Umfang selten mehr als einige Dutzend Fälle umfasst) ohnehin nicht erreichbar sei.
Udo Kelle, Susann Kluge

Kapitel 4. Verfahren der Fallkontrastierung II: Die Kodierung qualitativen Datenmaterials

Zusammenfassung
Die Ziehung eines qualitativen Samples sollte, wie im Kapitel 3 erläutert wurde, nicht anhand des Zufallsprinzips, sondern durch eine systematische Kontrastierung von Fällen anhand von Kategorien bzw. Vergleichsdimensionen erfolgen, die für die Untersuchungsfragestellung relevant sind.
Udo Kelle, Susann Kluge

Kapitel 5. Konstruktion empirisch begründeter Typologien

Zusammenfassung
Mit der Bildung von Kategorien und ihrer Dimensionalisierung, das heißt der theoretisch geleiteten und empirisch begründeten Bildung von Subkategorien, ist eine wesentliche Grundlage für die Konstruktion von mehrdimensionalen Typen gelegt. In diesem Kapitel wollen wir das Vorgehen bei der Entwicklung und Rekonstruktion einer solchen, auf der Kombination unterschiedlicher Kategorien beruhenden Typologie ausführlich darstellen. Zu Beginn wird in Abschnitt 5.1 ein (natürlich sehr knapper) Überblick über die Geschichte des Typusbegriffs und des Konzepts der Typenbildung in der Soziologie und Sozialforschung gegeben. Leider ist die in der Methodenliteratur verwendete Terminologie hinsichtlich zentraler Konzepte wie „Typus“, „Merkmal“, „Kategorie“, „Merkmalsraum“ und „Dimension“ sehr uneinheitlich und gibt deshalb immer wieder zu Missverständnissen und zu Konfusion Anlass. In Abschnitt 5.2 werden wir diese Begriffe und ihre Beziehungen untereinander deshalb genauer erläutern. In Abschnitt 5.3 wird dann anhand empirischer Beispiele ein allgemeines vierstufiges Prozessmodell der Typenbildung beschrieben, dass mit sehr unterschiedlichen theoretischen Perspektiven der interpretativen Sozialforschung kompatibel ist.
Udo Kelle, Susann Kluge

Kapitel 6. Regeln für Fallkontrastierung, Fallvergleich und empirisch begründete Typenbildung

Zusammenfassung
Auf den folgenden Seiten wollen wir noch einmal wesentliche Aussagen des Buches in der Form von kurzen „methodologischen Regeln“ zusammenfassen. Zu jeder dieser methodologischen Regeln werden wir dabei das entsprechende Kapitel angeben, in welchem die zugehörigen theoretischen Grundlagen und Beispiele behandelt werden. Der eilige oder selektive Leser mag sich also an dieser Zusammenfassung orientierend die für ihn relevanten Kapitel und Abschnitte heraussuchen.
Udo Kelle, Susann Kluge

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