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Erschienen in: Zeitschrift für Energiewirtschaft 4/2022

28.11.2022

Vom ökonomischen Gewicht der Energie

Anmerkungen zur aktuellen Energiekrise aus wirtschaftstheoretischer Sicht

verfasst von: Jürgen Grahl, Reiner Kümmel, Dietmar Lindenberger

Erschienen in: Zeitschrift für Energiewirtschaft | Ausgabe 4/2022

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Zusammenfassung

Wir diskutieren die fundamentale Rolle der Energie als den Kapitalstock aktivierenden Produktionsfaktor und als Triebfeder des technischen Fortschritts und analysieren die Gedankenfehler hinter der (empirisch fragwürdigen) Gleichgewichtsannahme der neoklassischen Ökonomie, derzufolge Produktionselastizitäten und Faktorkostenanteile übereinstimmen müssen. Insbesondere zeigen wir auf, wie das dieser Annahme zugrundeliegende Postulat lokal unbeschränkter Substituierbarkeit zwischen den Produktionsfaktoren zu realitätsfernen, den Hauptsätzen der Thermodynamik widersprechenden Konsequenzen führt. Diese Überlegungen wenden wir auf die aktuelle Debatte über die ökonomischen Auswirkungen der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Gaskrise (bzw. eines etwaigen Gas-Embargos gegen Russland) an und hinterfragen die Analysen des ebenfalls von einer massiven Unterschätzung der ökonomischen Bedeutung des Faktors Energie geprägten sog. Bachmann-Papiers vom März 2022.
Fußnoten
1
Man könnte einwenden, dass hier statt des Primärenergieverbrauchs besser der Endenergieverbrauch zugrunde gelegt werden sollte, da Umwandlungsverluste die von uns direkt nutzbaren Energiedienstleistungen reduzieren. Dabei wird freilich übersehen, dass diese Umwandlungsverluste aufgrund des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik inhärenter Bestandteil unserer Energiebereitstellung sind: Ohne die in den Kraftwerken und Raffinerien aktiven Energiesklaven (deren Dienstleistungen man den Umwandlungsverlusten zuschreibt) könnten die in Wärmekraftmaschinen und Elektromotoren werkelnden, der Endenergie zugeschriebenen Energiesklaven ihre Dienstleistungen gar nicht erbringen.
 
2
und auch dies nur, wenn man die Beschränkungen ignoriert, die sich daraus ergeben, dass der Kapitalstock erst durch Energie aktiviert wird, und die dazu führen, dass keine beliebigen Faktorkombinationen möglich sind.
 
Literatur
Zurück zum Zitat Ayres R, Warr B (2005) Accounting for growth: the role of physical work. Struct Chang Econ Dynam 16:181–209 CrossRef Ayres R, Warr B (2005) Accounting for growth: the role of physical work. Struct Chang Econ Dynam 16:181–209 CrossRef
Zurück zum Zitat Daly H (2000) When smart people make dumb mistakes. Ecol Econ 334:1–3 CrossRef Daly H (2000) When smart people make dumb mistakes. Ecol Econ 334:1–3 CrossRef
Zurück zum Zitat Samuelson P, Nordhaus W (1998) Volkswirtschaftslehre. Ueberreuther, Frankfurt, Wien Samuelson P, Nordhaus W (1998) Volkswirtschaftslehre. Ueberreuther, Frankfurt, Wien
Metadaten
Titel
Vom ökonomischen Gewicht der Energie
Anmerkungen zur aktuellen Energiekrise aus wirtschaftstheoretischer Sicht
verfasst von
Jürgen Grahl
Reiner Kümmel
Dietmar Lindenberger
Publikationsdatum
28.11.2022
Verlag
Springer Fachmedien Wiesbaden
Erschienen in
Zeitschrift für Energiewirtschaft / Ausgabe 4/2022
Print ISSN: 0343-5377
Elektronische ISSN: 1866-2765
DOI
https://doi.org/10.1007/s12398-022-00337-0

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