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Über dieses Buch

Die BiKES-Studie richtet den Blick in einem innovativ qualitativen Multiple Methods Design auf pädagogische Fachkräfte mit und ohne Migrationsgeschichte. Mit den Resultaten aus Expertinnen-Interviews sowie einer Qualifizierung werden überraschende Potenziale, Kompetenzentwicklungen und Typenmerkmale der Fachkräfte zur Sprachbeobachtung mehrsprachiger Kinder aufgedeckt. Die Ergebnisse liefern übertragbare Hinweise für Kita, Schule und Therapie.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Thematische Heranführung – sprachlich-kulturelle Diversität als neue Wirklichkeit

Zusammenfassung
Mit dem Erwerb und dem Gebrauch einer anderen Sprache können individuelle Horizonte erweitert, diverse gesellschaftliche Lebensbezüge hergestellt und verschiedene Kulturen erschlossen werden. Im Zugang zu neuen subjektiven und intersubjektiven Welten des persönlichen Ausdrucks sowie der sozialen und kulturellen Verständigung ergibt sich eine Vielfalt an sprachlichen und kulturellen Konstellationen, mit denen sich die Menschen seit jeher auseinandergesetzt haben. Sprachlich-kulturelle Diversität des Einzelnen und in der Gesellschaft erfährt gegenwärtig eine große Beachtung, da sich aufgrund weltweiter Wanderungsprozesse in der Bevölkerung derzeit ungewohnte Chancen, aber auch Herausforderungen entwickeln. Über Mehrsprachigkeit und Interkulturalität wird aktuell in politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Gremien äußerst kontrovers diskutiert.
Ulrich Stitzinger

Kapitel 2. Interdisziplinäre Fundierung – Forschung und Praxis im Kontext sprachlich-kultureller Diversität pädagogischer Fachkräfte

Zusammenfassung
In der thematischen Hinführung (s. Kap. 1) konnte ein erster Rahmen abgesteckt werden, in dem sich das Forschungsvorhaben der vorliegenden Arbeit verortet. Im folgenden zweiten Kapitel wird eine Konkretisierung des Handlungsfeldes pädagogischer Fachkräfte im Kontext sprachlich-kultureller Diversität vorgenommen. Dazu ist die Absicht, die frühpädagogische Praxis mehrsprachiger, interkultureller Arbeit im Sinne einer interdisziplinären Fundierung auszuleuchten, um eine Basis für nachfolgende Entscheidungen innerhalb der Forschung zu erhalten.
Ulrich Stitzinger

Kapitel 3. Konzeptualisierung – pädagogisches Handeln im Kontext sprachlich-kultureller Diversität des Elementarbereiches

Zusammenfassung
Ausgehend vom aktuellen Stand der Praxis und der Forschung zum Handlungsfeld pädagogischer Fachkräfte im Bereich mehrsprachiger und interkultureller Förderung (s. Kap. 2) wird im dritten Kapitel das professionelle Handeln pädagogischer Fachkräfte im Kontext sprachlich-kultureller Diversität auf einer abstrakteren Konzeptebene systematisiert. Da die Nutzung und Entwicklung von Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte im Bereich Mehrsprachigkeit und Interkulturalität weiter untersucht werden sollen, wird im Folgenden ein Kompetenzmodell für den Kontext sprachlich-kultureller Diversität des Elementarbereiches in Anlehnung an das Sprachdidaktische Planungs- und Reflexionsmodell von Lüdtke (2012b) vorgestellt. Hierfür werden zunächst in der Perspektive der Prozessorientierung die Konstituenten des Modells auf einer ersten Komplexitätsstufe dargelegt (s. Kap. 3.1).
Ulrich Stitzinger

Kapitel 4. Theoretische Generalisierung – sprachlich-kulturelle Identität, Teilhabe und Diversität

Zusammenfassung
Nachdem die Mehrdimensionalität und Dynamik mehrsprachiger und interkultureller Arbeit pädagogischer Fachkräfte auf der Konzeptebene erfasst und strukturiert wurde (s. Kap. 3), wird im vierten Kapitel der Kontext sprachlich-kultureller Diversität auf einer abstrakten theoretischen Ebene betrachtet. Dabei werden Erklärungen für Zusammenhänge des professionellen Handelns und der Ressourcenentfaltung pädagogischer Fachkräfte herausgearbeitet. Hierzu wird insbesondere auf Identitäts-, Teilhabe- und Diversitätsprozesse in sprachlich-kulturellen Dimensionen zwischen Stabilisierung und Destabilisierung mit Bezug auf die Relationale Sprachtheorie nach Lüdtke (2012a) eingegangen (s. Kap. 4.1), da die professionelle Identität einer Fachkraft sowie die Teilhabemöglichkeiten und Diversitätskonstellationen im Team und im Kita-System Auswirkungen auf die Potenzialentwicklung haben können. Somit wird der Kontext sprachlich-kultureller Diversität mit wechselseitigen Bezügen zwischen dem Nahbereich einer pädagogischen Fachkraft bis hin zum globalen Bereich des Systems der Elementarpädagogik theoretisch erklärt.
Ulrich Stitzinger

Kapitel 5. Ableitungen und Annahmen

Zusammenfassung
Aus den bisher herausgearbeiteten Fundierungen, Konzeptualisierungen und Theorien zum Konstrukt sprachlich-kultureller Diversität im Kontext frühpädagogischer Arbeit (s. Kap. 2, 3 u. 4) ergeben sich Ableitungen und Annahmen über den professionellen Nutzen von Mehrsprachigkeit und Interkulturalität pädagogischer Fachkräfte, welche im fünften Kapitel in den wesentlichen Punkten zusammengefasst und für die empirische Planung orientierend festgehalten werden. Dabei verdichten sich die Ausgangsgedanken der vorliegenden Arbeit, dass Mehrsprachigkeit und Interkulturalität bedeutsame Potenziale pädagogischer Fachkräfte zur sprachlich-kulturell diversitätssensiblen Ausrichtung in der Kindertagesstätte darstellen. Inwieweit diese Potenziale von pädagogischen Fachkräften unter den vorliegenden Bedingungen und Einflüssen tatsächlich verfügbar sind und ausgeschöpft werden können, zeichnet sich durch erste Hinweise im Bereich der Professionalisierung aus Praxiserfahrungen, empirischer Forschung und Theoriebildung ab. Allerdings bestehen zu den Merkmalen pädagogischer Fachkräfte, die zur Ressourcennutzung im Kontext sprachlich-kultureller Diversität letztlich von Vorteil sind, noch erhebliche Forschungslücken.
Ulrich Stitzinger

Kapitel 6. Methode – Forschungsdesign der BiKES-Studie

Zusammenfassung
In den Ableitungen und Annahmen über das Potenzial und die Ressourcennutzung von Mehrsprachigkeit und Interkulturalität im Elementarbereich im professionellen Kontext pädagogischer Fachkräfte zeigen sich wichtige Perspektiven zur Konzeption einer qualitativ ausgerichteten Forschungsarbeit (s. Kap. 5). Auf der Basis dieser Hinweise wurde das Dissertationsvorhaben im Rahmen des Forschungsprojektes ‚Entwicklung professioneller Selbstkompetenz und Stärkung sprachlich-kultureller Potenziale bilingualer ErzieherInnen‘ (Kurzbezeichnung: BiKES – Potenziale bilingual-bikultureller ErzieherInnen stärken) geplant und durchgeführt. Im folgenden fünften Kapitel wird der empirische Aufbau der BiKES-Studie vermittelt.
Ulrich Stitzinger

Kapitel 7. Ergebnisse zum Forschungsschwerpunkt I – Potenziale mehrsprachig-interkultureller frühpädagogischer Arbeit

Zusammenfassung
Analog zur Struktur der Forschungsschwerpunkte (s. Kap. 6.1.1) sowie unter Berücksichtigung der Fragestellungen (s. Kap. 6.1.2) werden auf der Grundlage der begründeten Methoden und Auswertungsschritte in den nachfolgenden Kapiteln die Ergebnisse der BiKES-Studie dargestellt. Dabei handelt es sich in diesem siebten Kapitel zunächst um die Ergebnisse der fokussierten leitfadengestützten Interviews (s. Kap. 6.5.1), die im Rahmen der Erhebung der Ausgangspotenziale in einer hauptsächlich qualitativ vertieften Perspektive ausgewertet wurden (s. Forschungsfragen I. 1–5). Hierzu wurden die kategorisierten Themen des Interviewmaterials in Themengruppen zusammengefasst und charakterisiert.
Ulrich Stitzinger

Kapitel 8. Ergebnisse zum Forschungsschwerpunkt II – Potenzialentwicklung von Sprachbeobachtungskompetenzen

Zusammenfassung
Nachdem die Potenzialkonstellationen bilingualer und monolingualer pädagogischer Fachkräfte im Kontext mehrsprachiger und interkultureller frühpädagogischer Arbeit herausgestellt wurden (s. Kap. 7), wird im nachfolgenden achten Kapitel der Analyseschwerpunkt darauf gelegt, wie sich die Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte im Zuge einer Qualifizierungsmaßnahme im Bereich der Sprachbeobachtung mehrsprachiger Kinder mit Migrationshintergrund zu zwei Messzeitpunkten (Ersterhebung = MZP1; Zweiterhebung = MZP2) veränderten (s. Forschungsfragen II. 1–5). Dazu wurden die Ergebnisse der Bearbeitung von vier Fallvignetten in der Erst- und Zweiterhebung anhand schriftlicher Einschätzungen der pädagogischen Fachkräfte auf dem BiKES-Beobachtungsbogen (s. Kap. 6.5.2.3) zunächst qualitativ ausgewertet. Um darüber hinaus Veränderungen in der Gesamtschau darlegen zu können, wurden die Ergebnisse nach der korrekten Hauptkategorienanzahl (s. Kap. 6.5.2.6) jeweils quantifiziert miteinander verglichen. Damit sollen Belege für eine erfolgreiche Nutzung vorhandener Potenziale pädagogischer Fachkräfte im Kontext der Sprachbeobachtung mehrsprachiger Kinder offen gelegt werden.
Ulrich Stitzinger

Kapitel 9. Ergebnisse zum Forschungsschwerpunkt III – Merkmale zu Entwicklungspotenzialen und zur Ressourcennutzung

Zusammenfassung
In der vorangegangenen Ergebnisdarstellung (s. Kap. 8) zeichnete sich einerseits ab, dass besonders bei bilingualen pädagogischen Fachkräften Beobachtungskompetenzen zu den eigenen Erstsprachen vorlagen. Andererseits wurde deutlich, dass die Erweiterung entsprechender Kompetenzen nicht allein auf die Merkmale der Erstsprachkenntnisse und spezieller interkultureller Zugänge zurückzuführen sind. Qualifizierungseffekte zur Beurteilung sprachlicher Fähigkeiten mehrsprachiger Kinder konnten nämlich auf alle Fachkräftegruppen verteilt festgestellt werden.
Ulrich Stitzinger

Kapitel 10. Diskussion und Schlussfolgerungen – vom Potenzial zur Ressource

Zusammenfassung
Im Hinblick auf die Verallgemeinerung neuer Erkenntnisse werden im zehnten Kapitel die Ergebnisse der BiKES-Studie aus der Interviewerhebung im ersten Forschungsschwerpunkt (s. Kap. 7) und aus der Fallvignettenarbeit im zweiten Forschungsschwerpunkt (s. Kap. 8) sowie aus der Typenbildung im dritten Forschungsschwerpunkt (s. Kap. 9) nachfolgend interpretiert und bewertet (s. Kap. 10.1). Dabei werden die leitenden Forschungsfragen (s. Kap. 1.2 u. 6.1.2) beantwortet und die erzielten Erkenntnisse dargelegt. Ferner werden das Vorgehen innerhalb der Studie kritisch reflektiert und methodische Limitationen aufgezeigt, um die Aussagekraft und Relevanz der Forschung realistisch einordnen zu können (s. Kap. 10.2).
Ulrich Stitzinger

Kapitel 11. Fazit – pädagogische Fachkräfte als Akteurinnen und Akteure im Kontext sprachlich-kultureller Diversität

Zusammenfassung
Im Rahmen der Interpretation, Bewertung und Relativierung der Ergebnisse der Bi-KES-Studie wurden entlang der beantworteten Forschungsfragen wesentliche Schlussfolgerungen zur Potenzialkonstellation und Ressourcennutzung von Sprachbeobachtungskompetenzen pädagogischer Fachkräfte im Kontext sprachlich-kultureller Diversität gezogen (s. Kap. 10). Daraus ergeben sich abschließend für das elfte Kapitel weitere Hinweise bezüglich Forschungsdesiderata (s. Kap. 11.1) und Implikationen für die Praxis (s. Kap. 11.2).
Ulrich Stitzinger

Backmatter

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