Vom Urknall bis zum E-Auto
Ein Museumsführer durch (fast) 14 Milliarden Jahre Geschichte
- 2025
- Buch
- Verfasst von
- Gideon Böss
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Nur im Museum ist es möglich, in wenigen Schritten Milliarden Jahre Evolution, Menschheits- oder Technikgeschichte hinter sich zu bringen. Auf dem Weg durch Raum und Zeit stellt dieses Buch auf kurzweilige Art Museen und das in ihnen präsentierte Wissen vor. In mehr als zwanzig Stationen geht es vom Urknall über die Entstehung der Erde und des Lebens, zur Gründung erster Königreiche, zu Kleopatra, Luther und den Menschenrechten, zu Napoleon, Computern und dem Klimawandel.
Es geht aber auch um die Museen selbst (ab dieser 3. Auflage ist übrigens auch eines aus Österreich dabei), ihre Entstehungsgeschichten und oft exzentrischen Gründer – von denen sich einer inmitten seiner Ausstellungsfläche begraben ließ und dort noch immer liegt.
In diesem Buch vergehen (fast) 14 Milliarden Jahre wie im Flug.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Urknall – Wie alles begann und dann weiterging
Gideon BössZusammenfassungWie ging das alles eigentlich mal los mit dem Universum? Um mehr darüber zu erfahren, ist ein Naturkundemuseum ein ziemlich guter Ort. Tatsächlich fanden fast alle wichtigen Entwicklungen für den Aufbau und die Entwicklung des Alls schon in einem Sekundenbruchteil nach dem Urknall statt. Der Besuch im Museum für Naturkunde Berlin gibt außerdem Einblicke in das Entstehen sowie die schieren Ausmaße unseres Sonnensystems, dessen äußerster Planet mehr als 4,5 Mrd. Kilometer vom Zentrum entfernt ist – unsere Erde ist dabei mit 150 Mio. Kilometer geradezu nahe an der Sonne dran. Abschließend gibt dieses Kapitel einen Ausblick auf die drei aktuell populärsten Szenarien für das Ende des Universums. -
Planet Erde – Als unser Planet Prügel bezog
Gideon BössZusammenfassungIn den ersten 1 Mrd. Jahren ihres Bestehens musste die Erde viel einstecken. Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, jahrelange Gewitter und regelmäßige Einschläge aus dem Weltall (einem davon verdanken wir unseren Mond) prägten diese Zeit, bevor sich die Verhältnisse langsam stabilisierten. Vor 3,5 Mrd. Jahren machten sich schließlich Einzeller breit, womit das Leben auf der Erde begann. Im Frankfurter Senckenberg Museum wird die Entwicklung des Lebens von jenen Einzellern bis heute nachgezeichnet, wobei es auch um die Eroberung des Landes geht. Dabei kommt es zu einer Überraschung, denn diese Pioniertat unternahmen nicht die Tiere, wie man gemeinhin denkt, sondern die Pflanzen. Im Verlauf der Erdzeitalter kommen und gehen viele Tierarten, darunter auch die Dinosaurier, bevor die Ausstellung schließlich beim Homo sapiens ankommt. -
Pflanzen – Die unterschätzten Eroberer
Gideon BössZusammenfassungPflanzen werden unterschätzt. Während Tiere ohne Frage der Teil der Natur sind, zu dem die Menschen den emotionaleren Zugang haben, geht die Flora immer ein wenig unter. Zu Unrecht, wie ein Besuch im Botanischen Garten und Botanischen Museum in Berlin zeigt. Nicht nur gibt es die Pflanzen schon viel länger, sondern sie haben auch erst die Erdatmosphäre geschaffen, in der Tiere leben können. Im Botanischen Garten können Pflanzen aller Klimazonen bestaunt werden, die in einem weiträumigen und verglasten Gewächshaus untergebracht sind. Besucher erfahren auch, dass unter anderem Moose zu den „lebenden Fossilien“ zählen, da es sie schon seit etwa 400 Mio. Jahren gibt und sie sich praktisch nicht verändert haben. Was heißt, dass sie schon lange da waren, als die ersten Dinosaurier auftauchten, ihnen dann als Futter dienten und noch immer da sind. Außerdem erfährt man, dass nicht die Wälder, sondern riesige Algenteppiche am meisten Sauerstoff herstellen. -
Tiere – Ein Albtraum aus Giften, Klauen und Stacheln
Gideon BössZusammenfassungTiere sind erstaunlich fähig darin, sogar die lebensfeindlichsten Orte zu bewohnen. Selbst wenn das bedeutet, sich immer und immer wieder neu zu erfinden. Wie es etwa der Eisfisch machte, der in den antarktischen Gewässern eigentlich nicht überleben könnte, es aber nach einigen erstaunlichen körperlichen Anpassungen doch kann. Im Museum Koenig in Bonn wird die Tierwelt auf eine ungewöhnliche Weise vorgestellt, da das Konzept stark auf präparierte Exponate setzt. Besucher können darum ausgestellten Löwen, Eisbären und Robben in die Augen sehen. Besonders eindrücklich ist der Bereich zu den Insekten, der keinen Zweifel daran lässt, dass die Welt dieser kleinen Tiere ein Albtraum aus Säuren, Giften, Stacheln und Scheren ist. -
Menschenarten – Wir waren mal viele, jetzt sind wir allein
Gideon BössZusammenfassungWir Homo sapiens waren nicht immer die einzige Menschenart. Die bekannteste andere ist der Neandertaler, der erst vor etwa 40.000 Jahren ausstarb. Im Neanderthal Museum in Mettmann geht es um unsere ausgestorbene Verwandtschaft und die Frage, was wir über all die anderen Homozweige wissen – was bisher erstaunlich wenig ist. Der Ort des Museums ist dabei selbst schon Teil der Menschheitsgeschichte, denn nur wenige Meter entfernt befindet sich das Neandertal, wo im Jahr 1856 ein entsprechendes Skelett gefunden wurde, nach dem diese Menschengattung benannt ist. In der Ausstellung geht es auch darum, welche Fähigkeiten dafür sorgen, dass der Homo sapiens nicht ausstarb, sondern sich erfolgreich auf der ganzen Welt durchsetzen konnte. -
Kommunikation – Vom Homo sapiens zum Homo smartphonis
Gideon BössZusammenfassungDer Mensch verdankt seinen Aufstieg vor allem seiner Fähigkeit, sich zu organisieren. Darin ist er allen anderen Tieren haushoch überlegen. Aber wie hat sich das eigentlich entwickelt? Das Museum für Kommunikation geht dieser Frage nach, die mit einer Veränderung am Zungenbein vor 1,9 Mio. Jahren begann und bei der Echtzeitkommunikation unserer Zeit endet. Die Geschwindigkeit, mit der Informationen übertragen werden konnten, entschied über Aufstieg und Niedergang ganzer Reiche. Dass beispielsweise Roms Imperium so lange bestehen blieb, lag auch am ausgeklügelten Straßennetz, über das Boten so schnell wie nirgendwo sonst auf der Welt reisen konnten. -
Schrift – Kann ich das bitte schriftlich haben?
Gideon BössZusammenfassungSeit die Menschen vor etwa 5000 Jahren die Schrift erfunden haben, haben sie nicht mehr mit dem Schreiben aufgehört. Was wohl am eindrucksvollsten zeigt, wie wichtig diese Kulturtechnik ist. Im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig wird auf die Geschichte des Lesens und Schreibens eingegangen. Dabei wird auch deutlich, wie lange gesellschaftliche Eliten dieses Wissen für sich behalten wollten. Erst mit dem Buchdruck änderte sich die Situation zunehmend, bevor schließlich die schiere Flut an Publikationen von keiner Zensur mehr – auch nicht von der hartnäckigen katholischen – überblickt werden konnte. Um das Schreiben und Lesen tobte noch im 19. Jahrhundert ein Kulturkrieg, da reaktionäre Kreise speziell in lesenden Frauen eine Gefahr für Ordnung und Moral sahen. Vor allem durch Romane würden diese hysterisch werden und könnten ihren gesellschaftlichen Pflichten nicht mehr nachkommen. -
Frühe Hochkulturen – Eine Armee unbesiegbarer Beamter
Gideon BössZusammenfassung„Frühe Hochkulturen“ klingt ein wenig nach hochbegabten Kindern, die früher eingeschult werden und direkt eine Klasse überspringen. Das bekannteste dieser Kinder der Menschheit heißt Ägypten. Im Neuen Museum in Berlin wird diese vergangene Kultur zum Leben erweckt, wobei das ironischerweise vor allem über Grabsteine stattfindet. Es gibt eine große Auswahl an Steingräbern aus mehreren tausend Jahren pharaonischer Geschichte zu betrachten. Daneben werden aber auch uralte Kinderspielzeuge und Brettspiele gezeigt und als größte Attraktion die Büste der Nofretete, für die es einen eigenen Ausstellungsraum gibt. -
Seefahrt – Und ewig grüßt die Haifischflosse
Gideon BössZusammenfassungDie Geschichte der Seefahrt gehört zu den erstaunlichsten Kapiteln in der Geschichte der Menschheit. Von der Luft abgesehen, gibt es keinen Ort, der so wenig für den Menschen geschaffen scheint, wie das Wasser. Trotzdem zog es ihn schon immer dorthin hinaus. Das Internationale Maritime Museum Hamburg zeichnet diese ebenso abenteuerliche wie riskante Reise nach, die den Menschen vom primitiven Floß bis auf das Deck atombetriebener Flugzeugträger führte. Wie sehr die See schon immer die Fantasie beflügelte, zeigen auch Mythen, in denen Seefahrten eine entscheidende Rolle einnehmen. Die vielleicht berühmteste ist dabei die Irrfahrt des Odysseus gewesen. Auch das Radar, das aus der modernen Welt nicht wegzudenken ist, wurde im Rahmen der Seefahrt erfunden – und dann erstmal über Jahrzehnte hinweg wieder vergessen. Der spannenden Geschichte der Schiffe und Ozeane wird in diesem Museum auf den (Meeres-)Grund gegangen. -
Krieg – Als Diplomaten noch Rüstung trugen
Gideon BössZusammenfassungKrieg begleitet die Menschheit, seit es die Menschheit gibt. Schon die Schöpfungsmythen strotzen vor Gewalt, vor Konflikten, Intrigen und Schlachten. Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden beschäftigt sich mit der Geschichte des Kriegs. In den verschiedenen Abschnitten der Ausstellung geht es um historische Kriege, um das Leid der Zivilbevölkerung, um Traumata und um Erinnerungskultur. Aber auch um die Frage, wie sehr die Erziehung schon eine mögliche Kriegsbereitschaft fördert. Etwa durch Spielzeugsoldaten, kindergerechte Kriegslieder oder Kleidung, die der von (Marine-)Uniformen nachempfunden ist. -
Antike – Traue keinen nackten Philosophen
Gideon BössZusammenfassungKeine andere Macht hat die Geschichte Europas so nachhaltig beeinflusst wie das antike Rom. Bis heute gibt es Straßen, Aquädukte und Bauwerke, die an die einstige Blütezeit Roms erinnern. Auf seinem Höhepunkt verfügte das Imperium über ein Streckennetz von 80.000 km. Das Rheinische Landesmuseum in Trier erläutert die Gründe für den lang anhaltenden Erfolg Roms, geht aber auch auf den Alltag seiner Bewohner ein. Eines der größten Mosaike auf deutschem Boden zeigt, wie viel Mühe auch in die Ausgestaltung der eigenen Häuser investiert wurde. Gleiches galt für die Grabsteine, die oft große Steinmetzkunst waren. -
Globale Kulturen – Das haben wir aber viel früher erfunden
Gideon BössZusammenfassungEs gibt Unterschiede, aber auch erstaunlich viele Ähnlichkeiten zwischen den Kulturen der Welt. Im Museum 5 Kontinente in München geht es genau darum. So ähneln sich beispielsweise die Schöpfungsmythen an so verschiedenen Orten wie Ozeanien und Afrika oft erstaunlich stark. Ebenso ist es bemerkenswert, dass es sowohl in Mittelamerika als auch Nordafrika Pyramiden gibt – erbaut im zeitlichen Abstand von tausenden Jahren. Allerdings gibt es auch einzigartige Traditionen. So müssen in Neuirland die Lebenden die Geister der Toten bändigen, damit diese sich nicht gegen die Familie wenden, und das Volk der Baulen in Afrika glaubt an Jenseitspartner, die eifersüchtig werden, wenn ihr Mensch sie nicht ausreichend beachtet. Afrika, Ozeanien, Amerika, Asien und die Religion Islam werden auf diese Weise vorgestellt. -
Mittelalter – Zwischen Kreuzzug und Ketzerei
Gideon BössZusammenfassungMan kann nicht genau sagen, von wann bis wann das Mittelalter dauerte. Im Germanischen Nationalmuseum geht es mit den Langobarden los und damit Mitte des 6. Jahrhunderts, als sie Italien eroberten und katholisch wurden. Erschwerend kommt noch hinzu, dass mittelalterliche Quellen oft unklar sind. So gibt es in der Ausstellung ein Glasgemälde, das entweder Karl den Großen oder König Stephan von Ungarn zeigt, wie der Begleittext etwas ratlos feststellt. Ansonsten sah das Mittelalter den Aufstieg der Städte zu echten Machtfaktoren und einen Reliquienhandel mit Splittern des Kreuzes Jesus, der so außer Kontrolle geriet, dass die katholische Kirche dagegen vorging. In jener Zeit erlebte auch der Kirchenbau eine Blütezeit und die entstehende Bürgerschaft drang in immer mehr Machtbereiche vor, die bis dahin zwischen Klerus und Adel aufgeteilt waren. -
Malerei – Männer, die auf (abgeschlagene) Köpfe starren
Gideon BössZusammenfassungWährend sich heutige Eliten Fußballvereine zulegen, um etwas für ihr Image zu tun, taten sie es in früheren Zeiten gerne mit Kunst. Das Haus Habsburg gehörte zu den ersten Monarchien der Welt, die systematisch Gemälde erstanden. Der Aufstieg von Herrscherhäusern und später auch Privatpersonen zu einflussreichen Kunstmäzenen beendete ab dem 16. Jahrhundert die beinahe monopolartige Stellung der katholischen Kirche in diesem Bereich. Es kam auch zunehmend in Mode, dass Auftraggeber sich selbst in biblische Motive hineinmalen ließen oder diese gleich ganz aus dem Nahen Osten nach Europa versetzten. Darum kann im Kunsthistorischen Museum Wien unter anderem ein Gemälde bestaunt werden, auf dem der Kindermord von Bethlehem in ein flämisches Dorf verlegt wurde. -
Neuzeit – Exakte Weltkarten ganz ohne Japan
Gideon BössZusammenfassungIn einem deutschen Museum ist das 16. Jahrhundert natürlich das Luther-Jahrhundert. Auch das Deutsche Historische Museum in Berlin hat einen Schwerpunkt auf dem Reformator aus Wittenberg. Daneben geht es aber auch um die globalen Umwälzungen, seit Christoph Kolumbus Amerika erreicht hatte (er selbst blieb bis zu seinem Lebensende der Meinung, er sei wirklich in Indien gewesen), und um die Konflikte zwischen den christlichen Konfessionen, die schließlich im Dreißigjährigen Krieg eskalierten. Auch danach blieb der Krieg ein fester Teil europäischer Machtpolitik. Doch neben all dem Kanonendonner entwickelte sich eine kulturelle Erneuerungsbewegung: die Aufklärung. Nach der Französischen Revolution und Napoleons Aufstieg und Fall verlangten die Völker immer mehr Mitspracherechte. Die Zeit der absolutistischen Herrscher kam an ihr Ende. -
Industrielle Revolution – Das Pferd geht in Rente
Gideon BössZusammenfassungIn Deutschland steht die Adler-Lokomotive für den Beginn der industriellen Revolution und rollte 1835 erstmals zwischen Nürnberg und Fürth über die Gleise. Das Museum Industriekultur in Nürnberg zeigt, wie fundamental die Industrialisierung die Gesellschaft verändert hat. Selbst das Stadtbild wandelte sich massiv, das bis dahin noch stark mittelalterlich geprägt war. Nun brauchten die Fabriken und Maschinen Platz und vor allem die Massen an Menschen, die in die Städte drängten. So wuchs allein Berlin zwischen 1871 und 1911 von 913.000 auf 3,8 Millionen Einwohner an. Neben einem Innovationsschub in Wissenschaft und Forschung sowie der Massenproduktion, durch die viele Waren immer erschwinglich wurden, stürzte die Industrialisierung aber auch Millionen Arbeiter in Armut, während sie sich beim Malochen die Gesundheit ruinierten. -
Migration – Goodbye Germany
Gideon BössZusammenfassungSeit es den Homo sapiens gibt, wandert er. Migration ist eines der großen Themen der Menschheitsgeschichte. Sie hat Zivilisationen begründet und zerstört, für glückliche Rettungen und tragisches Scheitern gesorgt und oft gesellschaftliche Unruhen ausgelöst. Selten nahmen Menschen es leichtfertig auf sich, die Koffer zu packen und in der Fremde neu anzufangen. Das Auswandererhaus Bremerhaven beleuchtet das Thema Migration anhand der deutschen Auswanderung im 19. Jahrhundert, die größtenteils in die USA verlief. Unter hohen persönlichen Risiken – auf den Segelschiffen lag die Quote der Todesfälle bei 50 % – verließen sie einen von Hunger, Gewalt und Überbevölkerung gebeutelten Kontinent und folgten der Hoffnung, dass auf der anderen Seite des Atlantiks ein besseres Leben auf sie wartet. Dieser Traum erfüllte sich oft, aber längst nicht immer. -
Medizin – Bitte Hände waschen
Gideon BössZusammenfassungEs dauerte erstaunlich lange, bevor die Menschheit anfing, die Bedeutung von Hygiene, Sauberkeit und Ernährung zu begreifen. Ein Bewusstsein entwickelte sich zunehmend erst Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden ist selbst ein Beweis für diesen Wertewandel, da es in jener Zeit gegründet wurde. Mittlerweile hatte sich das Verständnis des Körpers geändert und die Medizin erlebte ungeahnte Fortschritte. So lag im 19. Jahrhundert die durchschnittliche Lebenserwartung für beide Geschlechter noch bei unter 40 Jahren. Heute kommen Frauen hingegen auf 83 Jahre und Männer auf 78. Auch die Säuglingssterblichkeit ging in dieser Zeit allein in Deutschland von 400.000 pro Jahr auf weniger als 2500 zurück. Die moderne Medizin hat damit die wohl größte Erfolgsgeschichte geschrieben, die es je gab. -
Fliegen – Flugunfähige Säugetiere in 12.000 Metern Höhe
Gideon BössZusammenfassungEs gibt wenige Träume, auf die sich die gesamte Menschheit bei einer Vollversammlung einigen könnte. Einer davon dürfte aber der Traum vom Fliegen sein. Das Deutsche Technikmuseum in Berlin stellt die Pioniere des Fliegens vor und schlägt den Bogen bis in die Zeit moderner Kampfflugzeuge und Passagiermaschinen. Los ging es einst im Ballon. Am 21. November 1783 hob dieser in Frankreich ab. Die eigentliche Luftfahrtgeschichte wird aber vor allem mit den Pionieren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbunden, zu denen mit Otto Lilienthal auch ein Deutscher gehörte. Die Fortschritte waren erstaunlich und schon in den 1920er-Jahren flogen erste Fluglinien ein dichtes Netz an Zielen an. Heute sind jährlich mehr als 4 Milliarden Passagiere weltweit im Flugzeug unterwegs, und der Traum zu fliegen, den viele Pioniere mit dem Leben bezahlten, hat sich in Form eines fast alltäglichen und sicheren Beförderungsmittels erfüllt. -
Automobil – Totale Freiheit und Tempolimit
Gideon BössZusammenfassungDer Zug und das Flugzeug sind beide nicht aus der modernen Welt wegzudenken, aber im Alltag haben die meisten Menschen vor allem mit dem Auto zu tun. Das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart widmet sich dessen Geschichte natürlich vor allem mit einem Schwerpunkt auf die eigene Firmengeschichte. Wobei diese mit Carl Benz und Gottlieb Daimler die beiden wichtigsten Automobilpioniere vereint – die übrigens in ihrem Leben kein Wort miteinander gewechselt haben. 1886 begann das Autozeitalter und schon im Jahr 1908 beschleunigte ein Wagen auf atemberaubende 163 km/h. Trotzdem dauerte es noch lange, bis das Auto wirklich erfolgreich wurde. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich genug Menschen eines leisten, womit der globale Siegeszug dieses Gefährts begann. Im Moment steht die Branche aber an einem Scheideweg. Welches Antriebsmodell wird den Verbrennermotor beerben? -
Weltall – Homo sapiens Mondfahrt
Gideon BössZusammenfassungNachdem sich bis ins 20. Jahrhundert hinein vor allem Schriftsteller mit Reisen zu fremden Planeten und Begegnungen mit Außerirdischen beschäftigten, änderte sich das ab den 1950er-Jahren. Der Kalte Krieg diente dabei als erster und gewaltiger Antrieb der Raumfahrtgeschichte. Das Technik Museum Speyer zeichnet diesen Kampf der Systeme nach, in dessen Verlauf erst Satelliten und dann Menschen ins Weltall geschossen wurden, bevor 1969 sogar der Mond erreicht wurde. Längst gehen die Blicke darum in Richtung Mars, wobei nicht mehr die Sowjetunion und die USA einen Wettlauf anstreben, sondern China und die USA. Die vielen originalen Fahr- und Werkzeuge, die in der Ausstellung gezeigt werden, machen die Weltraumforschung noch greifbarer. Wobei die wortwörtlich größte Attraktion ein Raumschiff ist, das aus nächster Nähe besichtigt werden kann. -
Roboterzeitalter – Reichst du mir deine helfenden Schaltkreise?
Gideon BössZusammenfassungMenschen waren schon immer von der Idee fasziniert, Roboter für sich arbeiten zu lassen. Zugleich schwang aber zu allen Zeiten eine gewisse Angst mit, dass diese sich gegen ihre Erschaffer erheben und sie bekämpfen würden. Das Deutsche Museum in München zeichnet die Geschichte der Roboter und Maschinen nach, setzt dabei einen Schwerpunkt in unserer Zeit und wagt Ausblicke in die Zukunft. Nachdem Roboter bislang meist recht primitiv blieben, ändert sich das gerade rasant. Entsprechend komplex sind die Aufgaben, die sie mittlerweile übernehmen können. Doch damit stellen sich auch immer neue Fragen, nicht zuletzt philosophischer Art. Können Roboter eine Würde haben und muss die Definition dessen, was als Leben gilt, absehbar überdacht werden? Die Ausstellung zeigt auf, was für gewaltige Entwicklungen zu erwarten sind, und gibt Einblick in Arbeitsfelder, in denen künftig womöglich nur noch Roboter zum Einsatz kommen werden. -
Backmatter
- Titel
- Vom Urknall bis zum E-Auto
- Verfasst von
-
Gideon Böss
- Copyright-Jahr
- 2025
- Electronic ISBN
- 978-3-658-49841-2
- Print ISBN
- 978-3-658-49840-5
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-49841-2
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