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Über dieses Buch

Fernsehserien haben in den letzten Jahren eine neue und ganz erstaunliche Konjunktur und Popularität erfahren. Serien wie House of Cards, Homeland oder Borgen aber auch The Walking Dead, The Americans oder Dexter sprechen dabei ganz explizit politische Fragestellungen an.Ob die Darstellung von Politik in diesem Zusammenhang realistisch ist oder nicht, ist dabei oft von nachgeordneter Bedeutung, vielmehr gelingt es den seriellen Formaten häufig auch in ganz fiktiven Formen, die Gesellschaft mit sich selbst ins Gespräch zu bringen. Sie machen soziale Fragen anschaulich und loten spielerisch aus, wohin wir uns mit unseren Gemeinwesen entwickeln wollen. Der Band beschäftigt sich mit dem politischen Gehalt von Fernsehserien und nimmt dabei nicht nur explizit politische Serien in Augenschein, sondern gerade auch solche, in denen das Politische erst auf den zweiten Blick offensichtlich wird.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Politik in Fernsehserien

Oder: Warum man sich selbst mit Game of Thrones politisch bilden kann. Eine Einführung

Der vorliegende Band ist der vierte Band einer Reihe, in der sich eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich an der Technischen Universität Dresden unter der Bezeichnung WEITERSEHEN – interdisziplinäre Perspektiven Dresdner Serienforschung zusammengefunden haben, mit sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragen im Kontext der aktuellen Serienforschung beschäftigen. Es ist – wenn man so sagen kann – der sozialwissenschaftlichste Band dieser Reihe und es ist gleichzeitig ein Band, der wie kein anderer Fragen der politischen Bildung in den Mittelpunkt stellt.

Anja Besand

Zwischen Ideologie und (Gesellschafts-)Kritik

Über die politische Lesbarkeit von Qualitätsserien

Mark Arenhövel beschäftigt sich in diesem überaus grundlegenden Beitrag, mit dem Verhältnis von Ideologie und Aufklärung am Beispiel von populären – er nennt es transgressiven - Fernsehserien und kann zeigen, dass nicht nur Spielfilme sondern auch und gerade diese sogenannten Qualitätsserien - zumindest in ihren besten Momenten - Neubeschreibungen des Selbst wie auch des Gemeinwesens liefern können, die für die politische Reflexion von Gegenwart überaus gewinnbringen sind. Gleichzeitig muss dieses Potenzial von Serien aber als ambivalent beschrieben werden, denn die neuen transgressiven Serien bilden den politischen wie sozialen „Weltzustand“ ja nicht einfach ab, sie arbeiten durchaus an seiner Perpetuierung. Aber gerade in jenen Serienformaten, die auf den ersten Blick so gar nicht politisch erscheinen mögen, werden gegenwartsrelevante Fragen verhandelt. Das dabei in fast allen Serien keine Figur zur eindeutigen Identifizierung taugt und der/die RezipientIn sich vielleicht verwundert fragt, wieso er oder sie eigentlich mit Tony Soprano oder Walter White mitfiebert, ist angesichts der Ambivalenz nur konsequent: die Zeit der moralisch unantastbaren Helden ist ebenso vorbei wie die Zeit der langweiligen Superhelden, die Arme und Schwache schützen und immer wieder die Welt retten. So gesehen arbeiten die transgressiven Serien – in ihren besten Momenten – an jenem prekär gewordenen bürgerschaftlichen Wir, welches sich nicht durch feindliche Abgrenzung gegen einen „Anderen“ konstituiert, sondern durch einen internen Bezugspunkt: Es ist dadurch gekennzeichnet, dass wir immer wieder neu darüber reflektieren müssen, in welcher Welt wir leben und in welcher Weise wir (nicht) miteinander umgehen wollen.

Mark Arenhövel

Was wir von Zombies lernen können

Politische Grundfragen in The Walking Dead

In einem Band über Politik in Fernsehserien darf eine Serie nicht fehlen – auch wenn Sie auf den ersten Blick gar nicht so wirken mag als würden in ihr politische Fragen verhandelt – und das ist die Serie The Walking Dead. The Walking Dead ist eine US amerikanische Zombieserie, die seit Oktober 2010 und bis zum Verfassen dieses Textes in sieben Staffeln über AMC ausgestrahlt wird und über verschiedene Distributionswege ein gewaltiges Publikum erreicht. The Walking Dead erreicht Menschen die sich in der Vergangenheit nicht für Zombieerzählungen interessiert haben. Gleichzeitig erreicht The Walking Dead aber auch Menschen, die sich nicht für politisch explizit ausgewiesene serielle Formate interessieren wie beispielsweise The Wire, House of Cards, Borgen, The good Wife, Scandal oder The Americans. Wir haben es hier also mit einem Material zu tun das eindeutig als populär bezeichnet werden kann und eben das macht die Serie so interessant für die Fragen die diesem Beitrag den Titel gibt. Gibt es etwas was wir von diesen Zombies (politisch) lernen können? Oder umgekehrt gefragt: Was interessiert die Zuschauerinnen und Zuschauer an der Serie The Walking Dead? Die Antwort die sich auf diese Frage im Beitrag andeutet ist gleichzeitig überraschend und überzeugend. Die Serie The Walking Dead lässt sich nämlich durchaus als anspruchsvoller Beitrag zu einer Verfassungstheorie im Splattermodus lesen und leistet damit einen nicht unerheblichen Beitrag zur politischen Grundorientierung ihrer Zuschauer*innen auch wenn das auf den ersten Blick gar nicht so aussehen mag.

Anja Besand

Walling out – Zur Diskurspolitik und Mythomotorik Neuer Mauern in der Populärkultur

Der Text untersucht anhand von aktuellen TV-Serien und Kinofilmen, welche Rolle Mauern in der politischen Ikonographie der Gegenwart spielen. Mauern, so die These, fungieren angesichts des mit der Globalisierung verbundenen Erosion nationalstaatlicher Handlungsmacht als ein Theater der Souveränität, das dazu dient vagierende Konnetkvitäts- und Interdependenzängste narrativ zu bearbeiten und zu kanalisieren. In der Ikononographie neuer Mauern verbinden sich geo- und biopolitische Vorstellungen zu einem kollektiven Phantasma der Ein- und Ausschließung, das das Andere nur als Gefahr zu denken erlaubt. Entscheidend für das Verständnis der Bild- und Erzähllogik dieses Phantasmas ist eine differenzierte Perspektive auf die Funktion populärer Medien: Diese sind nicht nur eine zentrale Agentur der Popularisierung von Ein- und Ausschlussmechanismen, sondern vermögen die sich in den neuen Mauern verdichtenden Diskurskonstellationen ebenfalls zu reflektieren und zu kritisieren.

Lars Koch

‚Khan!‘ – Verfremdung und Serialität als Modi politischer Reflexion in Star Trek

Katja Kanzler beschäftigt sich in ihrem Beitrag mit dem politische Potential der Serie Star Trek. Sie hat damit ein Genre ausgewählt das in den letzten Jahren in der akademischen Diskussion über Fernsehserien eher in den Hintergrund gerückt ist: die Science Fiction. Science Fiction Serien passen häufig nicht in das eingeführte Schema der sogenannten Qualitätsserien. Sie werden gern als eskapistisch, nicht ernsthaft genug betrachtet und scheinen auch formal nicht ins Muster zu passen weil sie häufig nicht primär als serielle Fortsetzungserzählungen funktionieren, sondern als Episodendramen konzipiert wurden. Anders als so manche Qualitätsserie sind sie allerdings zumeist einem breiten Fernsehpublikum zugänglich und deshalb in der Lage gesellschaftsbezogene Deutungsangebote breit zu zirkulieren. Im Kern des Beitrags steht die Frage, wie solche Serien Reflexionsprozesse über politische Fragen mobilisieren können, wie und wo sie Räume für kritisches Nachdenken und kritische Diskussionen eröffnen. Star Trek ist in besonderer Weise geeignet dieser Frage nachzugehen. Als Kultphänomen mit einer umfangreichen und äußerst vitalen Fankultur illustriert Star Trek eindrücklich, wie Populärkultur ihr Publikum (auch) politisch aktivieren kann – wie sie Diskussionen mobilisiert, die am Objekt einer fiktionalen Welt zutiefst politische Fragen thematisieren.

Katja Kanzler

Wer rettet die Welt?

Superhelden und ihre Politik in Krimi- und Fantasyserien

Im Gegensatz zu ihren Anfängen in den 1930er Jahren werden Superhelden in gegenwärtigen Fernsehserien in erheblichem Maße mit politischen Problemen konfrontiert. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf die Stadt als Lebensraum für alle Einwohner in den Prozessen urbaner Erneuerung und Gentrifizierung. Der Superheld vertritt dabei eine Haltung, die Politik in erster Linie mit moralischen Kategorien betrachtet. Gleichzeitig muss er lernen, dass unterschiedliche Interessen einfache Lösungen unmöglich machen. Gewalt erweist dabei – trotz ihres fortdauernden Einsatzes – als ungeeignet. Zudem steht der zeitgenössische Superheld vor dem Problem, als Minderheit ausgegrenzt und Opfer propagandistischer Mobilisierung der Bevölkerung zu werden.Nach einer kurzen Darstellung zentraler Motive aus der Entstehungszeit der Figur des Superhelden werden die genannten Zusammenhänge an den Serien Daredevil, Arrow und Luke Cage illustriert.

Christian Schwarke

Spuren des Juridischen in Serie(n)

Sabine Müller Mall zeigt in diesem Beitrag, dass viele aktuelle Serienformate nicht nur zufällig von den Wegen und Abwegen des Rechts handeln, sondern dass Fernsehserien und Recht einige gemeinsame Anknüpfungspunkte in verschiedenen, vielleicht auch gar nicht so offensichtlichen Hinsichten aufweisen und sich dadurch ziemlich gut zusammenfinden. Dieses Zusammenspiel von Recht und Fernsehserie – und das macht den Gegenstand für diesen hier vorgestellten Zusammenhang interessant hat – wiederum entscheidenden Einfluss auf die Art und Weise, wie wir juridisch urteilen oder anders gesagt: darauf, wie wir Recht und Unrecht unterscheiden. Indem wir entsprechende Serien sehen, bilden wir unser juridisches Urteilsvermögen aus, lautet deshalb die den Beitrag grundierende These. Dies bedeutet schließlich, zu Ende gedacht, dass nicht nur das Recht sich im Format Fernsehserie auf prägende Weise als Gegenstand etabliert, sondern auch umgekehrt: dass diese Verbindung von Format und Gegenstand auch den Gegenstand, das Recht mit konturiert. Insofern betrifft der zu beschreibende Zusammenhang dann durchaus die Frage nach der Politik in (oder durch) Fernsehserien, obwohl doch das Recht und nicht die Politik im Mittelpunkt der hier vorgestellten Überlegungen steht. Denn indem Serien unser Rechtsempfinden, unsere Urteilsfähigkeit beeinflussen, schulen oder auch irritieren, werden sie zum politischen Mittel. Die Entscheidung über Recht und Unrecht zu definieren ist nämlich ein Kern des Politischen.

Sabine Müller

The Americans und die Unheimlichkeit der Heimat

In ihrem Beitrag The Americans und die Unheimlichkeit der Heimat beschäftigt sich Elisabeth Bronfen mit der Serie The Americans. Sie nutzt dazu das von Abraham Lincoln in seiner Sprungfield Rede gewählte Bild des gespaltenen Hauses. Denn mit dem Hinweis darauf, dass weder eine symbolische noch eine architektonische Behausung, die in sich gespalten ist, aufrecht stehen kann, rückt das Verhältnis zwischen jener politischen Instanz, die für die nationale Sicherheit verantwortlich ist und jenen partikularen Familien, die für die Ordnung der einzelnen Gemeinden zuständig sind, ins Blickfeld. Greift man am Anfang des 21. Jahrhunderts auf Lincolns Rede zurück, lässt sich damit eine politische Situation beschreiben, in der die Nation nicht (oder nicht mehr) vereint ist. Das Denkbild betrifft also auch einen Rückblick auf eine frühere historische Zeit, im Wissen darum, welche Konsequenzen sie gehabt hat. Grundsätzlich sind historische Filme und T.V. Serien von jener double time gezeichnet, die zur Folge hat, dass auf diese Vergangenheit durch die Linse gegenwärtiger Ängste, Konflikte und Fantasien geblickt wird. Durch die Befragung der Vergangenheit wird versucht, eine Antwort darauf zu finden, wie wir zu dem geworden sind, was wir heute sind. Die double time der historischen T.V. Serien wirft aber auch die Frage auf: Wo lassen sich Ähnlichkeiten, wo Differenzen zwischen der Jetztzeit und einer Vergangenheit festmachen, die im Sinne eines noch nicht geschlossenen Kapitels der Historie die amerikanische Gegenwart weiterhin heimsucht? Und schließlich bietet solch ein Rückblick auch die Möglichkeit eines Gedankenexperiments. Was heißt es auf eine spezifische historische Periode zurückzublicken, von der man behaupten kann, sie hätte uns heute noch, oder wieder, etwas zu sagen?

Elisabeth Bronfen

„Power resides where men believe it resides“

Die brüchige Welt von Game of Thrones

Der Beitrag untersucht die erfolgreiche HBO-Serie Game of Thrones im Hinblick auf die dort verhandelten Diskurse des Politischen und die damit verknüpften Ästhetisierungsstrategien. Indem er die Serie als Selbstbeschreibung der Gesellschaft fasst, kann er aufzeigen, dass und wie GoT in unterschiedlichen narrativen Hinsichten – geopolitisch, biopolitisch, genealogisch – anhand der Unterscheidung von Zentrum und Peripherie organisiert ist. So gewendet erzählt die Serie trotz ihrer Hybridisierung von antiken und mittelalterlichen Bild- und Handlungselementen nicht von vergangenen Zeiten, sondern ist von einem umfassenden Präsentismus charakterisiert, der sie als Bestandteil einer breiten Gegenwart ausweist. In der Serie dokumentiert sich ein umfassendes Gefühl der Bedrohung, das Zukunft nur noch als Katastrophe vorstellbar werden lässt. Damit ist die Serie ein wichtiger Bildspender für aktuelle Krisenrhetoriken. Diese werden aber in der Serie nicht einfach nur dupliziert, sondern zugleich auch einer politischen Kritik unterzogen.

Lars Koch

Vor dem Post-Faktischen?

The West Wing und die postmoderne ‚epistemische Verunsicherung‘ in der Politik

Dieser Beitrag setzt die US Fernsehserie The West Wing in Bezug zu einem Diskursphänomen, das sich als ‘epistemische Verunsicherung’ bezeichnen lässt: eine zunehmende Unsicherheit bezüglich der Konstruktion und Repräsentation von Realität, in deren Folge politische Fragestellungen sich hin zu grundlegenden Fragen danach verschieben, was über die Realität überhaupt gewusst werden kann und wie man einen gesellschaftlichen Konsens darüber herstellen kann. In den USA hat dieser Diskurs eine längere Tradition, in Europa ist er ebenfalls zunehmend zu beobachten. The West Wing, eine Fernsehserie, die sich auf mehreren Ebenen gegen Politikverdrossenheit stemmt, begegnet diesem Diskurs, indem sie einerseits Fragen von Realitätswissen problematisiert, andererseits aber postuliert, dass ein sorgfältiger, kompetenter Umgang mit der Komplexität politischer Realitäten möglich ist und zu ‘guten’ politischen Resultaten führt.

Sebastian Herrmann

Die Ästhetik der Nazi-Tätowierung

Zur Globalisierung des Hillbillytums durch die US-amerikanischen Fernsehserien Justified, True Detective, Sons of Anarchy u. a.

Olaf Sanders Beitrag in diesem Band nimmt das Thema Serealität sehr bewusst auf. Denn der Beitrag selbst ist Teil einer Serie und zwar als deren zweite Folge. Der Pilot ist bereits online erschienen und frei verfügbar (s. Sanders 2017a). Als These liegt ihm zugrunde, dass in den vergangenen Jahrzehnten eine extreme Globalisierung des Hillbillytums stattgefunden hat, deren differente Erscheinungsformen sich in verschiedenen Serien wie beispielsweise Justified (FX 2010–2015), True Detective (HBO 2014–) und Sons of Anarchy (FX 2008–2014) wiederfinden. Diese Globalisierung des Hillbillytums ist bisher weitgehend ignoriert worden, verfügt aber über eine nicht unerhebliche Erklärungskraft. So lässt sich – wie Olaf Sanders in diesem Beitrag zeigt – die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten damit ebenso erklären wie Vor¬kommnisse, die die überregionale mediale und politische Wahrnehmung in der bundesrepublikanischen Perspektive inzwischen als typisch sächsisch apostrophiert werden. In dem globalen Hillbillytum scheint eine neue oder auch spezifische Affektdynamik zum Ausdruck zu kommen mit der wir uns dringend näher beschäftigen sollten.

Olaf Sanders

Politik in deutschen Fernsehserien

Allgemeine Aspekte und eine kleine Fallstudie zu Familie Dr. Kleist

Wenn man die internationale TV-Szene betrachtet, dann lässt sich ohne Frage konstatieren, dass Politserien sowohl in der Produktion wie auch in der Nachfrage derzeit einen großen Boom erleben. Das gilt vor allem für die USA, aber auch für Großbritannien und andere europäische Länder wie Dänemark. Eigenartigerweise tun sich jedoch Serienformate, die das Politische thematisieren, in Deutschland sehr schwer. Es hat den Anschein, als gebe es im Bereich der politischen Medienkultur so etwas wie einen „deutschen Sonderweg“.Der folgende Beitrag möchte die Besonderheit der deutschen Situation im ersten Teil beleuchten und nach möglichen Gründen fragen. Im zweiten Teil soll gezeigt werden, wo in der deutschen Medienkultur möglicherweise das funktionale Äquivalent für die fehlenden Polit-Serien liegt. Am Beispiel der ARD-Produktion „Familie Dr. Kleist“ wird aufgezeigt, wie die Konstruktion des Politischen in einer auf den ersten Blick ganz unpolitischen Serie erfolgt und welche Funktionen eine solche Konstruktion wahrnehmen kann.

Andreas Dörner

Politische Bildung durch Bonanza & Co.?

Welt- und Wertvorstellungen in amerikanischen Westernserien der 1950er und 60er Jahre

Was steckt an Welt- und Wertvorstellungen, an Idealen und Ideologien in populären Unterhaltungsformaten, insbesondere in einem Genre wie dem Western, in dem Amerika gewissermaßen einen Diskurs der Selbstverständigung führt und in dem Amerika (nicht nur) den Amerikanern erklärt wird? Am Beispiel von zwei Western-Fernsehserien der 1950er und 60er Jahre (Gunsmoke/Rauchende Colts und Bonanza) soll nachvollzogen werden, wie hier die Koordinaten einer amerikanischen politischen Kultur abgesteckt und verhandelt werden, z.B. im Hinblick auf Konzeptionen von (vor allem männlicher) Identität, auf Gesellschaftsvorstellungen, auf das Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit, von Eigeninteresse und Gemeinwohl, auf die Legitimierung von Eigentumsverhältnissen und des Einsatzes von (Waffen-)Gewalt, sowie auf das Verhältnis der Generationen, Geschlechter, Ethnien und Rassen.

Brigitte Georgi-Findlay

Serienlesen leicht gemacht. Oder: Vom Springen über kleine und große Hürden

Nachlese eines Einführungsworkshops mit Studierenden im Rahmen der Tagung Politik in Fernsehserien

Mit ihrem Beitrag „Serienlesen leicht gemacht“ legen Brigitte Fuhrmann und Stefanie Hellner eine unkonventionellen Text vor. Es handelt sich – anders als in allen anderen Beiträgen dieses Bandes - nicht um eine geschlossene Reflexion einer oder mehrere Serien, sondern um ein Zwiegespräch der beiden Autorinnen. Dieses Zwiegespräch handelt von den Erfahrungen bei der Gestaltung von Vermittlungssituationen im Umgang mit Fernsehserien. Es wird geführt aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven. Während Stefanie Hellner aus einer kulturwissen¬schaftlichen (konkret: amerikanistischen) Perspektive auf Vermittlungs-situationen schaut, tut Brigitte Fuhrmann das als Sozialwissenschaftlerin bzw. Politikvermittlerin. Aus den Reibungen zwischen diesen beiden Standpunkten ergibt sich ein selten klarer Blick auf den Gegenstand und die Möglichkeiten und Grenzen seiner Vermittlung, denn beide Autorinnen sind gezwungen Selbstverständlichkeiten zu überdenken und ihr pädagogisches Handeln neu und sehr grundlegend zu begründen.

Brigitte Fuhrmann, Stefanie Hellner
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