Zum Inhalt

Vorschläge für eine systemdienliche Weiterentwicklung der atypischen Netznutzung in der deutschen Stromnetzentgeltsystematik

  • 01.07.2025
  • Forschung | Energiemärkte
Erschienen in:

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
loading …

Kompakt

Im Zuge der Energiewende verändert sich das deutsche Stromsystem grundlegend. Um die zunehmenden Schwankungen der wetter- und tageszeitabhängigen Einspeisung erneuerbarer Energien auszugleichen, gewinnt neben dem energieflexiblen Laden und Betrieb von Wärmepumpen im Niederspannungsnetz auf den höheren Spannungsebenen insbesondere die schnelle und umfassende Flexibilisierung der gewerblichen und industriellen Stromnachfrage an Bedeutung. Dazu müssen jedoch die regulatorischen Rahmenbedingungen die Wirtschaftlichkeit von Investitionen in Energieflexibilität sicherstellen. In diesem Zusammenhang spielen vor allem individuelle Netzentgelte eine wichtige Rolle. Eine sowohl dem Gewerbe als auch der Industrie zugängliche Form der Sondernetzentgelte ist die atypische Netznutzung nach § 19 Abs. 2 Satz 1 Stromnetzentgeltverordnung. Zentrale Voraussetzung hierfür ist die erhebliche Reduktion des Netzbezugs eines Letztverbrauchers in Hochlastzeitfenstern. Allerdings schränkt die aktuelle Ausgestaltung der atypischen Netznutzung und die Berechnungssystematik der Hochlastzeitfenster zunehmend den Einsatz gewerblicher und industrieller Energieflexibilität ein – obwohl ein solches Verhalten aus marktlicher und systemischer Perspektive mit Vorteilen verbunden wäre. Vor diesem Hintergrund beleuchten wir im vorliegenden Artikel die mit der gegenwärtigen Ausgestaltung der atypischen Netznutzung verbundenen Herausforderungen und präsentieren darauf aufbauend drei konkrete Weiterentwicklungsoptionen, um diese zu adressieren. Bereits kurzfristig umsetzbar ist die Ausweisung von Hochlastzeitfenstern auf monatlicher Basis, wodurch gegenüber dem Status quo der Einfluss einzelner Tage bei der Ermittlung der Hochlastzeitfenster reduziert wird. Durch die kurz- bis mittelfristige Erweiterung einer Spannungsebenenübergreifenden Residuallastbetrachtung sowie einer langfristig einführbaren Ergänzung tagesaktueller Bestätigungen bzw. Aufhebungen von Hochlastzeitfenstern könnte die Systemdienlichkeit sukzessive weiter gesteigert werden. Die Vorteile des kurzfristigen Reformvorschlags werden abschließend anhand einer Fallstudie der bivalenten Prozessdampferzeugung in der Papierindustrie veranschaulicht und diskutiert.

Sie sind noch kein Kunde? Dann Informieren Sie sich jetzt über unsere Lizenzmodelle:

Einzelzugang

Starten Sie jetzt Ihren persönlichen Einzelzugang. Erhalten Sie sofortigen Zugriff auf mehr als 170.000 Bücher und 540 Zeitschriften - pdf-Downloads und Neu-Erscheinungen inklusive.

Jetzt ab 54,00 € pro Monat!                                        

Mehr erfahren

Zugang für Unternehmen

Nutzen Sie Springer Professional in Ihrem Unternehmen und geben Sie Ihren Mitarbeitern fundiertes Fachwissen an die Hand. Fordern Sie jetzt Informationen für Firmenzugänge an.

Erleben Sie, wie Springer Professional Sie in Ihrer Arbeit unterstützt!

Beraten lassen
Titel
Vorschläge für eine systemdienliche Weiterentwicklung der atypischen Netznutzung in der deutschen Stromnetzentgeltsystematik
Verfasst von
Hans Ulrich Buhl
Dominik Eble
Markus Pichlmeier
Tilman Bockhacker
Niklas Eiser
Publikationsdatum
01.07.2025
Verlag
Springer Fachmedien Wiesbaden
Erschienen in
Zeitschrift für Energiewirtschaft / Ausgabe Sonderheft 2/2025
Print ISSN: 0343-5377
Elektronische ISSN: 1866-2765
DOI
https://doi.org/10.1007/s12398-025-1330-8
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.