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Über dieses Buch

Die wichtigsten und jüngsten Beiträge zum Thema Hochwasserschutz sind für diesen Band aus der Fachzeitschrift WasserWirtschaft zusammengetragen. Dadurch bietet das Buch eine handliche und schnell zugängliche Übersicht zu diesem aktuellen und wichtigen Aufgabenfeld. Hochwasserschutz fängt bei Monitoring, Modellierung und Kartierung an und erfordert Planungen und Umsetzung, ein zielführendes Hochwasserrisikomanagement und spezielle Techniken. Unter diesen Überschriften sind die Beiträge auch als Kapitel gegliedert.

Unter anderem werden Fragen zu Grundwasseranstiegen beleuchtet, Hochwasserprognosen und Hochwassermodelle vorgestellt sowie die europäische Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie und internationale Abstimmungen diskutiert. Darüber hinaus werden konkrete Hochwasserschutzkonzepte und –maßnahmen besprochen sowie aktuell verfügbare technische Einrichtungen wie z. B. verschiedene Dichtungssysteme verglichen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Monitoring und Kartierung

Frontmatter

Katastrophales Hochwasser im Einzugsgebiet der Lausitzer Neisse im August 2010

Die Niederschläge, die in der ersten Augustdekade 2010 im oberen Flussgebiet der Lausitzer Neiße aufgetreten sind, haben ein Hochwasser bislang unbekannten Ausmaßes in dieser Region verursacht. An allen Pegeln der Lausitzer Neiße sowie an ihren oberen Zuflüssen wurden die bisherigen absoluten maximalen Wasserstände und Abflüsse stark überschritten. Katastrophale Abflüsse auf tschechischer Seite an der Smědá (polnischer Name Witka), durch den Zufluss aus den Gewässern auf polnischer Seite verstärkt, führten zum Bruch des Erddammes am Speicher Niedów. Nach einer Analyse der Zuflusshöhe zum Stausee Niedów kann vorsichtig festgestellt werden, dass der Zufluss zum Speicher die Abgabe seiner Ablasseinrichtungen überschritten hat. Doch durch eine beträchtliche Reduktion der Hochwasserwelle in dem Überflutungsgebiet im Witka-Tal unterhalb des Speichers und das Einströmen großer Wassermengen in den Tagebaurestsee Berzdorf auf deutscher Seite wurden die Auswirkungen der Staudamm-Havarie auf die Abflüsse der Lausitzer Neiße erheblich gemindert. Allerdings ist zu betonen, dass das Hochwasser an der Lausitzer Neiße selbst einen katastrophalen Charakter hatte, und, abgesehen von der Havarie des Speichers Niedów, die Städte, die an den oberen Zuflüssen der Neiße und im Tal der Lausitzer Neiße selbst liegen, überflutet wurden.

Mieczysław S. Ostojski, Leszek Jelonek, Ryszard Kosierb

Das Neiße-Hochwasser 2010 – Analyse und Konsequenzen

Am 7. und 8. August 2010 war das Einzugsgebiet der Lausitzer Neiße von einem katastrophalen Hochwasser betroffen, was zu verheerenden Schäden geführt hat. Am 7. August kam es auch zum Bruch der Talsperre Niedów an der Witka. Im Beitrag wird das Extremereignis in seinem zeitlichen Verlauf beschrieben. Es werden die wichtigsten Schadensprozesse und die eingetretenen Schäden genannt. Zum Schluss werden die Arbeiten der Ereignisanalyse und deren mögliche Konsequenzen erläutert.

Uwe Müller, Petra Walther

Hochwasserbewusstsein 10 Jahre nach dem „Jahrhundertereignis“ im Osterzgebirge und an der Elbe

In den 10 Jahren, die seit dem Extremhochwasser in Sachsen vergangen sind, wurde viel für den Hochwasserschutz getan: die Vorhersage, die Kommunikation sowie die Hochwasserschutzanlagen wurden verbessert und es wurden neue Deiche sowie Hochwasserrückhaltebecken errichtet oder angepasst. Eine wichtige Frage ist aber, wie sich das Hochwasserbewusstsein der potenziell betroffenen Bevölkerung entwickelt hat. Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, ob die Lehren von 2002 in Erinnerung sind und weitergegeben wurden oder ob das Hochwasserbewusstsein nachgelassen hat und man sich angesichts besseren Schutzes in Sicherheit wiegt.

Antje Bornschein, Reinhard Pohl

Hochwassergefahrenkarten – Was bleibt zu tun?

Die im November 2007 veröffentlichte Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRMRL) [1] schreibt unter § 6 die Erstellung von Hochwassergefahrenkarten (HWGK) für die nach § 5 (1) festgelegten Gewässer mit einem potenziell signifikanten Hochwasserrisiko vor. Diese Karten sind bis zum 22.12.2013 fertig zu stellen. Gemäß HWRM-RL sind die Gefahrenkarten in einem sechs-jährlichen Turnus fortzuschreiben. Vor diesem Hintergrund sollen mit dem vorliegenden Beitrag Erfahrungen aus der Erstellung bzw. der Qualitätssicherung von HWGK vermittelt und darauf aufbauend einige Aspekte heraus gearbeitet werden, die bei der Fortschreibung der Karten besonders beachtet werden sollten.

Stefan Wallisch

Hochwassergefahrenkarte Murr

Das Land Baden-Württemberg lässt in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden flächendeckend Hochwassergefahrenkarten (HWGK) erstellen. Im Pilotgebiet HWGK Murr wurden vom Ingenieurbüro Winkler und Partner (IWP) hydrologische und hydraulische Berechnungen durchgeführt. Grundlage war die Erstellung eines hydraulisch plausiblen digitalen Geländemodells (DGM). Hierfür waren terrestrisch vermessene Gewässerprofile und hydraulisch wirksame Strukturen in das auf Laserscanning Daten basierende DGM zu integrieren. Die Modellierung der Wasserstände in Ortslagen erfolgte mit 1-D-Strömungssimulationen. Bei komplexen Abflussverhältnissen z. B. in Mündungsbereichen oder bei topographisch bedingten Ausuferungen mit entkoppelten Fließwegen wurden 2-D-Modelle (Bild 1) erstellt. Zur Erstellung der HWGK wurden Methoden entwickelt, die eine homogene Darstellung unabhängig von der Art des Berechnungsmodells ermöglichen.

Armin Binder, Patrick Horoba

Zur Ermittlung von Grundwasserständen für Karten zur Gefährdung des Grundwasseranstiegs infolge eines Hochwassers

Eine wesentliche Eingangsgröße für Karten zur Gefährdung des Grundwasseranstiegs infolge eines Hochwassers sind Grundwasserstände, die einem Bemessungsszenario zugeordnet sind. Nach einer kurzen Einführung der Prozesse, die einen Grundwasseranstieg infolge eines Hochwassers (kurz „unterirdisches Hochwasser“) bewirken und der Vorstellung einer entsprechenden Gefahrenkarte werden in diesem Artikel zwei Herangehensweisen zur Ermittlung der Grundwasserstände präsentiert: die Auswertung von historischen Messwerten unter Verwendung von hydrogeologischem Expertenwissen und die gekoppelte Modellierung.

Bernhard Becker, Jürgen Köngeter, Holger Schüttrumpf, Roger Flögel, Steffi Forberig

Spielerische Schadensminderung mit SchaVIS

Trotz der vorhandenen und erprobten Expertenkenntnis zur wirksamen Hochwasserschadensminderung und trotz der umfangreich bereitgestellten Informationsmaterialien gelingt es nicht, die Hochwasserbetroffenen zu einer optimalen privaten Hochwasservorsorge zu motivieren. Das Spiel SchaVIS richtet sich an die junge Generation und soll die komplexe Thematik der privaten Hochwasservorsorge spielerisch vermitteln.

Ernesto Ruiz Rodriguez, Sonja Tuxhorn

Identifikation möglicher Hochwasserschutzziele in einem partizipativen Prozess am Beispiel der Stadt Vallendar

In einem Pilotprojekt wurde in der Verbandsgemeinde (VG) Vallendar unter Partizipation der lokalen Bevölkerung ein abgestuftes Schutzziel für das kommunale Hochwasserrisikomanagement (HWRM) identifiziert. Durch eine sinnvolle Integration der Handlungsbereiche „Technischer Hochwasserschutz“ und „Bauvorsorge“ wurde eine Option identifiziert, die eine Alternative zu den seit 1993 als unwirtschaftlich nachgewiesen konventionellen Hochwasserschutzkonzepten sein könnte. Durch Beteiligung aller relevanten Akteure und unter Leitung der Wasserwirtschaftsverwaltung in Rheinland-Pfalz wird hier ein Weg beschritten, der als beispielhaft für kommunale HWRM-Planung gesehen werden kann.

Martin Cassel, Ralf Jansen, Roland Boettcher

Modellierung

Frontmatter

Modellierung historischer Abflussverhältnisse für die Hochwasserprognose

Um historische Durchflussangaben an Flüssen, die in die Hochwasserstatistik eingehen, überprüfen und bewerten zu können, werden 1-D- und 2-D-Wasserspiegellagenberechnungen unter Verwendung historischer morphologischer Daten durchgeführt. Die Methodik sowie ihre Möglichkeiten und Grenzen werden am Beispiel der Elbe im Stadtgebiet von Dresden erläutert. Es wird deutlich, dass die notwendigen Korrekturen auch Auswirkungen auf die Hochwasserstatistik und damit auf die Schutzgrade haben.

Franziska Kirsch, Reinhard Pohl

Amplitudengang des Verzögerungsglieds 1. Ordnung als Modell für den Scheitelabfluss von Hochwasser

Über den Amplitudengang eines Verzögerungsglieds 2. Ordnung wird ein einfaches Modell für den Scheitelabfluss eines Hochwassers, ausgelöst von einem isolierten, zeitbegrenzten Starkniederschlag, hergeleitet. Die Überlegungen führen zum Amplitudengang eines Verzögerungsglied 1. Ordnung (PT

1

, Tiefpass 1. Ordnung) dessen Argument, bestehend aus dem Produkt aus der Kreisfrequenz ω und der Zeitkonstante des Systems T, lediglich durch der den Quotient t

o

/d = Δ aus Verzögerungszeit t

o

und Regendauer d, zu ersetzen ist.

Friedrich E. Fahlbusch

Ein erweitertes Verfahren zur Generierung synthetischer Bemessungshochwasserganglinien

Extreme Hochwasserganglinien werden für vielfältige Fragestellungen in der Wasserwirtschaft und dem Wasserbau benötigt. Die Hochwassermerkmal-Simulation bietet als Alternative zu einem Niederschlag-Abfluss-Modell die Möglichkeit, synthetische Hochwasserganglinien lediglich auf Grundlage von beobachteten Pegeldaten zu erzeugen. Bei der Anwendung auf ein Fallbeispiel zeigen sich jedoch Defizite des Verfahrens, lang anhaltende Scheitelabflüsse naturgetreu abbilden zu können. In dem folgenden Beitrag wird ein neuer Ansatz vorgestellt, diese Schwachstelle des Verfahrens zu beseitigen und die Simulationsergebnisse zu verbessern.

Jens Bender, Jürgen Jensen

Modellversuche zur Verklausung von Hochwasserentlastungsanlagen mit Schwemmholz

Verklausungen von Hochwasserentlastungsanlagen mit Schwemmholz stellen ein gravierendes Sicherheitsproblem für Talsperren dar. Der Beitrag fasst die Ergebnisse von systematischen und großmaßstäblichen Modellversuchen zur Wahrscheinlichkeit, zum Prozess und zur Form von Verklausungen an Hochwasserentlastungsanlagen sowie deren Auswirkung auf die Abflussleistung zusammen. Die Umsetzung ähnlicher Versuchsergebnisse in die Praxis wird am Beispiel eines inzwischen errichteten Schwemmholzrechens an einer Hochwasserentlastungsanlage gezeigt.

Arnd Hartlieb

Einsatz der Quelltermmethode bei Hochwasserschutzkonzeptionen im ländlichen Raum

Für ein ca. 50 km² großes Einzugsgebiet mit mehreren Ortschaften und kleinen Gewässer mit einer Länge von ca. 55 km wurde im Rahmen einer Hochwasserschutzkonzeption ein hydro-numerisches 2-D-Modell angewendet, um die Auswirkungen von Hochwasserereignissen zu simulieren. Anstatt die Zuflüsse für einzelne Gewässerabschnitte mit einem N-A-Modell zu ermitteln, erfolgte die Simulation der Abflussbildung flächig an den einzelnen Modellknotenpunkten durch aktivierte Quellterme direkt im 2-D-Modell. Basierend auf einem 100-jährlichen Abflussereignis wurden mit dem Modell Hochwasserschutzmaßnahmen untersucht und hinsichtlich technischer, lokaler sowie wirtschaftlicher Aspekte bewertet.

Carsten Lange, Tim Fröhlich, Martin Lindenberg, Reinhard Hinkelmann

Wellenauflauf an Deichen unter komplexen Randbedingungen

Der Wellenauflauf von Windwellen ist eine der maßgebenden Größen in der Freibordberechnung. Obgleich bereits eine Vielzahl an Ergebnissen zum Wellenauflauf aus langjährigen Versuchen veröffentlicht worden sind, gibt es immer wieder Fragestellungen bei speziellen Randbedingungen, die oft nur mit Hilfe von Modellversuchen beantwortet werden können. Im Rahmen eines Hydralab-III-Projektes wurden umfangreiche Modellversuche im Flachwasserbecken des Danish Hydraulic Institute (DHI) in Hørsholm, Dänemark, durchgeführt. Ziel der Modellversuche war die eingehende Untersuchung des Wellenauflaufs unter dem Einfluss schräg anlaufender Wellen sowie einer küstenparallelen Strömung und auflandigem Wind.

Nadine Krüger, Holger Schüttrumpf, Reinhard Pohl, Antje Bornschein

Wellenüberlauf an Flussdeichen

Die Freibordbemessung von Flussdeichen berücksichtigt nach DWA Merkblatt M-507 den Windstau, den Wellenauflauf sowie Zuschläge für Ausführungstoleranzen. In Bergsenkungsgebieten ist zusätzlich ein Setzungsmaß zu berücksichtigen. Wellenüberlauf aufgrund windinduzierter Wellen wird bei der Freibordbemessung von Flussdeichen dagegen nicht berücksichtigt. Gerade im Bereich windexponierter Deichstrecken mit entsprechender Streichlänge des Windes kann Wellenüberlauf jedoch nicht ausgeschlossen werden und ist bei der Freibordbemessung zu berücksichtigen. Aus diesem Grund wurden bestehende Formeln zur Berechnung des Wellenüberlaufs auf der Grundlage experimenteller Untersuchungen auf Flussdeiche übertragen und erweitert.

Stefanie Lorke, Reinhard Pohl, Holger Schüttrumpf

Deichbruch-Logit-Modelle zur Zuverlässigkeitsbewertung und Schwachstellenidentifikation an Flussdeichen

Deichbruch-Logit-Modelle basieren auf der multivariaten, statistischen Analyse von Beobachtungen bezüglich des Zustands und des Verhaltens einzelner Deichabschnitte bei früheren Hochwasserereignissen. Da solche Modelle eine abschnittsweise und belastungsabhängige Prognose der Deichzuverlässigkeit im Hochwasserfall ermöglichen, können Deichbruch-Logit- Modelle z. B. für Überflutungsrisikoanalysen infolge von Deichversagen oder für Deichinstandsetzungsvorhaben eingesetzt werden und somit zu einem modernen Hochwasserrisikomanagement beitragen.

Torsten Heyer, Jürgen Stamm

Hybride Modellierung deichbruchinduzierter Strömungen

Experimentelle Modellversuche und numerische Simulationen ergänzen sich gegenseitig in einem hybriden Untersuchungskonzept für deichbruchinduzierte Strömungen. Unter Berücksichtigung der deichbruchspezifischen Randbedingungen werden in Laborversuchen charakteristische Strömungsfeldgrößen mit hochgenauer Messtechnik detailliert aufgezeichnet. Die korrespondierenden numerischen Modellierungen werden auf Basis der zweidimensional tiefengemittelten Flachwassergleichungen sowie der Reynolds-gemittelten Navier- Stokes-Gleichungen durchgeführt.

Sebastian Roger, Holger Schüttrumpf, Benjamin Dewals

Hochwasserrisikomanagement

Frontmatter

Thesen zu Hochwassergefahren und Hochwasserschutz

Aus Schaden wird man klug – oder? Über den vergangenen Zeitraum von 12 Jahren nach der „Jahrhundert-Flut“ des Jahres 2002 hätte ein Bruchteil der damals eingetretenen Schadenssumme (ca. 11 Mrd. €) ausgereicht, um den HW-Schutz im gesamten Elbe- und Donaueinzugsgebiet erheblich zu verbessern. Einiges wurde erreicht, vieles noch nicht. Nun haben wir 2013 nach der „Jahrhundert-Flut 2002“ ein „Jahrtausend-Hochwasser 2013“ mit wahrscheinlich noch höheren Schäden erlebt – und keine Statistik verrät uns, wann das nächste Hochwasser kommt! Erneut haben wir jetzt die Chance, den HW-Schutz schnell zu verbessern und mit flankierenden Maßnahmen die Verwundbarkeit unserer Gesellschaft und das Schadenspotential deutlich zu verringern.

Hans-Burkhard Horlacher, Georg Heerten

Vom Hochwasserschutzkonzept zum Hochwasserrisikomanagement

Aus Hochwasserrisikomanagementkarten lassen sich kommunale Alarm- und Einsatzpläne erstellen. Oft sollte das Landespegelnetz noch durch ein kommunales ergänzt werden. Sind diese in ein Leitsystem eingefügt, lässt sich ein öffentliches Monitoring einrichten und über ein Managementsystem können Maßnahmen eingeleitet werden. Die frühzeitige Alarmierung vor Starkniederschlägen schafft Zeit für Schutzmaßnahmen. Die Kenntnis der hydraulischen Wirkungen verschiedener Gewässerpflegezustände löst Abhilfe aus.

Horst Geiger

Internationales Hochwasserrisikomanagement – zwischen Information und Harmonisierung

Deutschland ist an sechs internationalen Flussgebietseinheiten beteiligt. Für diese erfordert die Umsetzung der EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie grenzüberschreitende Abstimmungen mit den Nachbarstaaten. Im November 2010 fand der II. Bund/Länder-Workshop zu Anforderungen an die grenzüberschreitende Hochwasserrisikomanagementplanung mit Vertretern und Vertreterinnen des Bundesumweltministeriums, der deutschen Länder, der internationalen Kommissionen zum Schutz der Flüsse sowie interessierter Nachbarstaaten statt.

Meike Gierk, Peter Heiland, Thomas Stratenwerth

Internationale Abstimmung beim Hochwasserrisikomanagement am Beispiel der IKSR und der IKSMS

Der Beitrag beschreibt die koordinierte Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie auf der Ebene A der Internationalen Flussgebietseinheit Rhein (EZG > 2 500 km2) und auf der Ebene B im Mosel-Saargebiet – analog zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) – in den Internationalen Kommissionen zum Schutz des Rheins (IKSR) und der Mosel und Saar (IKSMS). Die Hochwasserrisikomanagementpläne werden auf den Ergebnissen und Maß nahmen der laufenden Aktionspläne Hochwasser aufbauen.

André Weidenhaupt, Daniel Assfeld, Anne Schulte-Wülwer-Leidig

Instrumente und Initiativen zur Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement- Richtlinie

Im folgenden Beitrag sollen Instrumente oder Initiativen zur Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement- Richtlinie (HWRM-RL) vorgestellt werden. Die ausgewählten Beispiele stellen flankierende Maßnahmen dar, die zusätzlich zu den laut HWRM-RL durchzuführenden Arbeiten einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung der Hochwasserrisiken und zur Bewusstseinsbildung bewirken können. Die Beispiele verdeutlichen auch, dass es für die Zielerreichung der HWRM-RL wichtig ist, wesentliche Akteure außerhalb der Wasserwirtschaft mit einzubinden und durch Fachkommunikation zu erreichen.

Uwe Müller

Zur Rolle der Raumordnung beim Hochwasserschutz und Hochwasserrisikomanagement

Die Realisierung von Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes kann durch aufeinander abgestimmte Verfahrensschritte (Raumordnungsverfahren, Moderationsverfahren, wasserwirtschaftliche Planfeststellung) weitgehend im Konsens erreicht werden. Eine wirk same Hochwassermanagement-Risikoplanung erfordert eine Abstimmung mit der Raumordnung und kommunalen Bauleitplanung. Dabei spielen die Hochwasserpartnerschaften eine entscheidende Rolle, um gebietsbezogene Maßnahmen für ganze Flussgebiete zu entwickeln, zu verknüpfen und zusammenzuführen.

Hans-Jürgen Seimetz

Der Beitrag der wissenschaftlich-technischen Verbände im Umsetzungsprozess der europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie

Derzeit ist der Umsetzungsprozess der europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) in Deutschland geprägt durch eine pragmatische Strategie der Umsetzung, die der Bund sowie die Bundesländer wesentlich bestimmen und die in verschiedenen Empfehlungen ihren Niederschlag findet. Während die LAWA vor allem die rechtlich- organisatorische Umsetzung strukturiert und in weiten Bereichen auch regulierend vorgegeben hat, sind wichtige fachliche Fragen noch Gegenstand andauernder – meist wissenschaftlicher – Untersuchungen. Es müssen für eine erfolgreiche Implementierung eine Reihe neuer – vor allem technischer – Standards entwickelt und in die Praxis eingeführt werden. Thematisiert werden im vorliegenden Fachaufsatz die laufenden Arbeiten der wissenschaftlich-technischen Verbände im Bereich des HWRM sowie deren wichtigste Arbeitsergebnisse (Merkblätter, Themenhefte etc.). Den Schwerpunkt der Betrachtungen bilden die wasserwirtschaftlichen Verbände BWK und DWA. Es wird zudem in einem Ausblick dargestellt, welche Fachthemen absehbar im Rahmen der wissenschaftlich- technischen zukünftigen Verbandsarbeit aufgegriffen werden.

Robert Jüpner, Klaus Piroth

Akteure im Hochwasserrisikomanagement am Beispiel der Verkehrsplanung

Im folgenden Beitrag wird am Beispiel der Verkehrsplanung erläutert, dass zur erfolgreichen Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) viele Akteure auch außerhalb der Wasserwirtschaft gefragt sind. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik werden einige wichtige Akteure des Hochwasserrisikomanagements (HWRM) mit ihren Aufgaben benannt. An ausgewählten Beispielen von Verkehrsinfrastrukturanlagen in Gewässernähe sollen die Möglichkeiten der integrativen Umsetzung der HWRM-RL gezeigt werden.

Uwe Müller

Beteiligung der Städte und Gemeinden an der Hochwasserrisikomanagement-Planung in Bayern

Ein Hochwasserrisikomanagement-Plan ist ein strategischer Plan auf Flussgebietsebene. Wenn es gelingt die Städte und Gemeinden in den Planungsprozess einzubinden, ist die Chance größer, dass der Plan einen echten Beitrag zur Risikominderung leistet. In Bayern wurde daher eine Methodik zur Erarbeitung von Beiträgen auf verschiedenen Ebenen ent wickelt. Als roter Faden bei der Risikobewertung und Maßnahmenauswahl dienen risiko- und schutzgutbezogene Fragebögen.

Gabriele Merz, Marc Daniel Heintz

Leitfaden „Kommunales Hochwasserrisikomanagement als Teil der Umsetzung der HWRM-RL in Thüringen“

Die Städte und Gemeinden sind wichtige Akteure und Partner bei der Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL). Um sie mit dieser Aufgabe vertraut zu machen sowie Anleitung und Hilfestellung bei der Ableitung eigener Maßnahmen für das Landesprogramm Hochwasserschutz zu geben, wurde im Freistaat Thüringen ein Leitfaden erstellt. Darin werden u. a. das HWRM, die Aufgaben der Kommunen und die Hochwasser karten erläutert, Hinweise zur Bewertung des aktuellen Hochwasserschutzniveaus gegeben und mögliche Maßnahmen zur Verbesserung des HWRM vorgestellt.

Manuela Gretzschel, Hans-Georg Spanknebel

Zwischen EU-Erfordernissen und praktischem Nutzen – HWRM-Planung in Nordrhein-Westfalen

Zur Sicherstellung einer koordinierten Umsetzung der HWRM-RL in den Teileinzugsgebieten Nordrhein-Westfalens, zur Qualitätssicherung der Risikomanagementplanung sowie zur effektiven Einbeziehung aller relevanten Akteure hat das Umweltministerium 2010 einen Prozess angestoßen, mit dem Vorgaben und Hilfsmittel für die landesweit harmonisierte Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden. Dies schließt die Koordination und das Datenmanagement der Gefahren- und Risikokarten sowie den Bearbeitungsprozess der HWRM-Pläne ein. Die erarbeiteten Standards und Hilfsmittel werden in diesem Aufsatz von den beauftragten Büros und dem Projektverantwortlichen im Umweltministerium vorgestellt.

Lisa Friedeheim, Erik Buschhüter, Peter Heiland

Management des Hochwasserrisikos von Kulturgütern in Baden-Württemberg

Im Rahmen des Hochwasserrisikomanagements sind die Risiken für das Kulturerbe zu bewerten und notwendige Maßnahmen vorzubereiten. In Baden-Württemberg wurde dafür ein Vorgehen entwickelt, mit dem landesweit einheitlich die relevanten Kulturgüter ermittelt, deren Risiken abgeschätzt und Hinweise auf die Maßnahmen gegeben werden. Dabei werden die Kulturverwaltung und die Kommunen aktiv einbezogen. Zur Unterstützung der Eigenvorsorge wurde ein umfangreiches Informationsangebot für den Umgang mit den Risiken vor, während und nach einem Hochwasser erstellt.

Michael Hascher

Hochwasserkrisenmanagement als Teil von Hochwasserschutzkonzepten – Praktische Erfahrungen aus Pilotprojekten

In Pilotprojekten des Landes Baden-Württemberg erwiesen sich Hochwassergefahrenkarten als sehr nützliches Instrument für die Vorbereitung auf Hochwasserereignisse. Sowohl Spezialisten als auch Laien konnten sich ein zuverlässiges Bild von den zu erwartenden Ausmaßen und Auswirkungen machen. Dabei zeigte sich aber auch, dass das kommunale Krisenmanagement vielerorts noch wenig entwickelt ist.

Christian Brauner

Pilotprojekt Hochwasserrisikomanagement- Plan Nahe

In Rheinland-Pfalz werden für die Erstellung von Hochwasserrisikomanagement-Plänen neue Wege beschritten. Im Vordergrund steht die Festlegung von Risiko mindernden Maßnahmen, die kurzfristig umgesetzt werden können. Die zuständigen Stellen, die Akteure und die Betroffenen werden in thematischen Workshops eng an der Erstellung des Planes beteiligt. Der Hochwasserrisikomanagement-Plan Nahe wird als Pilotprojekt unter der Anleitung und Federführung der Wasserwirtschaftsverwaltung erarbeitet.

Doris Hässler-Kiefhaber, Heinrich Webler, Kurt Knittel

Umsetzungsinstrumente der HWRM-RL in Baden-Württemberg am Beispiel der Dreisam

Bereits mit der Erarbeitung der HWRM-Pläne in Baden-Württemberg soll die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen durch die Akteure unterstützt werden. Dafür wurden gemeinsam mit den relevanten Akteursgruppen landesweite Instrumente erarbeitet. Dies sind vor allem landesweite Ziele, ein daraus abgeleiteter Maßnahmenkatalog und eine darauf abgestimmte Ermittlung des Handlungsbedarfs sowie die intensive Beteiligung von Akteuren und Öffentlichkeit im Rahmen der Hochwasserpartnerschaften.

Jürgen Reich, Klaus Dapp

Fortbildung „Hochwasserrisikomanagement und hochwasserangepasstes Planen und Bauen“ in Rheinland-Pfalz und Luxemburg – Erfahrungen

Die Ende 2007 verabschiedete europäische Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) schafft einen einheitlichen Rahmen für die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken in Europa. Sie generiert aber auch neue, in vielen Ausbildungsgängen bisher nicht adressierte Herausforderungen. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, sind Weiterbildungsprogramme für die verschiedenen Akteure der Umsetzung notwendig. Der vorliegende Artikel beschreibt Erfahrungen aus verschiedenen Weiterbildungsveran staltungen der letzten Jahre in Rheinland-Pfalz und Luxemburg.

Martin Cassel, Robert Jüpner

Zur Zieldiskussion des Hochwasserrisikomanagements im Einzugsgebiet des Rheins

Der Beitrag beschreibt die Instrumente zur Zielsetzung der länderübergreifenden Zusammenarbeit in der internationalen Flussgebietseinheit Rhein und im Bearbeitungsgebiet Mosel-Saar im Bereich des Hochwasserrisikomanagements (HWRM) seit den letzten 20 Jahren. Die Aktionspläne Hochwasser der Internationalen Kommissionen zum Schutz des Rheins (IKSR) und der Mosel und Saar (IKSMS) spielen dabei eine zentrale Rolle. Der Übergang zu den HWRM-Plänen, die auf den Ergebnissen der Aktionspläne Hochwasser aufbauen, wird unter Berücksichtigung des Klimawandels beleuchtet.

André Weidenhaupt, Anne Schulte-Wülwer-Leidig

Planung und Umsetzung

Frontmatter

Akzeptanz und Umsetzung der EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie in der Wasserwirtschaftsverwaltung

Die 2007 erlassene EG-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie richtet den Umgang mit Hochwasser neu aus, indem sie eine systematische Risikoanalyse einführt. Die ersten Reak tionen fielen in Deutschland gemischt aus: es gab sowohl Skepsis als auch Zuspruch. Eine Studie der Universität Bonn zielte darauf ab, die Akzeptanz in der Wasserwirtschaftsverwaltung zu überprüfen sowie Chancen und Problemen bei der Implementation aufzuzeigen. Hierzu wurden Expertengespräche im Rhein-Einzugsgebiet durchgeführt.

Marc Daniel Heintz, Jürgen Pohl

Beteiligung der Bürger im Vorfeld von Planungen – ein Plus für den Hochwasserschutz?

Die Beteiligung der Bürgerschaft im Vorfeld von Planungen zum Hochwasserschutz in Dresden-Laubegast hat diese erst möglich gemacht. Es wird damit aber zugleich der Anspruch an eine breite Einbeziehung über die gesamte Maßnahme gefördert. Die positiven zusätzlichen Effekte auf das Hochwasserrisikobewusstsein der Betroffenen rechtfertigen den Aufwand, bevor Maßnahmen überhaupt begonnen werden.

Jens Seifert

Hochwasserpartnerschaft aus Sicht einer Kommune

Die Hochwasserpartnerschaft Elbe wurde 2009 in Magdeburg als kommunaler Zusammenschluss von Städten und Gemeinden entlang der Elbe gegründet. Die Partnerschaft will – wie ihre erfolgreiche Schwesterorganisation am Rhein – kommunales Sprachrohr bei allen Fragen von Hochwasserschutz und -bewältigung sein. Jenseits administrativer Grenzen steht der Erfahrungs- und Informationsaustausch auch mit den tschechischen Kommunen, mit anderen Hochwasserpartnerschaften, mit der Flussgebietsgemeinschaft Elbe sowie der Internati onalen Kommission zum Schutz der Elbe im Vordergrund.

Reinhard Nieberg

Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement- Richtlinie in der internationalen Flussgebietseinheit Oder

Die Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie ermöglicht, dass in allen EU-Mitgliedstaaten gleichzeitig die Bewertung der Hochwassergefahr und des Hochwasserrisikos ordnungsgemäß durchgeführt wird. Im Rahmen der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung (IKSO) erfolgt diese Zusammenarbeit im Odereinzugsgebiet zwischen Polen, Tschechischer Republik und Deutschland. Als Ergebnis dieser Arbeiten werden anschließend Hochwasserrisikomanagementpläne erarbeitet und diese sollen negative hochwasserbedingte Folgen für die Menschen, das Kulturerbe, die Umwelt und wirtschaftliche Tätigkeiten verringern.

Ryszard Kosierb, Piotr Baranski

Umsetzung der europäischen Hochwasserrisikomanagement- Richtlinie im deutschen Elbe-Einzugsgebiet

Mit der Verabschiedung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) im Jahr 2007 hat sich die Wasserpolitik der EU die Aufgabe gestellt, einen Rahmen für die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken zur Verringerung der gewässerbedingten nachteiligen Folgen auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das Kulturerbe und die wirtschaftlichen Tätigkeiten in der Gemeinschaft zu schaffen. Wie die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gehört die HWRM-RL zu einer neuen Generation von Richtlinien mit einem übergreifenden, flusseinzugsgebietsbezogenen Regelungscharakter. Im folgenden Artikel werden die Grundsätze, die Philosophie sowie der aktuelle Umsetzungsstand der HWRM-RL im deutschen Einzugsgebiet der Elbe dargestellt. Darüber hinaus werden die Bezugspunkte zur WRRL benannt und Wege aufgezeigt, die Umsetzung beider Richtlinien sinnvoll zu verzahnen.

Sven Schulz, Wenke Kahrstedt

Stand der Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement- Richtlinie im Rheingebiet

Im Rheingebiet ist der Informationsaustausch und die Koordinierung zur vorläufigen Bewertung der Hochwasserrisiken und zu den Risikogebieten in IKSR und IKSMS erfolgt. Dies ist in Übersichtskarten mit Erläuterungsbericht dokumentiert. Zum derzeitigen Stand der Fertigstellung der Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten in den Mitgliedstaaten haben beide Kommissionen Kurzberichte mit Übersichtskarten erarbeitet, die regelmäßig fortgeschrieben werden. Die koordinierte Aufstellung der HWRM-Pläne für das Rheingebiet wird vorbereitet.

Bernd Worreschk

Umweltdaten & INSPIRE – umgesetzt an einem Beispiel der Wasserwirtschaft in Sachsen

Umweltdaten liegen meist fachspezifisch strukturiert, aber fachübergreifend inkompatibel vor. Im folgenden Beitrag wird am Beispiel der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie und der EG-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im Freistaat Sachsen gezeigt, wie ein harmonisierter Datenbestand aufgebaut werden kann und wie diese Umweltdaten ent sprechend der INSPIRE-Definitionen des Annex-Themas Hydrographie vorgehalten sowie verfügbar gemacht werden können.

Uwe Müller, Heino Rudolf

Beteiligungsmanagement bei Hochwasserschutzmaßnahmen in Rheinland-Pfalz

Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge sind seit langem ein wesentlicher Bestandteil der Daseinsvorsorge des Landes Rheinland-Pfalz und wichtige Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung der rheinland-pfälzischen Flusstäler sowie ein bedeutender Standort faktor für die Wirtschaft. Im Rahmen seines Hochwasserschutzkonzepts hat das Land rund 750 Mio. Euro für Sicherheit und Entwicklung an seinen Flüssen investiert. Diese Politik wird auch im Rahmen des Hochwasserrisikomanagements fortgeführt. Die Wasserwirtschafts verwaltung des Landes fungiert dabei als Manager, der einen breiten Beteiligungsprozess kommuniziert und koordiniert. Ziel ist, auch bei den betroffenen Kommunen und ihren Bürgerinnen und Bürgern ein verstärktes Risikobewusstsein und dadurch eine bessere Hochwasservorsorge zu erreichen.

Werner Theis

Öffentlichkeitsbeteiligung bei den sächsischen Hochwasserschutzkonzepten

Veranlasst durch das Hochwasser 2002 wurden in Sachsen Hochwasserschutzkonzepte erarbeitet, die einer umfangreichen Öffentlichkeitsbeteiligung nach §§ 99a und 99b SächsWG unterzogen wurden. Es zeigte sich, dass ein noch stärker partizipativer Ansatz bei der Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen deren Akzeptanz verbessern und damit auch die Umsetzung dieser Maßnahmen beschleunigen könnte.

Stephan Gerber

Das Deichbauprogramm an der Oder – der Praxistest 2010

Nach dem katastrophalen Hochwasser im Sommer 1997 wurden an der Oder in Brandenburg bis 2012 ca. 145 km von 184 km Deiche für über 250 Mio. Euro saniert. Der Artikel erinnert an dieses Hochwasser, beschreibt die Regelbauweise und das Gesamtdeichbauprogramm. Des Weiteren wird auf die mit den sanierten Deichen gesammelten Erfahrungen beim Sommerhochwasser 2010 eingegangen.

Frank Krüger, Mario Oelze

Kleine Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken – Ein DWA-Merkblatt für die Praxis

Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken werden nach DIN 19 700 entsprechend ihrer Größe und ihrem Gefährdungspotenzial in Klassen unterteilt. Für kleine und sehr kleine Anlagen sind Erleichterungen bei den technischen Anforderungen möglich, die jedoch nur wenig ausgeführt sind. Das neue DWA-Merkblatt M 522 gibt konkrete Hinweise zur Planung, zum Bau und zum Betrieb von kleinen Stauanlagen unter Beachtung der erforderlichen Anlagensicherheit.

Volker Bettzieche, Reinhard Pohl

Das Projekt Hochwasserrückhaltebecken Niederpöbel – Steinschüttdamm mit Ökodurchlass und Straßendurchführung

Während des Augusthochwassers 2002 zählte das Osterzgebirge zu den Hauptschadensgebieten im Freistaat Sachsen. Auf der Grundlage des Hochwasserschutzkonzeptes für das Flussgebiet der Roten Weißeritz und nachfolgender Studien plante die Landestalsperren verwaltung des Freistaates Sachsen in den vergangenen Jahren im Pöbelbachtal ein Hochwasserrückhaltebecken, das sich gegenwärtig in der Realisierungsphase befindet. Die Anlage ist gemäß DIN 19 700-12 als großes Becken klassifiziert und als ökologisch durch gängiges Trockenbecken geplant. Das Absperrbauwerk besteht aus einem Steinschüttdamm mit Asphaltinnendichtung. Im Dammbereich wird der Pöbelbach durch einen Ökodurchlass geführt. Die Staatsstraße S 183 soll im Stauraum verbleiben und wird im Dammbereich durch einen Stahlbetonrahmendurchlass geführt.

Roger Tynior, Birgit Lange, Roland Goldenbogen

Die Obere Drau in Kärnten – ein Beispiel für Hochwasserschutz mit Mehrwert

Seit 20 Jahren wird an der Oberen Drau in Kärnten, Österreich, eine Hochwasserschutzstrategie verfolgt, die nicht auf „harte“ Verbauung, sondern auf naturnahe Gewässerdynamik und Synergien mit Naturschutz und Erholungsnutzung setzt. Die Grundlage dafür bildet ein Gewässerentwicklungskonzept aus dem Jahr 1992, eines der ersten seiner Art in Österreich. Mittlerweile ist mit finanzieller Unterstützung aus dem LIFE-Natur-Fonds der EU rund ein Viertel der Oberen Drau revitalisiert und der Fluss samt Uferzone als Europaschutzgebiet ausgewiesen.

Klaus Michor

Flussrückbau und Sohlenstabilisierung am Beispiel der Oberen Drau

Spätestens Mitte der 1980er Jahre zeichneten sich negative Folgen der systematischen Re gulierung von Fließgewässern ab. Der rein technische Hochwasserschutz führte zu einer Eintiefung der Flusssohle und zu ökologischen Defiziten. Zur Planung von Gegenmaßnahmen wurde in Österreich eine integrative Planungsmethodik eingeführt. In einem umfassenden Pilotprojekt an der Oberen Drau zeigte sich die Flussaufweitung bei aufrecht erhaltenem Geschiebeeintrag als effektive Maßnahme zur Eindämmung der Sohleneintiefung bei gleichzeitiger Wiederherstellung naturnaher, morphodynamischer Prozesse.

Helmut Habersack, Bernadette Blamauer, Mario Klösch

Umsetzung der Europäischen Hochwasserrisikomanagement- Richtlinie im Flussgebiet Weiße Elster

Vorgestellt werden die Methodik und erste Ergebnisse bei der Umsetzung der Europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie im Pilotgebiet Weiße Elster. Die Untersuchungen werden durch die EU im Rahmen des INTERREG-Projektes LABEL finanziell gefördert. An der Zusammenarbeit ist neben den LABEL-Projektpartnern aus dem Freistaat Sachsen und dem Freistaat Thüringen auch das Bundesland Sachsen-Anhalt beteiligt.

Jörg Walther, Hans-Georg Spanknebel, Matthias Grafe

Hochwasserschutzmaßnahme Forchtenberg / Kupfer

Das Hochwasserereignis im Dezember 1993 führte in der Ortslage der Stadt Forchtenberg im Hohenlohekreis zu Schäden. In der vom Ingenieurbüro Winkler und Partner (IWP) im Auftrag der Stadt Forchtenberg durchgeführten Flussgebiets untersuchung Kupfer wurden vorhandene Hochwasserschutzdefizite aufgezeigt und konzeptionelle Hochwasserschutzmaßnahmen erarbeitet.

Erhard Winkler, Daniel Häcker

Hochwasserschutz für New Orleans – 8 Jahre nach Katrina

Im Jahre 2005 verzeichnete New Orleans mit dem Wirbelsturm Katrina eine der folgenreichsten Naturkatastrophen seiner Geschichte, bei der sich auch die Unzulänglichkeit einiger Hochwasserschutzvorkehrungen gezeigt hat. Es waren zahlreiche Tote zu beklagen und die materiellen Schäden waren unübersehbar. Nach dem Ereignis wurde der Hochwasserschutz weiträumig und aufwändig verbessert. Der nachfolgende Beitrag gibt eine Übersicht über den derzeitigen Stand.

Reinhard Pohl

Technik

Frontmatter

Zukünftige Deichregelquerschnitte – einfach nur höher und breiter?

Überströmen durch Wellenüberlauf oder Kronenüberstau gilt als nicht beherrschbarer ( Katastrophen-) Lastfall, auf den Deiche nicht ausgelegt sind. Ein Deichbruch mit Breschen und tiefer Kolkbildung ist häufig die Folge. See- und Flussdeiche unterliegen einer kontinuierlichen Anpassung der Kronen- bzw. Freibordhöhe. Die Deicherhöhung geht in konventi oneller Vorgehensweise nur mit einer Verbreiterung einher. Alternative Regelquerschnitte mit systematischer Verbesserung der vorhandenen Kontur werden bislang unzureichend einbezogen. Der Einsatz von Geokunststoffen kann die Widerstandsfähigkeit bei Wellen überlauf und Kronenüberstau eines aus Erdstoffen errichteten Deiches bei gleich bleibender Geometrie enorm erhöhen.

Katja Werth, Georg Heerten

Dichtungssysteme in Deichen – eine vergleichende Betrachtung

Die Standsicherheit von Deichen hängt maßgebend von den Strömungsverhältnissen im Hochwasserfall im Deichkörper und im Untergrund ab. Durch die Anordnung von Dichtungen im Deich und im Untergrund ist die Möglichkeit gegeben, die Einwirkungen infolge der Sickerströmungen zu verringern. In der Regel kommen bei Flussdeichen nur unvollkommene Dichtungen zum Einsatz, d. h. es wird nur ein Teil des Untergrundes abgedichtet, um den Wasseraustausch zwischen dem Fluss und dem Binnenland nicht zu unterbinden. Die Wirksamkeit einer unvollkommenen Dichtung ist umso größer je undurchlässiger der Untergrund ist. Bei relativ durchlässigem Untergrund ist die Wirksamkeit einer Deichdichtung sehr sorgfältig zu prüfen, da ggf. nur eine geringe Reduktion im Deichkörper erzielt werden kann. Durch Zusatzmaßnahmen, z. B. größere Einbindetiefe oder luftseitige Auflastfilter, kann eine Verbesserung erzielt werden.

Georg Heerten, Hans-Burkhard Horlacher

Die AquaWand, ein neuer mobiler Hochwasserschutz

Zur Verwirklichung eines ganzheitlichen und wirtschaftlichen Hochwasserschutzes sind die Merkmale „Logistik, Einfachheit und Schnelligkeit im Auf- und Abbau und Autarkie“ von Bedeutung: Das Hochwasserschutzsystem „Die AquaWand“ der Firma AQUABURG ist mit einer Stauhöhe von 1,2 m und einer Länge von 18 m in die Versuchsanlage der Technischen Universität Hamburg – Harburg (TUHH) eingebaut und nach den Vorgaben des „SMARTeST Projektes“ geprüft worden.

Hartmut Wibbeler, Vincent Gabalda

MIXED-IN-PLACE-Wände als integraler Bestandteil von Hochwasserschutzmaßnahmen

Die Verwendung von MIP-Wänden als Bestandteil von Hochwasserschutzmaßnahmen hat sich bei einer Vielzahl von ausgeführten Hochwasserschutzmaßnahmen bewährt und ist zwischenzeitlich als kostengünstiger Stand der Technik im Hochwasserschutz anzusehen. Wie anhand der Beispiele aufgezeigt, kann einer MIP-Wand nicht nur eine reine Dichtfunktion zugewiesen werden, sondern sie ist auch durch die Möglichkeit einer statischen Nutzung als integraler Bestandteil von Hochwasserschutzmaßnahmen einsetzbar. Lasten z. B. aus permanentem oder mobilem Hochwasserschutz können durch vertikale Aussteifungen (bevorzugt Stahlträger) zielsicher abgetragen werden. Zudem erweist sich die Verwendung des anstehenden Bodens als Bestandteil des Dichtwand materials als verfahrenstechnischer Vorteil des MIP-Verfahrens. Im Vergleich zu alternativen Verfahren werden Ressourcen geschont – einschließlich einer geringeren Anzahl an Transporten z. B. für Aushubmaterial –, was folglich oft eine wirtschaftlichere Realisierung der Baumaßnahme ermöglicht.

Patrik Wenzl, Susanne Klima

Zentralisierung und Auswertung von Messdaten in wasserwirtschaftlichen Systemen

An die Erfassung und Auswertung von Messdaten an Talsperren werden aufgrund von Kostendruck und technischem Fortschritt steigende Anforderungen gestellt. Diese lassen sich mit einer übergeordneten zentralen Datenbank mit Datenauswertung erfüllen. Der nachfolgende Beitrag berichtet von praktischen Erfahrungen bei der Planung, der Implementierung und dem Betrieb einer zentralen Datenbank mit Messdaten. Dabei wird auf Problemstellungen bei der Systemintegration eingegangen.

Karina Mäder

Software zur effektiven Messdatenauswertung

Die Talsperrenüberwachung dient der Kontrolle von Risiken und soll mittels einer frühzeiti gen Erkennung von Versagensmechanismen deren Auftretenswahrscheinlichkeit reduzieren. Ziel ist es, rohe Messdaten in verständliche Informationen umzuwandeln, die dem Talsperrenbetreiber klare Aussagen über das Verhalten seiner Bauwerke geben. DAMDATA ist eine Web-basierte Software für die Darstellung sowie Auswertung von Messdaten und beinhaltet wichtige Anwendungen für die Integration dieser Daten in das Dammsicherheitskonzept des Talsperrenbetreibers. Der Benutzer braucht keine zusätzliche Software auf seinem Computer zu installieren, da DAMDATA über einen herkömmlichen Web- Browser ausgeführt wird.

Stefan Hoppe, René Gómez López de Munaín, Manuel Gómez de Membrillera Ortuño, Antonio Gómez-Perretta

Der Einsatz von innovativen geophysikalischen Methoden bei der Erkundung von Hochwasserrückhaltebecken und Talsperren – Fallbeispiele aus der Praxis

Für die detaillierte Erkundung des Untergrundes von Hochwasserrückhaltebecken und Talsperren sollten neben den punktuellen geotechnischen Aufschlüssen auch flächenhafte oder räumliche geophysikalische Verfahren zur Anwendung kommen. In diesem Beitrag werden anhand von zwei Fallbeispielen die Vorteile des Einsatzes geophysikalischer Verfahren zur Lösung von geotechnischen Fragestellungen gezeigt. Für jedes Beispiel wird ein ange wandtes geophysikalisches Verfahren und seine projektspezifische Eignung erläutert.

Thomas Hohlfeld, Ulrich Serfling, Thomas Dörrer

Backmatter

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