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Über dieses Buch

Vor dem Hintergrund neuer Machtkonzepte wie Soft Power und Nation Branding hat die Auswärtige Kulturpolitik als „dritte Säule“ deutscher Außenpolitik einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. Hannah Bauersachs erklärt und analysiert, wie das deutsche Image im Ausland mithilfe professionell geplanter Kampagnen gezielt beeinflusst werden soll, welche Rolle Kultur als außenpolitisches Instrument spielt und wie die Grenzen zwischen Außenkulturpolitik und Wirtschaftsförderung dabei zusehends verschwimmen. Anhand einer theoretischen und historischen Einordnung wird herausgearbeitet, wie sich die AKBP unter dem Einfluss neuer Machtkonzepte gewandelt hat und aufgezeigt, dass ein einschneidender Paradigmenwechsel stattgefunden hat.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung: Deutsche Auswärtige Kulturpolitik im Spannungsfeld zwischen alten Idealen und neuen Herausforderungen

Zusammenfassung
Als Theodor Heuss mit diesen Worten 1920 die Bedeutung der Kulturpolitik der Weimarer Republik herausstellte und unterstrich, wird er kaum geahnt haben, welche Aktualität seine Aussage über das spannungsreiche Verhältnis von Kultur und Politik knapp 100 Jahre später – und nach einer langen Phase der fast vollständigen Bedeutungslosigkeit der Auswärtigen Kulturpolitik (AKP) – haben würden. Denn die in Anlehnung an Willy Brandt häufig auch als „dritte Säule der Außenpolitik“ bezeichnete deutsche Auswärtige Kulturpolitik befindet sich seit Mitte der 1990er Jahre in einem tiefgreifenden Umbruchprozess. Hintergrund und Ausgangspunkt sind die drastischen Veränderungen im internationalen Machtgefüge in den letzten Jahrzehnten.
Hannah Bauersachs

Grundlagen in Theorie und Praxis

Frontmatter

Kapitel 2. Theoretische Grundlagen

Zusammenfassung
Wozu braucht man bei der Untersuchung eines praxisorientierten außenkulturpolitischen Instruments wie den Deutschlandjahren überhaupt Theorie? Wo liegt der über bloße Gedankenspiele hinausgehende tatsächliche Erkenntnisgewinn? Um diese Fragen zu beantworten, lohnt es sich, zunächst eine andere zu stellen: Was ist Theorie überhaupt? Das Lexikon der Politik bemerkt dazu: „Die Frage, was Theorie ist, lässt sich nicht einfach beantworten. Deshalb wird sie häufig gar nicht erst gestellt.“ Und tatsächlich wird die Frage von denen, die sie denn zu stellen wagen, auch sehr unterschiedlich beantwortet.
Hannah Bauersachs

Kapitel 3. Deutsche Auswärtige Kulturpolitik

Zusammenfassung
Der Begriff Auswärtige Kulturpolitik wurde 1912 von dem Historiker Karl Lamprecht geprägt, der ihn im Rahmen einer Tagung des Verbandes für internationale Verständigung in seiner vielbeachteten Rede „Über auswärtige Kulturpolitik“ erstmals nachweisbar verwendete. Wenngleich es – wie im Folgenden noch zu zeigen sein wird – in der Weimarer Republik und auch bereits im Kaiserreich durchaus „grenzüberschreitende Kulturbeziehungen“ gab, fasste Lamprecht diese erstmals begrifflich zusammen und schuf so eine neue politische Kategorie, deren immanente Widersprüchlichkeit bereits in der Wortverbindung Kultur und Politik angelegt ist.
Hannah Bauersachs

Empirische Untersuchung

Frontmatter

Kapitel 4. Methodik

Zusammenfassung
Ziel des zweiten, empirisch ausgerichteten Teils dieser Arbeit ist es, die Deutschlandjahre als Untersuchungsgegenstand umfassend zu beschreiben und systematisch zu analysieren, um die eingangs formulierten Forschungsfragen zu beantworten. Dabei werden sich jene nach den Akteuren, den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den verschiedenen Jahren, dem Kulturverständnis sowie nach der theoretischen Einordnung leichter beantworten lassen als die letztlich übergeordnete und wohl interessanteste Frage, welche Rückschlüsse daraus für die AKP im Allgemeinen gezogen werden können und ob tatsächlich auch die entscheidende zweite Bedingung vorliegt, um von einem Paradigmenwechsel sprechen zu können. Da es sich dabei um eine sehr komplexe Fragestellung handelt, wird nach einer überwiegend deskriptiven Darstellung und Einordnung der einzelnen Deutschlandjahre (Kapitel 5) in der explorativen Analyse (Kapitel 6) vor allem mit Indikatoren gearbeitet, die für die These vom Paradigmenwechsel sprechen.
Hannah Bauersachs

Kapitel 5. Von Japan bis Brasilien – Die Deutschlandjahre im Überblick

Zusammenfassung
Wer im Februar 2013 als deutscher Besucher dem berühmten Karneval in Rio de Janeiro beiwohnte, staunte nicht schlecht: Tanzten doch plötzlich vertraute Figuren aus der über 10.000 km entfernten Heimat durch die Straßen am Zuckerhut. Neben diversen Märchenfiguren der Gebrüder Grimm und einer gigantischen Schwarzwälder Kirschtorte schwenkte auch ein etwas deplatziert wirkender Doktor Faust die Hüften zu wilden Sambarhythmen. Wie der verblüffte Deutsche nachher erfahren konnte, war dieser Auftritt ein früher Auftakt des offiziell erst im Mai des Jahres beginnenden Deutschlandjahrs in Brasilien: Die bekannte Sambaschule Unidos da Tijuca hatte das „Verzauberte Deutschland“ als ihr Leitthema für den Karneval 2013 auserkoren.
Hannah Bauersachs

Kapitel 6. Explorative Analyse

Zusammenfassung
Wie in der deskriptiven Darstellung der einzelnen Deutschlandjahre an mehreren Stellen bereits deutlich wurde, scheint es auch auf policy-Ebene durchaus Anhaltspunkte für die These einer zunehmend außenwirtschaftlichen Orientierung in der AKP zu geben. Es wurde aber auch gezeigt, dass sich die verschiedenen Kampagnen in vielerlei Hinsicht voneinander unterscheiden und es sich keineswegs um ein heterogenes Format handelt. Deshalb sollen die zuvor identifizierten sechs zentralen Dimensionen (Konzept, Akteure, Organisationsstruktur, Finanzierung, Programm und Inhalte sowie Öffentlichkeitsarbeit, vgl. Kapitel 4) nun systematisch auf konkrete Indikatoren hin untersucht werden, die für (oder gegen) die Kernthese dieser Arbeit sprechen.
Hannah Bauersachs

Kapitel 7. Fazit: Wandlungsprozesse in der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik

Zusammenfassung
Wohin entwickelt sich die deutsche Auswärtige Kulturpolitik unter den Vorzeichen von Globalisierung, Medialisierung und Transnationalisierung? Wie verändert sie sich in einer Welt, in der ein gutes Image nicht mehr nur nice to have, sondern gewichtiges Pfund im Politwucher und entscheidender Standortfaktor im globalen Wettbewerb um Herzen, Köpfe und Kapital ist? Was bedeutet die vor diesem Hintergrund nur folgerichtig scheinende Einführung nationaler Imagekampagnen für die Außenkulturpolitik? Und steht die Einführung der Deutschlandjahre tatsächlich für einen Paradigmenwechsel in der AKP? Mit diesen Fragen hat sich die vorliegende Arbeit auseinandergesetzt.
Hannah Bauersachs

Backmatter

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